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Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Niedersachsen (PVO-Lehr I)

E r s t e r    T e i l
Allgemeine Vorschriften

§ 1
Geltungsbereich

Diese Verordnung regelt die Erste Staatsprüfung für die Lehrämter

  1. an Grund-, Haupt- und Realschulen,
  2. an Gymnasien,
  3. für Sonderpädagogik,
  4. an berufsbildenden Schulen

einschließlich der Erweiterungsprüfungen.

§ 2
Zweck der Ersten Staatsprüfung

Durch die Prüfung soll nachgewiesen werden, dass die fachlichen Voraussetzungen für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst für das jeweilige Lehramt erworben wurden.

§ 3
Prüfungsamt, Prüfungsausschüsse

(1) 1Die Prüfung wird vor dem Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung abgelegt. 2Diesem gehören als ständige Mitglieder die Präsidentin oder der Präsident, die schulfachlichen Dezernentinnen und Dezernenten sowie die Beauftragten des Prüfungsamts für die Hochschulen an. 3Die nichtständigen Mitglieder des Prüfungsamts werden vom Prüfungsamt bestellt. 4Sie sollen ein Professorenamt innehaben oder zur Lehre an der Hochschule berechtigt sein, als Lehrkraft an einer Schule, als Ausbildende an einem Studienseminar oder in der staatlichen Schulaufsicht tätig sein und müssen mindestens die durch die jeweilige Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen. 5Wenn die Bestellung nur zur Abnahme der fachpraktischen Prüfung oder bestimmter Teilprüfungen berechtigt, genügt die durch den jeweiligen Prüfungsteil oder die jeweilige Teilprüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation.

(2) 1Das Prüfungsamt setzt die Meldefristen und Prüfungstermine fest und bildet für die mündlichen Prüfungen sowie für die fachpraktischen Prüfungen und deren Teilprüfungen Prüfungsausschüsse. 2Die Prüfungsausschüsse für die mündlichen Prüfungen und für die fachpraktischen Prüfungen bestehen jeweils aus zwei fachkundigen Mitgliedern; eines der Mitglieder wird zum vorsitzenden Mitglied bestellt. 3In die Prüfungsausschüsse für die Fächer Evangelische Religion und Katholische Religion wird jeweils ein Mitglied berufen, das gleichzeitig die jeweilige Kirchenbehörde vertritt; ist dies nicht möglich, so kann zusätzlich eine Vertreterin oder ein Vertreter der jeweiligen Kirchenbehörde bei der Prüfung ohne Stimmrecht mitwirken.

(3) Entscheidungen, die in dieser Verordnung nicht ausdrücklich den Prüfungsausschüssen oder dem Kultusministerium zugewiesen sind, werden vom Prüfungsamt getroffen.

§ 4
Regelstudienzeit, Studienumfang

(1) Die Regelstudienzeit einschließlich der Prüfungszeit beträgt im Studiengang für

  1. das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen acht Semester (130 Semesterwochenstunden - SWS -),
  2. das Lehramt an Gymnasien neun Semester (160 SWS),
  3. das Lehramt für Sonderpädagogik neun Semester (160 SWS),
  4. das Lehramt an berufsbildenden Schulen neun Semester (160 SWS),
  5. "Interkulturelle Pädagogik" vier Semester (60 SWS).

(2) Abweichend von Absatz 1 Nr. 2 beträgt die Regelstudienzeit im Fall des Studiums eines künstlerischen Fachs an einer künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule elf Semester.

(3) Auf die Teilstudiengänge entfallen folgende SWS:

§ 5
Zulassungsvoraussetzungen und Zulassung zur Prüfung

(1) 1Zur Prüfung wird zugelassen und zu den Prüfungsteilen geladen, wer

  1. ein ordnungsgemäßes Studium nachweist,
  2. die Zwischenprüfung als Hochschulprüfung nach den Vorschriften des Niedersächsischen Hochschulgesetzes bestanden hat,
  3. die übrigen Zulassungsvoraussetzungen nach den Besonderen Vorschriften und den Anlagen 1 bis 5 erfüllt.

2Die Zulassung zur fachpraktischen Prüfung erfolgt vor der ersten Teilprüfung; der Nachweis der bestandenen Zwischenprüfung ist dafür nicht erforderlich. 3 In Ausnahmefällen, insbesondere wenn das Lehrangebot es erfordert, kann das Kultusministerium Abweichungen von den Prüfungszulassungsvoraussetzungen genehmigen.

(2) Der Meldung zu den Prüfungsteilen sind Angaben und Nachweise beizufügen

  1. zur Person,
  2. zur Vor- und Ausbildung,
  3. zum Studienverlauf.

§ 6
Prüfungsteile und -ablauf

(1) Die Prüfung wird nach Maßgabe der Besonderen Vorschriften abgelegt in

  1. allgemeinen Fächern (Erziehungswissenschaften):
    a) Pädagogik,
    b) Psychologie,
    c) Wahlpflichtfach,
    d) Pädagogik bei sonderpädagogischem Förderbedarf,
    e) Psychologie bei sonderpädagogischem Förderbedarf,
    f) Berufs- und Wirtschaftspädagogik;
  2. besonderen Fächern:
    a) Unterrichtsfächer,
    b) sonderpädagogische Fachrichtungen,
    c) Fächer einer beruflichen Fachrichtung.

(2) Die Prüfung besteht aus folgenden Prüfungsteilen:

  1. der Hausarbeit,
  2. in den allgemeinen Fächern
    a) einer mündlichen Prüfung in den Erziehungswissenschaften der allgemein bildenden Lehrämter,
    b) der Arbeit unter Aufsicht und der mündlichen Prüfung in Berufs- und Wirtschaftspädagogik,
  3. in den besonderen Fächern
    a) der fachpraktischen Prüfung in den Fächern nach § 7,
    b) den Arbeiten unter Aufsicht,
    c) den mündlichen Prüfungen.

(3) Ist die Hausarbeit letzter Prüfungsteil, muss das Thema spätestens einen Monat nach Abschluss der Prüfungsteile nach Absatz 2 Nrn. 2 und 3 Buchst. b und c beantragt werden.

(4) Die Meldung zu den Arbeiten unter Aufsicht und den mündlichen Prüfungen muss gleichzeitig erfolgen. Abweichend von Satz 1 ist die Meldung

  1. in Psychologie und im Wahlpflichtfach bereits nach der Zwischenprüfung zulässig und
  2. im Fall des Studiums an verschiedenen Hochschulen nur für die jeweils an einer Hochschule studierten Fächer gleichzeitig abzugeben.

Wer sich im Fall des Studiums an verschiedenen Hochschulen zunächst an nur einer Hochschule zur Prüfung in den dort studierten Fächern gemeldet hat und sich nicht innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss dieser Prüfung zu den restlichen Prüfungsteilen meldet, hat die gesamte Prüfung nicht bestanden.

§ 7
Fächer mit fachpraktischer Prüfung

In den Fächern Darstellendes Spiel, Gestaltendes Werken, Hauswirtschaft, Kunst, Musik, Sport, Technik und Textiles Gestalten sowie im Fach Sachunterricht, wenn Hauswirtschaft oder Technik Schwerpunktbezugsfach ist, findet eine fachpraktische Prüfung statt.

§ 8
Hausarbeit

(1) Die Arbeit wird in einem Fach nach Maßgabe der Besonderen Vorschriften angefertigt; sie soll erkennen lassen, dass der Prüfling mit der dem Fach eigenen wissenschaftlichen Arbeitsweise vertraut und zu selbstständigem Urteil fähig ist.

(2) Die Arbeit kann, sofern fachliche Gründe dafür sprechen, mit Genehmigung des Prüfungsamts ganz oder teilweise in einer Fremdsprache angefertigt werden. Ist sie im Fach einer neueren Fremdsprache in deutscher Sprache abgefasst, so ist eine Zusammenfassung der Arbeit in der jeweiligen Fremdsprache beizufügen.

(3) Gruppenarbeiten sind zulässig, wenn die individuellen Leistungen deutlich abgrenzbar und bewertbar sind, den Anforderungen an eine selbstständige Prüfungsleistung entsprechen und das Thema die Bearbeitung durch mehrere Prüflinge erfordert.

(4) Der Prüfling kann aus dem gewählten Fach einen Teilbereich angeben. Er kann einmal innerhalb eines Monats nach Zustellung des Themas ein anderes Thema beantragen.

(5) Die Arbeit ist dem Prüfungsamt vorzulegen in den Prüfungen für die Lehrämter

  1. an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie für Sonderpädagogik innerhalb von drei Monaten,
  2. an Gymnasien und an berufsbildenden Schulen innerhalb von vier Monaten.

Die Fristen werden jeweils vom Tage der Zustellung des Themas an gerechnet; sie werden auch durch Abgabe bei einem Postamt gewahrt.

(6) Die Bearbeitungsfrist kann verlängert werden

  1. auf Antrag der oder des Prüfenden, die oder der das Thema vorgeschlagen hat, um bis zu zwei Monate, wenn zur Anfertigung der Arbeit die Durchführung von Experimenten oder die Gewinnung empirischer Daten erforderlich ist,
  2. auf Antrag des Prüflings, wenn er sie aus wichtigen, von ihm nicht zu vertretenden Gründen nicht einhalten kann, um bis zu einem Monat; die Gründe sind dem Prüfungsamt unverzüglich anzuzeigen und glaubhaft zu machen. Wird der Antrag damit begründet, dass der Prüfling arbeitsunfähig erkrankt ist, so kann ein amtsärztliches Zeugnis verlangt werden. Bestehen die Gründe für die Fristverlängerung länger als einen Monat fort, so ist ein anderes Thema zu beantragen.

(7) Eine verspätet vorgelegte Arbeit wird mit "ungenügend" benotet.

§ 9
Arbeiten unter Aufsicht

(1) Die Arbeiten sollen zeigen, dass der Prüfling in begrenzter Zeit im Studium erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten anwenden kann.

(2) Es sind drei Themen zur Wahl zu stellen, von denen eines zu bearbeiten ist. Es können auch mehrere Aufgaben gestellt werden, von denen eine angegebene Anzahl zu bearbeiten ist.

(3) Für jede Arbeit unter Aufsicht stehen vier Stunden zur Verfügung

§ 10
Mündliche Prüfungen

(1) In der mündlichen Prüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er über ein breites Grundlagenwissen und über geforderte vertiefte Kenntnisse verfügt, die er in den Gesamtzusammenhang des Fachs einordnen kann. Der Prüfling kann in jedem Fach einen Schwerpunkt und die Teilbereiche, in denen er vertiefte Kenntnisse erworben hat, angeben und sich zum Schwerpunkt kurz zusammenhängend äußern. Die Prüfung im Schwerpunkt soll ein Drittel der Prüfungszeit nicht überschreiten. Das Thema der Hausarbeit und die Aufgaben der Arbeiten unter Aufsicht sollen nicht Gegenstand der mündlichen Prüfung sein.

(2) Die Prüfungen in den Fächern der neueren Fremdsprachen sind mindestens zur Hälfte in der Fremdsprache zu führen. Die sprachpraktische Kompetenz ist bei der Beurteilung zu berücksichtigen.

(3) Der Prüfling kann für jede mündliche Prüfung ein Mitglied des Prüfungsausschusses vorschlagen. Dem Vorschlag ist zu entsprechen, sofern nicht wichtige Gründe entgegenstehen.

(4) Die Dauer der mündlichen Prüfung beträgt je Prüfling zwischen 30 und 60 Minuten nach Maßgabe der Besonderen Vorschriften.

(5) Die mündliche Prüfung ist nicht öffentlich. Die Anwesenheit folgender Personen kann, ausgenommen bei der Beratung, zugelassen werden:

  1. Studierende, die demnächst die Prüfung ablegen wollen, soweit kein Prüfling widerspricht,
  2. andere Personen, an deren Anwesenheit ein dienstliches Interesse besteht.

§ 11
Bewertung der Prüfungsleistungen

(1) Die Hausarbeit wird von dem Mitglied des Prüfungsamts, das das Thema vorgeschlagen hat, und einem weiteren fachkundigen Mitglied begutachtet und benotet; die Arbeiten unter Aufsicht sind von zwei fachkundigen Prüfenden zu benoten. Weichen die Benotungen um mehr als eine Note voneinander ab, so setzt das Prüfungsamt unter Hinzuziehung einer weiteren fachkundigen Prüfenden oder eines weiteren fachkundigen Prüfenden die Note fest; bei geringeren Abweichungen wird die Note rechnerisch ermittelt. Die Noten der Arbeiten unter Aufsicht sind vor Eintritt in die mündliche Prüfung des jeweiligen Fachs festzusetzen.

(2) Die Noten der mündlichen Prüfung und der fachpraktischen Prüfung werden vom Prüfungsausschuss festgesetzt. Können sich die Prüfenden nicht auf eine Note einigen, so wird sie jeweils rechnerisch ermittelt. Ist die fachpraktische Prüfung in Teilprüfungen gegliedert, so wird die Gesamtnote aus den Einzelnoten rechnerisch ermittelt.

(3) Die Bewertung der schriftlichen Arbeiten soll innerhalb von zwei Monaten erfolgen. Die wesentlichen Gründe der Bewertung sind den schriftlichen Arbeiten beizufügen, bei mündlichen Prüfungen in der Niederschrift festzuhalten. Die Note der mündlichen Prüfung wird mit der Verkündung durch den Prüfungsausschuss erläutert. Der Prüfling kann nur sofortige mündliche Ergänzungen verlangen.

(4) Die einzelnen Prüfungsleistungen sind wie folgt zu benoten:

sehr gut

(1) =

eine hervorragende Leistung,

gut

(2) =

eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt,

befriedigend

(3) =

eine Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht,

ausreichend

(4) =

eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt,

mangelhaft

(5) =

eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt,

ungenügend

(6) =

eine völlig unzureichende Leistung

Der Note ist in Klammern die jeweils zugehörige Ziffer hinzuzufügen.

(5) Bei der rechnerischen Ermittlung einer Note wird diese als Durchschnittswert festgestellt. Ergeben sich bei der Rechnung Dezimalstellen, so ist die erste Dezimalstelle auszuweisen; es wird nicht gerundet. Dabei entspricht der Note

sehr gut

1,0 bis 1,4

gut

1,5 bis 2,4

befriedigend

2,5 bis 3,4

ausreichend

3,5 bis 4,4

mangelhaft

4,5 bis 5,4

ungenügend

5,5 bis 6,0

Der Note ist in Klammern die rechnerisch ermittelte Zahl hinzuzufügen. Ist die Note in dieser Weise gebildet, so ist bei weiteren rechnerischen Ermittlungen diese Zahl einschließlich der Dezimalstelle zu Grunde zu legen.

(6) Prüfungsteile und Teilprüfungen sind bestanden, wenn das Ergebnis mindestens "ausreichend" ist.

(7) Nach Ablegung der einzelnen Prüfungsteile sind dem Prüfling auf Antrag die jeweiligen Noten bekannt zu geben.

§ 12
Gesamtergebnis der Prüfung

(1) Die Prüfung insgesamt ist bestanden, wenn die Noten der Hausarbeit und der Fächer mindestens "ausreichend" lauten. Die Gesamtnote wird nach § 11 Abs. 5 rechnerisch aus den nach Maßgabe der Besonderen Vorschriften gewichteten einzelnen Noten festgestellt.

(2) Die Prüfung in einem Fach und damit die gesamte Prüfung ist nicht bestanden, wenn

  1. die fachpraktische Prüfung in den Fächern nach §7 endgültig nicht bestanden ist oder
  2. die Arbeit unter Aufsicht mit "ungenügend" benotet ist oder beim Lehramt an Gymnasien in den Fächern nach §35 Halbsatz 1 eine Arbeit unter Aufsicht mit "ungenügend" benotet ist oder beide Arbeiten unter Aufsicht mit "mangelhaft" benotet sind oder
  3. die mündliche Prüfung mit "ungenügend" oder die sprachpraktische Kompetenz in den Fächern der neueren Fremdsprachen schlechter als "ausreichend" benotet ist. oder
  4. in den Fächern mit fachpraktischer Prüfung die Noten nach den Nummern 2 und 3 "mangelhaft" lauten.

§ 13
Wiederholung der Prüfung

(1) Jeder nicht bestandene Prüfungsteil kann einmal wiederholt werden, sofern er nicht ausgeglichen wird. Abweichend davon können zweimal wiederholt werden:

  1. eine Teilprüfung einer fachpraktischen Prüfung in den Fächern Darstellendes Spiel, Kunst, Musik und Sport,
  2. die mündliche Prüfung in einem Fach einer beruflichen Fachrichtung.

(2) Ist die gesamte Prüfung nicht bestanden, so sind nur die nicht bestandenen Prüfungsteile oder Teilprüfungen zu wiederholen.

(3) Der Prüfling muss sich spätestens ein Jahr nach Erhalt der Mitteilung nach § 22 zur Wiederholungsprüfung melden. Lässt er diese Frist ohne wichtigen Grund verstreichen, so ist die gesamte Prüfung für das jeweilige Lehramt in dieser Fächerverbindung endgültig nicht bestanden.

(4) Abweichend von den Absätzen 1 und 2 ist eine zweite Wiederholung der Prüfung in einer anderen Fächerverbindung zulässig, wenn nicht in den allgemeinen Fächern mit Ausnahme des Wahlpflichtfachs schlechter als "ausreichend" benotete Leistungen erbracht wurden. Fächer, sonderpädagogische Fachrichtungen und Fächer einer beruflichen Fachrichtung, in denen schlechter als "ausreichend" benotete Leistungen erbracht wurden, dürfen nicht erneut gewählt werden; der Prüfungsteil Hausarbeit gilt insoweit als Leistung im betreffenden Fach.

§ 14
Freiversuch

(1) Eine erstmals nicht bestandene Prüfung gilt als nicht unternommen, wenn die gesamte Prüfung innerhalb der Regelstudienzeit abgelegt wird (Freiversuch). Versucht ein Prüfling, das Ergebnis der Prüfung durch Täuschung zu beeinflussen, so gilt die Prüfung abweichend von Satz 1 als unternommen. Mit mindestens "ausreichend" benotete Prüfungsfächer, Prüfungsteile oder Teilprüfungen können auf Antrag angerechnet werden, wenn die erneute Meldung zum nächsten Prüfungstermin erfolgt.

(2) Wird die Regelstudienzeit überschritten, so bleibt dies unberücksichtigt, soweit hierfür ein wichtiger Grund nachgewiesen wird.

(3) Wer die Prüfung im Freiversuch bestanden hat, kann sie in den Fächern nach §6 Abs.1 zur Verbesserung der Gesamtnote wiederholen; der Antrag ist zum nächstmöglichen Prüfungstermin zu stellen. Wird in der Wiederholungsprüfung ein besseres Ergebnis erzielt, so ist dieses für die Gesamtnote maßgeblich. Nach Einstellung in den Vorbereitungsdienst ist eine Wiederholungsprüfung ausgeschlossen.

§ 15
Anrechnungen

(1) Studienleistungen aus einem anderen Studiengang werden im Rahmen der Zulassung zur Prüfung angerechnet, wenn sie fachlich gleichwertig sind.

(2) Aus anderen Staats- oder Hochschulprüfungen werden Prüfungsfächer und Prüfungsteile, bei fachpraktischen Prüfungen auch Teilprüfungen auf die Prüfung angerechnet, wenn sie fachlich gleichwertig sind. Bei nicht gleichwertigen Kenntnissen in Fachdidaktik sind zusätzliche Studienleistungen nachzuweisen.

§ 16
Erweiterungsprüfung, Weiterbildungsprüfung

(1) Wer die Erste Staatsprüfung für ein Lehramt im Land Niedersachsen oder eine vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannte Prüfung bestanden hat, kann Erweiterungsprüfungen für dieses Lehramt in den dafür zugelassenen Fächern ablegen. Eine Zwischenprüfung und bei modernen Fremdsprachen der Nachweis eines Studiensemesters oder studienrelevanten Aufenthalts in einem entsprechenden Sprachraum werden nicht gefordert.

(2) Die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien und die Erste Staatsprüfung für das Lehramt für Sonderpädagogik können nach Maßgabe der Besonderen Vorschriften auch nach Weiterbildung abgelegt werden.

§ 17
Prüfung in Interkultureller Pädagogik

(1) Wer die Erste Staatsprüfung für ein Lehramt im Land Niedersachsen oder eine vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannte Prüfung bestanden hat, kann eine Prüfung auf Grund des Studiengangs "Ergänzungsstudium für den Unterricht für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Muttersprache - Interkulturelle Pädagogik -" ablegen.

(2) Die Prüfung besteht aus einer vierstündigen Arbeit unter Aufsicht und einer mündlichen Prüfung von etwa 45 Minuten Dauer; die Gesamtnote wird nach §11 Abs.5 rechnerisch festgestellt.

§ 18
Täuschung, Ordnungsverstoß

(1) Versucht der Prüfling, das Ergebnis der Prüfung durch Täuschung zu beeinflussen, so ist die betroffene Prüfungsleistung in der Regel mit "ungenügend" zu benoten. In leichten Fällen kann die Wiederholung dieser Prüfungsleistung aufgegeben werden. Die Prüfung kann nur innerhalb einer Frist von fünf Jahren nach Aushändigung des Zeugnisses für nicht bestanden erklärt werden.

(2) Wird ein Prüfling wegen eines erheblichen Ordnungsverstoßes ausgeschlossen, so wird die betroffene Prüfungsleistung mit "ungenügend" benotet.

§ 19
Rücktritt

Tritt der Prüfling ohne Genehmigung von einer zu erbringenden Prüfungsleistung zurück, so erhält er dafür die Note "ungenügend"; tritt er ohne Genehmigung von der gesamten Prüfung zurück, so ist die Prüfung nicht bestanden. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, insbesondere wenn der Prüfling wegen Krankheit verhindert ist; die Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses kann verlangt werden.

§ 20
Einwendungen

Erhebt ein Prüfling Einwendungen gegen eine Bewertung und erscheint ein Bewertungsfehler nicht ausgeschlossen, so werden die betreffenden Prüfenden zur Stellungnahme aufgefordert. Liegt nach Auffassung des Prüfungsamts ein Bewertungsfehler vor, so sollen schriftliche Prüfungsleistungen durch andere Prüfende erneut bewertet oder die mündliche Prüfung vor einem neuen Prüfungsausschuss wiederholt werden.

§ 21
Niederschriften

Über den Verlauf der fachpraktischen Prüfungen, der Arbeiten unter Aufsicht und der mündlichen Prüfungen sind Niederschriften zu fertigen.

§ 22
Zeugnis, Mitteilung

Über die bestandene Prüfung erhält der Prüfling ein Zeugnis. Ist die Prüfung in einem Prüfungsteil, der nicht ausgeglichen wird, oder in einer Teilprüfung nicht bestanden oder ist die gesamte Prüfung nicht bestanden, so erhält der Prüfling einen schriftlichen Bescheid, in dem mitgeteilt wird, inwieweit Wiederholungsprüfungen abzulegen sind.

§ 23
Einsicht in die Prüfungsakte

Der Prüfling hat das Recht, innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe des Gesamtergebnisses der Prüfung seine vollständige Prüfungsakte beim Prüfungsamt einzusehen.

Zweiter Teil
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