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Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Niedersachsen (PVO-Lehr I)
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Z w e i t e r    A b s c h n i t t
Lehramt an Gymnasien

§ 31
Prüfungsfächer, Fächerverbindungen

(1) 1Es werden folgende Fächer geprüft:

  1. Pädagogik,
  2. Psychologie,
  3. Wahlpflichtfach,
  4. Fachwissenschaft und Fachdidaktik eines ersten und zweiten Unterrichtsfachs.

2 Falls Politik erstes oder zweites Unterrichtsfach ist, kann das Wahlpflichtfach nur Philosophie sein; falls Philosophie erstes oder zweites Unterrichtsfach ist, kann es nicht Wahlpflichtfach sein.

(2) 1Mindestens eines der Unterrichtsfächer muss Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Mathematik oder Musik sein. 2Neben einem dieser Fächer kann auch Biologie, Chemie, Darstellendes Spiel, Erdkunde, Evangelische Religion, Geschichte, Griechisch, Informatik, Katholische Religion, Kunst, Niederländisch, Philosophie, Physik, Politik, Russisch, Spanisch, Sport oder Werte und Normen gewählt werden. 3Abweichend von Satz 1 können zwei der Fächer Biologie, Chemie und Physik miteinander verbunden werden. 4Abweichend von den Sätzen 1 und 2 kann Darstellendes Spiel nur mit Deutsch, Englisch oder Französisch verbunden werden; es kann auch mit Kunst oder Musik verbunden werden, wenn diese Fächer an einer künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule studiert werden.

(3) Von Absatz 2 abweichende Fächerverbindungen können genehmigt werden, wenn besondere Gründe nachgewiesen werden.

§ 32
Prüfungsteile

Die Prüfung besteht aus:

  1. der Hausarbeit im ersten oder zweiten Unterrichtsfach,
  2. den Arbeiten unter Aufsicht im ersten und zweiten Unterrichtsfach,
  3. je einer mündlichen Prüfung in den Fächern nach §31 Abs.1 Satz 1,
  4. der fachpraktischen Prüfung.

§ 33
Voraussetzungen für die Zulassung zu den Prüfungsteilen

1Zu den Arbeiten unter Aufsicht und den mündlichen Prüfungen ist zuzulassen, wer nachweist:

  1. die Ableistung eines Sozial- oder Betriebspraktikums von vier Wochen Dauer,
    1. die erfolgreiche Ableistung zweier Schulpraktika von insgesamt zehn Wochen Dauer
      und
    2. die Ableistung eines weiteren schulischen oder anderweitig förderlichen Praktikums von vier Wochen Dauer,
  2. die erfolgreiche Teilnahme an
    a) einer Lehrveranstaltung zu Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht,
    b) einer Lehrveranstaltung zur ästhetischen Bildung,
    c) einer Lehrveranstaltung zu fächerübergreifenden Lernfeldern,
    d) einem Projekt,
  3. die Teilnahme an einer Lehrveranstaltung zur Sprecherziehung,
  4. die bestandene fachpraktische Prüfung,
  5. die in Anlage 2 festgelegten Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfungsfächer; als Zwischenprüfung wird eine Diplomvorprüfung eines universitären oder gleichgestellten Studiengangs oder eine Zwischenprüfung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen oder eine Zwischenprüfung in einem Magisterstudiengang im betreffenden Fach angerechnet.

2Abweichend von Satz 1 sind für die Zulassung zur Prüfung in Psychologie und im Wahlpflichtfach nur die hierfür geforderten Voraussetzungen nach Satz 1 Nr.6 nachzuweisen. 3Auf die Praktika nach Satz 1 Nrn. 1 und 2 können gleichwertige Tätigkeiten angerechnet werden. 4Der Nachweis über die Ableistung des Sozial- oder Betriebspraktikums sowie eines Schulpraktikums ist zugleich jeweils Zulassungsvoraussetzung zur Zwischenprüfung.

§ 34
Teilprüfungen der fachpraktischen Prüfung

(1) Die fachpraktische Prüfung in Darstellendes Spiel umfasst folgende Teilprüfungen:

  1. eine Präsentation eigener, während des Studiums entstandener Arbeiten,
  2. eine künstlerisch-praktische Aufgabe im Bereich szenisches Spiel und seine Präsentationsformen, vertieft in zweien der Teilbereiche
    a) Textarbeit, insbesondere szenisches Schreiben,
    b) Spielleitung, Dramaturgie und Inszenierung,
    c) szenische Medien.

(2) Die fachpraktische Prüfung in Kunst umfasst folgende Teilprüfungen:

  1. eine Präsentation eigener, während des Studiums entstandener Arbeiten, unter denen Zeichnungen sein müssen,
  2. eine künstlerisch-praktische Aufgabe im Bereich Bildende Kunst, wählbar sind: Grafik/Druckgrafik, Malerei, Bildhauerei/Rauminstallation, Figurenspiel/Performance,
  3. eine künstlerisch-praktische Aufgabe im Bereich Visuelle Medien, wählbar sind: Fotografie, Film/Video, Elektronische Medien, Grafik-Design,
  4. eine weitere Aufgabe im Bereich der Gestaltung.

(3) Die fachpraktische Prüfung in Musik umfasst folgende Teilprüfungen:

  1. Instrumentalspiel,
  2. Gesang und Sprechen/Stimmbildung,
  3. Chorleitung,
  4. Ensembleleitung: Orchester oder Band,
  5. angewandte Musiktheorie (Satztechniken/Analyse, Komposition/Arrangement),
  6. Produktion (Improvisation, Musik und Bewegung, Apparative Musikpraxis/Multimedia).

(4) Die Teilprüfungen der fachpraktischen Prüfung in Sport beziehen sich auf folgende Erfahrungs- und Lernfelder:

  1. Spielen,
  2. Laufen, Springen, Werfen,
  3. gymnastische, rhythmische und tänzerische Bewegungsgestaltung,
  4. Turnen und Bewegungskünste,
  5. Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen,
  6. Auf dem Wasser,
  7. Auf Schnee und Eis,
  8. Kämpfen.

Das Kultusministerium kann weitere Erfahrungs- und Lernfelder zulassen.

Die fachpraktische Prüfung in Sport umfasst sechs Teilprüfungen, davon

  1. zwei Teilprüfungen nach Satz 1 Nr. 1, davon mindestens eine in "Spielen in Mannschaften",
  2. zwei Teilprüfungen nach Satz 1 Nrn. 2 bis 5,
  3. eine Teilprüfung nach Satz 1 Nrn. 2 bis 8,
  4. eine Teilprüfung nach Satz 1 Nrn. 1 bis 8.

Jede Teilprüfung nach Satz 3 Nrn.2 bis 4 muss in einem anderen Erfahrungs- und Lernfeld erbracht werden.

§ 35
Arbeiten unter Aufsicht

In den Unterrichtsfächern Biologie, Deutsch, Griechisch, Latein und Philosophie sind je zwei Arbeiten, in allen anderen Fächern ist je eine Arbeit anzufertigen.

§ 36
Mündliche Prüfungen

Die mündlichen Prüfungen dauern je Prüfling

  1. in Pädagogik, Psychologie und im Wahlpflichtfach je etwa 30 Minuten,
  2. im ersten und zweiten Unterrichtsfach je etwa 60 Minuten.

§ 37
Noten in den Prüfungsfächern, Gewichtung

(1) Das Ergebnis der jeweiligen Prüfung ergibt sich

  1. in Pädagogik, in Psychologie und im Wahlpflichtfach jeweils aus der Note der mündlichen Prüfung,
  2. in den beiden Unterrichtsfächern jeweils aus dem rechnerischen Mittel der Noten der Arbeit unter Aufsicht, der mündlichen Prüfung und der fachpraktischen Prüfung; in den Fächern, in denen zwei Arbeiten unter Aufsicht zu fertigen sind, werden beide Noten zunächst rechnerisch zu einer Note zusammengefasst.

(2) Für die Ermittlung der Gesamtnote werden die Noten wie folgt gewichtet:

  1. in Psychologie und im Wahlpflichtfach jeweils einfach,
  2. in Pädagogik zweifach,
  3. in der Hausarbeit dreifach,
  4. in den Unterrichtsfächern jeweils vierfach.

§ 38
Erweiterungsprüfung

1Eine Erweiterungsprüfung kann in den Unterrichtsfächern nach §31 Abs.2 und in den Unterrichtsfächern Arbeit/Wirtschaft, Hebräisch, Italienisch, Pädagogik, Psychologie, Rechtskunde, Technik und Wirtschaftslehre abgelegt werden. 2Sie wird wie eine Prüfung in einem Unterrichtsfach durchgeführt. In den Fächern nach §35 Halbsatz 1 wird nur eine Arbeit unter Aufsicht gefordert. 3Für die Erweiterungsprüfung in den Fächern Arbeit/Wirtschaft und Technik gelten die Vorschriften der Anlage 1.

§ 39
Vorschriften für die Weiterbildung

(1) Wer die Erste und die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen im Land Niedersachsen oder vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannte Prüfungen bestanden hat, legt die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien nur in den Unterrichtsfächern ab. Sie besteht aus den Prüfungsteilen Hausarbeit, Arbeiten unter Aufsicht und mündliche Prüfungen sowie der fachpraktischen Prüfung.

(2) Spätestens fünf Jahre nach Abschluss der Prüfung im ersten Fach muss sich der Prüfling zur Prüfung im zweiten Fach melden. Wird die Frist nicht eingehalten, ist die gesamte Prüfung nicht bestanden.

(3) Bei der Feststellung des Gesamtergebnisses der Prüfung werden aus der abgelegten Ersten Staatsprüfung die allgemeinen Fächer angerechnet; die Noten werden übernommen.

Zweiter Teil, Dritter Abschnitt
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