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Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Niedersachsen (PVO-Lehr I)
Fortsetzung

D r i t t e r    A b s c h n i t t
Lehramt für Sonderpädagogik

§ 40
Prüfungsfächer, Fächerverbindungen

(1) Es werden folgende Fächer geprüft:

  1. Pädagogik bei sonderpädagogischem Förderbedarf,
  2. Psychologie bei sonderpädagogischem Förderbedarf,
  3. erste und zweite sonderpädagogische Fachrichtung,
  4. Fachwissenschaft und Fachdidaktik in einem Langfach oder in zwei Kurzfächern.

(2) Sonderpädagogische Fachrichtungen können sein: Pädagogik bei Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung, Pädagogik bei körperlichen Beeinträchtigungen, Pädagogik bei Beeinträchtigungen des schulischen Lernens, Pädagogik bei Beeinträchtigungen der Sprache und des Sprechens oder Pädagogik bei Beeinträchtigungen des Verhaltens.

(3) Unterrichtsfächer können sein: Arbeit/Wirtschaft, Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Erdkunde, Evangelische Religion, Geschichte, Gestaltendes Werken, Hauswirtschaft, Katholische Religion, Kunst, Mathematik, Musik, Physik, Politik, Sachunterricht, Sport, Technik, Textiles Gestalten oder Werte und Normen.

(4) Werden als sonderpädagogische Fachrichtungen Pädagogik bei Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung und Pädagogik bei Beeinträchtigungen der Sprache und des Sprechens gewählt, kann Englisch nicht Unterrichtsfach sein.

§ 41
Prüfungsteile

Die Prüfung besteht aus:

  1. der Hausarbeit in einem der Fächer nach § 40 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3,
  2. je einer Arbeit unter Aufsicht in einer sonderpädagogischen Fachrichtung und im Langfach oder in einem der beiden Kurzfächer,
  3. je einer mündlichen Prüfung in den Fächern nach § 40 Abs. 1,
  4. der fachpraktischen Prüfung; § 27 gilt entsprechend.

§ 42
Voraussetzungen für die Zulassung zu den Prüfungsteilen

(1) Zur Arbeit unter Aufsicht im Langfach oder in einem der beiden Kurzfächer und zur mündlichen Prüfung im Langfach oder in beiden Kurzfächern ist zuzulassen, wer nachweist:

  1. die in Anlage 1 festgelegten Zulassungsvoraussetzungen für das jeweilige Unterrichtsfach,
  2. die bestandene fachpraktische Prüfung.

(2) Zur Arbeit unter Aufsicht in einer sonderpädagogischen Fachrichtung und zu den mündlichen Prüfungen in Pädagogik bei sonderpädagogischem Förderbedarf, in Psychologie bei sonderpädagogischem Förderbedarf und in den sonderpädagogischen Fachrichtungen ist zuzulassen, wer nachweist:

  1. die Ableistung eines
    a) sonderpädagogischen Sozialpraktikums von vier Wochen Dauer,
    b) förderdiagnostischen Praktikums von vier Wochen Dauer einschließlich der Erstellung eines sonderpädagogischen Beratungsgutachtens,
  2. die erfolgreiche Ableistung zweier sonderpädagogischer Schulpraktika unter angemessener Berücksichtigung der gewählten sonderpädagogischen Fachrichtungen und des gewählten Unterrichtsfachs oder der gewählten Unterrichtsfächer von insgesamt acht bis zehn Wochen Dauer,
  3. die erfolgreiche Teilnahme an
    a) je einer Lehrveranstaltung in Pädagogik und Psychologie oder Philosophie oder Soziologie oder Wissenschaft von der Politik,
    b) je einer Lehrveranstaltung zur Didaktik des sonderpädagogischen Erstunterrichts in Schreiben/Lesen und Mathematik,
    c) einer Lehrveranstaltung zur Neuropsychologie/Rehabilitationsmedizin,
    d) einer Lehrveranstaltung zur Psychomotorik, Musik, Rhythmik oder zu Kunst/Gestaltendes Werken unter Berücksichtigung sonderpädagogischer Aspekte; ist Pädagogik bei körperlichen Beeinträchtigungen eine der gewählten sonderpädagogischen Fachrichtungen, so ist dieser Nachweis in einer Lehrveranstaltung zur Psychomotorik zu erbringen,
    e) einer Lehrveranstaltung zu Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht,
    f) einer Lehrveranstaltung zu fächerübergreifenden Lernfeldern,
    g) einem Projekt,
  4. die Teilnahme an einer Lehrveranstaltung zur Sprecherziehung,
  5. die in der Anlage 3 festgelegten Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfungsfächer; davon sind drei Nachweise der erfolgreichen Teilnahme an Lehrveranstaltungen des Zweiten und Dritten Teils im Grundlagenbereich zu erbringen; als Zwischenprüfung wird eine Diplomvorprüfung eines universitären oder gleichgestellten Studiengangs oder eine Zwischenprüfung für ein anderes Lehramt oder eine Zwischenprüfung in einem Magisterstudiengang im betreffenden Fach angerechnet.

Auf die Praktika nach Satz 1 Nrn.1 und 2 können gleichwertige Tätigkeiten angerechnet werden. Der Nachweis über die Ableistung des sonderpädagogischen Sozialpraktikums, eines sonderpädagogischen Schulpraktikums sowie der Lehrveranstaltungen nach Satz 1 Nr.3 Buchst. a ist zugleich jeweils Zulassungsvoraussetzung zur Zwischenprüfung.

§ 43
Mündliche Prüfungen

Die mündlichen Prüfungen dauern je Prüfling

  1. in Pädagogik bei sonderpädagogischem Förderbedarf und in Psychologie bei sonderpädagogischem Förderbedarf je etwa 30 Minuten,
  2. in den sonderpädagogischen Fachrichtungen je etwa 40 Minuten,
  3. im Langfach etwa 60 Minuten, in den Kurzfächern je etwa 30 Minuten.

§ 44
Noten in den Prüfungsfächern, Gewichtung

(1) Das Ergebnis der jeweiligen Prüfung ergibt sich

  1. in Pädagogik bei sonderpädagogischem Förderbedarf, in Psychologie bei sonderpädagogischem Förderbedarf, in einer sonderpädagogischen Fachrichtung und in einem der beiden Kurzfächer jeweils aus der Note der mündlichen Prüfung,
  2. in der anderen sonderpädagogischen Fachrichtung und im Langfach oder in einem der Kurzfächer aus dem rechnerischen Mittel der Noten der Arbeit unter Aufsicht und der mündlichen Prüfung;

die Note einer fachpraktischen Prüfung ist rechnerisch einzubeziehen.

(2) Für die Ermittlung der Gesamtnote werden die Noten wie folgt gewichtet:

  1. in Pädagogik bei sonderpädagogischem Förderbedarf, in Psychologie bei sonderpädagogischem Förderbedarf und in den Kurzfächern jeweils zweifach,
  2. in den sonderpädagogischen Fachrichtungen und der Hausarbeit jeweils dreifach,
  3. im Langfach vierfach.

§ 45
Erweiterungsprüfung

(1) Eine Erweiterungsprüfung kann in den sonderpädagogischen Fachrichtungen nach §40 Abs.2 sowie in den Unterrichtsfächern nach §40 Abs.3 abgelegt werden. Sie wird wie eine Prüfung in einer sonderpädagogischen Fachrichtung oder wie eine Prüfung im Unterrichtsfach durchgeführt.

(2) Praktika nach §42 Abs.2 Satz 1 Nrn.1 und 2 werden nicht gefordert.


Vorschriften für die Weiterbildung
§ 46

(1) Wer die Erste und die Zweite Staatsprüfung für ein Lehramt an allgemein bildenden Schulen im Land Niedersachsen oder vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannte Prüfungen bestanden hat, legt die Erste Staatsprüfung für das Lehramt für Sonderpädagogik nur in den Fächern Pädagogik bei sonderpädagogischem Förderbedarf, Psychologie bei sonderpädagogischem Förderbedarf und den beiden sonderpädagogischen Fachrichtungen ab. Sie besteht aus den Prüfungsteilen Hausarbeit, Arbeit unter Aufsicht und mündliche Prüfungen.

(2) Es wird nur ein sonderpädagogisches Schulpraktikum nach §42 Abs.2 Satz 1 Nr.2 gefordert.

(3) Spätestens sechs Jahre nach Abschluss der Prüfung im ersten Fach muss sich der Prüfling zur Prüfung im letzten Fach melden. Wird die Frist nicht eingehalten, so ist die gesamte Prüfung nicht bestanden.

(4) Bei der Feststellung des Gesamtergebnisses der Prüfung wird aus der abgelegten Ersten Staatsprüfung eines der Fächer als Langfach oder zwei Fächer als Kurzfächer angerechnet; die Noten werden übernommen.

Zweiter Teil, Vierter Abschnitt
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