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Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Niedersachsen (PVO-Lehr I)
Fortsetzung

Z w e i t e r    T e i l
Besondere Vorschriften

E r s t e r    A b s c h n i t t
Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen

§ 24
Prüfungsfächer, Fächerverbindungen

(1) 1Die Prüfung wird im Schwerpunkt

  1. Grundschule oder
  2. Hauptschule und Realschule

abgelegt. 2Der Schwerpunkt Grundschule erstreckt sich zusätzlich auf den Unterricht im 5. und 6. Schuljahrgang.

(2) Es werden folgende Fächer geprüft:

  1. Pädagogik,
  2. Psychologie,
  3. Wahlpflichtfach,
  4. Unterrichtsfächer
    a) im Schwerpunkt Grundschule
    aa) Fachwissenschaft und Fachdidaktik eines ersten und zweiten Unterrichtsfachs (Langfächer)
    oder
    bb) Fachwissenschaft und Fachdidaktik eines ersten Unterrichtsfachs (Langfach) sowie eines zweiten und dritten Unterrichtsfachs (Kurzfächer),
    b) im Schwerpunkt Hauptschule und Realschule Fachwissenschaft und Fachdidaktik eines ersten und zweiten Unterrichtsfachs (Langfächer).

Falls Politik erstes oder zweites Unterrichtsfach oder Schwerpunktbezugsfach zu Sachunterricht ist, kann das Wahlpflichtfach nur Philosophie sein.

(3) Für den Schwerpunkt Grundschule sind die Unterrichtsfächer wie folgt zu wählen: Mindestens eines der Fächer muss Deutsch oder Mathematik sein; neben einem oder beiden dieser Fächer können Englisch, Evangelische Religion, Gestaltendes Werken, Katholische Religion, Kunst, Musik, Sachunterricht, Sport oder Textiles Gestalten gewählt werden. Sachunterricht als Langfach kann nur mit Deutsch oder Mathematik als Langfach verbunden werden.

(4) 1Für den Schwerpunkt Hauptschule und Realschule sind die Unterrichtsfächer wie folgt zu wählen: Mindestens eines der beiden Fächer muss Arbeit/Wirtschaft, Deutsch, Englisch, Mathematik oder Französisch sein; wird nur eines dieser Fächer gewählt, kann daneben Biologie, Chemie, Erdkunde, Evangelische Religion, Geschichte, Gestaltendes Werken, Hauswirtschaft, Katholische Religion, Kunst, Musik, Niederländisch, Physik, Politik, Sport, Technik, Textiles Gestalten oder Werte und Normen als weiteres Fach gewählt werden. 2Abweichend von Satz 1 können zwei der Fächer Biologie, Chemie und Physik miteinander verbunden werden.

(5) Von den Absätzen 3 und 4 abweichende Fächerverbindungen können genehmigt werden, wenn besondere Gründe nachgewiesen werden.

§ 25
Prüfungsteile

Die Prüfung besteht aus:

  1. der Hausarbeit in einem der Fächer nach §24 Abs.2 Satz 1 Nrn.1, 2 und 4,
  2. je einer Arbeit unter Aufsicht im
    a) ersten und einem weiteren Unterrichtsfach (Schwerpunkt Grundschule) oder
    b) im ersten und zweiten Unterrichtsfach (Schwerpunkt Hauptschule und Realschule),
  3. je einer mündlichen Prüfung in den Fächern nach §24 Abs.2 Satz 1,
  4. der fachpraktischen Prüfung.

§ 26
Voraussetzungen für die Zulassung zu den Prüfungsteilen

1Zu den Arbeiten unter Aufsicht und den mündlichen Prüfungen ist zuzulassen, wer nachweist:

  1. die Ableistung eines Sozial- oder Betriebspraktikums von vier Wochen Dauer,
    1. die erfolgreiche Ableistung zweier Schulpraktika von insgesamt zehn Wochen Dauer
      und
    2. die Ableistung eines weiteren schulischen oder anderweitig förderlichen Praktikums von vier Wochen Dauer,
  2. die erfolgreiche Teilnahme an
    a) zwei Lehrveranstaltungen über Erstunterricht,
    b) je einer Lehrveranstaltung über die Didaktik des Erstunterrichts in Schreiben/Lesen und Mathematik (nur beim Schwerpunkt Grundschule),
    c) einer Lehrveranstaltung zu Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht,
    d) einer Lehrveranstaltung zur ästhetischen Bildung,
    e) einer Lehrveranstaltung zu fächerübergreifenden Lernfeldern,
    f) einem Projekt,
  3. die Teilnahme an einer Lehrveranstaltung zur Sprecherziehung,
  4. die bestandene fachpraktische Prüfung,
  5. die in Anlage 1 festgelegten Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfungsfächer; als Zwischenprüfung wird eine Diplomvorprüfung eines universitären oder gleichgestellten Studiengangs oder eine Zwischenprüfung für ein anderes Lehramt oder eine Zwischenprüfung in einem Magisterstudiengang im betreffenden Fach angerechnet.

2Abweichend von Satz 1 sind für die Zulassung zur Prüfung in Psychologie und im Wahlpflichtfach nur die hierfür geforderten Voraussetzungen nach Satz 1 Nr.6 nachzuweisen. 3Auf die Praktika nach Satz 1 Nrn.1 und 2 können gleichwertige Tätigkeiten angerechnet werden. Der Nachweis über die Ableistung des Sozial- oder Betriebspraktikums sowie eines Schulpraktikums ist zugleich jeweils Zulassungsvoraussetzung zur Zwischenprüfung.

§ 27
Teilprüfungen der fachpraktischen Prüfung

(1) Die fachpraktische Prüfung in Kunst (Langfach) umfasst folgende Teilprüfungen:

  1. eine Präsentation eigener, während des Studiums entstandener Arbeiten, unter denen Zeichnungen sein müssen,
  2. eine künstlerisch-praktische Aufgabe im Bereich Bildende Kunst, wählbar sind: Grafik/Druckgrafik, Malerei, Bildhauerei/Rauminstallation, Figurenspiel/Performance,
  3. eine künstlerisch-praktische Aufgabe im Bereich Visuelle Medien, wählbar sind: Fotografie, Film/Video, Elektronische Medien, Grafik-Design.

Die fachpraktische Prüfung in Kunst (Kurzfach) umfasst wahlweise die Teilprüfung nach Satz 1 Nr.2 oder 3, zu der auch während des Studiums entstandene Arbeiten präsentiert werden müssen.

(2) Die fachpraktische Prüfung in Musik (Langfach) umfasst folgende Teilprüfungen:

  1. Instrumentalspiel/Gesang einschließlich Sprechen und Stimmbildung,
  2. Ensembleleitung,
  3. angewandte Musiktheorie (Satztechniken, Komposition, Arrangement),
  4. Produktion (Improvisation, Musik und Bewegung, Apparative Musikpraxis/Multimedia).

Die fachpraktische Prüfung in Musik (Kurzfach) umfasst die Teilprüfungen nach Satz 1 Nrn. 1 bis 3. (3) Die Teilprüfungen der fachpraktischen Prüfung in Sport beziehen sich auf folgende Erfahrungs- und Lernfelder:

  1. Spielen,
  2. Laufen, Springen, Werfen,
  3. gymnastische, rhythmische und tänzerische Bewegungsgestaltung,
  4. Turnen und Bewegungskünste,
  5. Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen,
  6. Auf dem Wasser,
  7. Auf Schnee und Eis,
  8. Kämpfen.

Das Kultusministerium kann weitere Erfahrungs- und Lernfelder zulassen. Die fachpraktische Prüfung in Sport (Langfach) umfasst fünf Teilprüfungen, davon

  1. zwei Teilprüfungen nach Satz 1 Nr. 1, davon mindestens eine in "Spielen in Mannschaften", und
  2. drei Teilprüfungen in verschiedenen Erfahrungs- und Lernfeldern nach Satz 1 Nrn.2 bis 8, davon mindestens zwei nach Satz 1 Nrn. 2 bis 5.

Die fachpraktische Prüfung in Sport (Kurzfach) umfasst je eine Teilprüfung in verschiedenen Erfahrungs- und Lernfeldern nach

  1. Satz 1 Nr.1 in "Spielen in Mannschaften",
  2. Satz 1 Nrn.2 bis 4,
  3. Satz 1 Nrn.2 bis 8.

§ 28
Mündliche Prüfungen

Die mündlichen Prüfungen dauern je Prüfling

  1. in Pädagogik etwa 45 Minuten,
  2. in Psychologie und im Wahlpflichtfach je etwa 30 Minuten,
  3. im Schwerpunkt
    a) Grundschule in den Langfächern je etwa 60 Minuten und in den Kurzfächern je etwa 30 Minuten,
    b) Hauptschule und Realschule in den Langfächern je etwa 60 Minuten.

§ 29
Noten in den Prüfungsfächern, Gewichtung

(1) Das Ergebnis der jeweiligen Prüfung ergibt sich

  1. in Pädagogik, in Psychologie, im Wahlpflichtfach und in einem der Kurzfächer jeweils aus der Note der mündlichen Prüfung,
  2. in den weiteren Unterrichtsfächern aus dem rechnerischen Mittel der Noten der Arbeit unter Aufsicht und der mündlichen Prüfung;

die Note einer fachpraktischen Prüfung ist rechnerisch einzubeziehen.

(2) Für die Ermittlung der Gesamtnote werden die Noten wie folgt gewichtet:

  1. im Wahlpflichtfach einfach,
  2. in Psychologie und in den Kurzfächern jeweils zweifach,
  3. in Pädagogik und der Hausarbeit jeweils dreifach,
  4. in den Langfächern jeweils vierfach.

§ 30
Erweiterungsprüfung

(1) 1Eine Erweiterungsprüfung kann in den Unterrichtsfächern nach §24 Abs.3 und 4 abgelegt werden. 2Sie wird wie eine Prüfung in einem Unterrichtsfach durchgeführt.

Zweiter Teil, Zweiter Abschnitt
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