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Schule und Recht
in Niedersachsen |
Gesetze, Verordnungen, Erlasse und Kommentare
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Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im
Land Niedersachsen (PVO-Lehr I)
Anlage
1
(siehe
Durchführungsbestimmungen)
Lehramt
an Grund-, Haupt- und Realschulen
E r s t e r T e i l
Allgemeine
Bestimmungen
- Allgemeine inhaltliche Prüfungsanforderungen im jeweiligen Fach
- Beherrschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift sowie
Fertigkeiten in der Gestaltung von Texten,
- Kenntnisse der Grundzüge und Struktur des Fachs,
- Kenntnisse grundlegender Begriffe, Modelle und Theorien des
Fachs,
- Kenntnis grundlegender wissenschaftlicher Methoden und
Arbeitsverfahren sowie deren Leistungsfähigkeit und Grenzen,
- Fähigkeit, Theorien, Modelle, Begriffe und Methoden des
Fachs bei der Lösung schulrelevanter Probleme sachgerecht anzuwenden,
- Fähigkeit zur fächerübergreifenden
Problemlösung durch sachgerechte Einbeziehung von Aussagen benachbarter
Wissenschaften.
- Inhaltliche Prüfungsanforderungen in der Didaktik des jeweiligen
Unterrichtsfachs unter Berücksichtigung des gewählten Schwerpunkts
- Kenntnisse des Selbstverständnisses des Unterrichtsfachs und
seiner Zielsetzungen sowie seines historischen Werdegangs,
- Kenntnisse von wesentlichen fachbezogenen Vorstellungen und
Interessen der Schülerinnen und Schüler,
- Kenntnisse fachdidaktischer Konzeptionen und Modelle,
- Kenntnisse grundlegender fachbezogener Unterrichtsformen und
-verfahren sowie wichtiger Medien einschließlich neuer Technologien,
- Kenntnisse fachbezogener Methoden der Lerndiagnose und
Leistungsbewertung,
- Kenntnisse sonderpädagogischer Aspekte des
Fachunterrichts,
- Fähigkeit, fachliche Inhalte auf individuelle, soziale und
umweltliche Probleme in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler
zu beziehen sowie ihre Bedeutung einzuschätzen und sie danach für den
Unterricht auszuwählen, schülergemäß zu elementarisieren
und zu strukturieren,
- Fähigkeit, fächerübergreifende Aspekte in den
Fachunterricht einzubeziehen,
- Kenntnisse und Fähigkeiten in den mit dem Fach verbundenen
ethischen Fragen,
- Fähigkeit, Unterrichtskonzepte zu ausgewählten
fachlichen Bereichen zu entwickeln und den Fachunterricht pädagogisch und
fachlich angemessen zu planen,
- vertiefte Kenntnisse in mindestens einem Teilbereich der
Fachdidaktik.
Die Anforderungen der Kenntnisse und Fähigkeiten nach den Nummern 1
und 2 orientieren sich am Studienumfang des jeweiligen Fachs.
Z w e i t e r T e i l
Pädagogik
und Psychologie
1. Zulassungsvoraussetzungen
a) Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an je einer Lehrveranstaltung
unter Berücksichtigung des gewählten Schwerpunkts zu den Bereichen
- Allgemeine Pädagogik oder Schulpädagogik,
- Allgemeine Psychologie,
- zugleich jeweils als Zulassungsvoraussetzung für die
Zwischenprüfung;
b) Nachweis der bestandenen Zwischenprüfung in Allgemeiner
Pädagogik oder Schulpädagogik und in Allgemeiner Psychologie;
c) Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an je einer
- Lehrveranstaltung zu dem nach Buchstabe a nicht gewählten
Bereich,
- interdisziplinären Lehrveranstaltung zur Pädagogik und
einer ihrer Bezugswissenschaften Philosophie, Psychologie, Soziologie und
Wissenschaft von der Politik
oder
- Lehrveranstaltung zu verschiedenen Bereichen der Pädagogik,
- Lehrveranstaltung zur Psychologie für pädagogische
Handlungsfelder.
2. Inhaltliche Prüfungsanforderungen
- a) Allgemeine Pädagogik
- Kenntnisse über
- Prinzipien pädagogischen Denkens und Handelns, insbesondere
Bildsamkeit und Selbsttätigkeit,
- Theorien der Erziehung und Bildung, insbesondere:
Grunddimensionen menschlicher Bildung, intentionale und funktionale
Erziehungstheorien, formale und materiale Bildungstheorien, Theorie der
nichtaffirmativen Bildung und Erziehung, Probleme der Indoktrination,
Bildungsprozesse,
- gesellschaftliche Bedingungen gegenwärtiger Kindheit und
Jugend, insbesondere: gesellschaftlicher, ökonomischer und familialer
Wandel, Individualisierung und Pluralisierung, Auswirkungen der Krise der
Erwerbsgesellschaft, Einfluss der Medien einschließlich neuer
Technologien (Medienpädagogik);
- b) Schulpädagogik
- Kenntnisse über
- Allgemeine Didaktik, insbesondere: Lehr- und Lernforschung,
Lehrplanentwicklung, Grundlegung von Allgemeinbildung, pädagogische
Verantwortung und Entscheidungsfreiräume der Lehrkräfte bei der
Auswahl von Lerninhalten,
- konstitutive Elemente der Gestaltung von Schule,
Schulentwicklung, insbesondere: Schule als Institution, Schulsysteme,
gesellschaftliche Erwartungen und pädagogische Aufgaben, Schulleben,
- konstitutive Elemente der Gestaltung von Unterricht,
insbesondere: Unterrichtsformen, Einsatz von Medien, Differenzierung und
Individualisierung von Lernprozessen, Zusammenhänge von Lernerfolg und
Selbstachtung, Leistungsbeurteilung, pädagogische Beratung, Beratung im
Zusammenhang der Beurteilung;
- c) Sozialpädagogik, Sonderpädagogik, interdisziplinäre
Bezüge
- Kenntnisse über
- Lernen und Leben in heterogenen Gruppen, insbesondere mit
Mädchen und Jungen, Inländern und Ausländern, Nichtbehinderten
und Behinderten, Leistungsstarken und Leistungsschwachen,
- konstitutive Elemente sozialpädagogischer Institutionen
für Kinder und Jugendliche, insbesondere: Praxis, Theorie und
Selbstverständnis einschließlich rechtlicher Bedingungen, sozial-
und sonderpädagogische Analyseverfahren und Handlungskonzepte, bezogen auf
Erziehung, Bildung, Beratung und Betreuung in und mit der Schule,
- Bildungspolitik als Teil der Gesamtpolitik, insbesondere:
Organisation und Durchlässigkeit des Bildungswesens,
Verteilungsgerechtigkeit bei der Teilhabe an Bildung und Kultur
(Bildungssoziologie), Bildung in Europa;
- d) Psychologie
- Kenntnisse und Fähigkeiten in pädagogischen
Handlungsfeldern
- Erscheinungsformen, Aufgaben und Probleme von Erziehung,
Unterricht und Beratung sowie deren Interpretation, adressatengerechte
Darstellung und Kommentierung,
- besondere Bedingungen der Schülerinnen und Schüler
nichtdeutscher Muttersprache/Herkunftssprache,
- Planung und Auswertung von Interaktionen,
- Reflexion der eigenen Rolle in pädagogischen Prozessen,
- vertiefte Kenntnisse in zweien der folgenden Bereiche:
- Allgemeine Psychologie, insbesondere Lernpsychologie,
- Entwicklungspsychologie,
- Sozialpsychologie,
- Differenzielle Psychologie,
- Klinische Psychologie, insbesondere Prävention und
Intervention bei Lern-, Sprach- und Verhaltensstörungen sowie
Gesundheitsförderung.
Wahlpflichtfächer Philosophie, Soziologie, Wissenschaft von der
Politik
1. Zulassungsvoraussetzungen
Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einer Lehrveranstaltung zu einem
Teilbereich der unter Nummer 2 aufgeführten Bereiche des jeweiligen
Wahlpflichtfachs.
2. Inhaltliche Prüfungsanforderungen
Kenntnisse in je einem Teilbereich der Bereiche nach den Buchstaben a
bis d im jeweiligen Wahlpflichtfach.
Philosophie
a) Praktische Philosophie
- Moral und Recht, ethisches Argumentieren,
- Solidarität und soziale Verantwortung,
- Interkulturalität und Fremdverstehen (Toleranz, Akzeptanz);
b) Kultur und Erziehung
- Philosophie der Erziehung,
- Philosophie der Kultur,
- Philosophie der Kunst (Ästhetik);
- c) Technik und Kommunikation
- Philosophische Aspekte der
- Medienwelt,
- Kommunikationstechnologie,
- Wechselwirkung von Mensch, Natur und Technik
(Ökologie);
d) Theoretische Philosophie
- Logik,
- Wissenschaftstheorie,
- Sprachphilosophie.
Soziologie
a) Allgemeine Soziologie
- Grundbegriffe der Soziologie und deren Stellenwert in klassischen
Texten der Soziologie,
- Auseinandersetzung mit ausgewählten theoretischen Traditionen
der Soziologie,
- Grundlagen der empirischen Sozialforschung;
b) Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalysen
- Analysen sozialer Schichtung,
- Dimensionen der Ungleichheit im Geschlechterverhältnis,
- ethnische und religiöse Minderheiten im gesellschaftlichen
Kontext,
- zeithistorische Diagnosen gesellschaftlicher Entwicklung;
c) Familien- und Jugendsoziologie
- Familienstrukturen in historischer Perspektive,
- Arbeitsteilung in der Familie, Machtstrukturen und
Geschlechterverhältnis,
- Modernisierungsprozesse und Familienentwicklung,
- Altersrollen im Wandel;
d) Bildungssoziologie einschließlich Sozialisationsforschung
- institutionelle und organisatorische Bedingungen pädagogischen
Handelns,
- Interaktion und Kommunikation in Bildungsinstitutionen,
- Familienstruktur, Beziehungserfahrungen und
Persönlichkeitsentwicklung,
- soziale Ungleichheit und Bildungschancen.
Wissenschaft von der Politik
a) Politikwissenschaftliche Theorien und Methoden
- Grundlagen der Wissenschaft von der Politik,
- Theorieansätze,
- Methodenprobleme,
- Ideengeschichte,
- Demokratietheorien,
- Menschen- und Grundrechte;
b) Politische Systeme
- freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik
Deutschland,
- Regierungssysteme im internationalen Vergleich;
c) Frieden und internationale Beziehungen
- Europäische Union,
- Vereinte Nationen,
- Weltwirtschaft,
- Nord-Süd-Beziehungen,
- globale Umweltpolitik,
- internationale Krisenherde,
- Migration;
d) Politikfelder
- Bildungssystem und politische Sozialisation in der Bundesrepublik
Deutschland,
- vergleichende Bildungspolitik,
- Kommunalpolitik,
- Wirtschaftspolitik,
- interkulturelle Begegnung,
- Medienpolitik.
Dritter Teil

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