Schule und Recht in Niedersachsen
Gesetze, Verordnungen, Erlasse und Kommentare
Schure.de - Schule und Recht

Einstellung von Lehrkräften an öffentlichen berufsbildenden Schulen in Niedersachsen
RdErl. d. MK v. 29.7.2011 - 15-84011-To-03/11 (SVBl. 8/2011 S.271) - VORIS 22410 -
Bezug: RdErl. d. MK v. 12.5.2011 (SVBl. S.186) - VORIS 22410 -

Seit dem 1.1.2011 sind die berufsbildenden Schulen (Regionale Kompetenzzentren) vollbudgetiert und haben eigene Stellenpläne. Die berufsbildenden Schulen entscheiden eigenverantwortlich unter Einhaltung der Stellenpläne und Beachtung der haushaltsrechlichen Vorgaben zur Verwendung des Budgets über die zur Deckung des fachrichtungs- und fächerspezifischen Bedarfs notwendigen Stellenausschreibungen, um für die Qualitätsentwicklung an der Schule Sorge zu tragen. Dabei sind grundsätzlich auch die Ausgleichsmöglichkeiten von Abordnungen und Versetzungen zu berücksichtigen.

Die Durchführung des Einstellungsverfahrens für alle berufsbildenden Schulen erfolgt über ein elektronisches Einstellungsverfahren (EIS). Für die Bewerberinnen und Bewerber bedeutet dies, dass sie sich über das Einstellungs- und Informationsportal EIS-Online-BBS (https://eis-online-bbs.niedersachsen.de) über Stellenausschreibungen informieren und online bewerben können. Die Kommunikation zwischen den Schulen und der Niedersächsischen Landesschulbehörde (NLSchB) erfolgt über das Schul-Portal Niedersachsen für allgemein bildende und berufsbildende Schulen (https://stabil.niedersachsen.de).

1. Stellenausschreibungen

Für jede Stelle gibt es nur eine Ausschreibung. Stellenumwidmungen sind nicht zulässig. Wenn keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber für eine Stelle gefunden werden, so ist diese Stellenausschreibung zu löschen und neu auszuschreiben.

Bei Einstellungen von Lehrkräften an öffentlichen berufsbildenden Schulen sind die nachfolgenden Ausführungen zu beachten:

1.1 Veröffentlichung der Stellenausschreibungen

Alle berufsbildenden Schulen müssen ihre Stellenausschreibungen über das Schul-Portal Niedersachsen (https://stabil.niedersachsen.de) vornehmen. Dort werden die Ausschreibungen vor Veröffentlichung durch die Niedersächsische Landesschulbehörde formal geprüft und zur Veröffentlichung im Bewerberportal EIS-Online-BBS (https://eis-online-bbs.niedersachsen.de) freigegeben. Ein Link auf das Bewerberportal ist auf der Homepage des Niedersächsischen Kultusministeriums eingerichtet.

1.2 Termine und Fristen für die Stellenausschreibungen

Es gibt keine festen Einstellungstermine. Stellenausschreibungen können unter Beachtung der nachstehend genannten Fristen zu jeder Zeit erfolgen:

Grundsätzlich gilt, dass Ausschreibungen zwei Wochen vor dem offiziellen Ausschreibungsbeginn durch die jeweiligen Schulen im Schul-Portal Niedersachsen eingegeben werden müssen. Innerhalb dieser Zweiwochenfrist erfolgt die Prüfung und Freigabe durch die Niedersächsische Landesschulbehörde. Die Bewerbungsfrist beginnt mit dem offiziellen Ausschreibungsbeginn und endet nach einem Zeitraum von vier Wochen. Stellenausschreibungen für das laufende Kalenderjahr müssen spätestens zum 1.10. eingetragen werden. Stellenausschreibungen für das Folgejahr können frühestens ab dem 1.11. des laufenden Jahres eingestellt werden. In der Zeit vom 24.12. bis 31.12. sind keine Bewerbungen für die Einstellungen in den Schuldienst an berufsbildenden Schulen in das Einstellungs- und Informationsportal EIS-Online-BBS möglich.

2. Bewerbungs- und Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren beginnt nach dem festgelegten Bewerbungsschluss. Einzelheiten dazu regelt der Erlass für „Einstellung von Lehrkräften an allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen; Auswahlverfahren” – Az: 15-84002 vom 12.5.2011. Das Auswahlverfahren endet, wenn die NLSchB die Stelle, für die eine Bewerberin oder ein Bewerber ausgewählt wurde, als besetzt markiert.

3. Einstellung

Bei Vorliegen der beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfolgt die Einstellung im Beamtenverhältnis auf Probe. Ansonsten erfolgt eine Einstellung als tarifbeschäftigte Lehrkraft.

Gemäß § 10 Abs. 1 Niedersächsisches Gleichberechtigungsgesetz sind bei der Einstellung Unterrepräsentanzen abzubauen. Das an der jeweiligen Schule unterrepräsentierte Geschlecht im Eingangsamt wird daher besonders aufgefordert, sich zu bewerben.

In den niedersächsischen Schuldienst an berufsbildenden Schulen können verschiedene Gruppen von Lehrkräften eingestellt werden.

Für den Theorieunterricht sind dies Lehrkräfte, die nach § 6 in Verbindung mit § 7 der Niedersächsischen Verordnung über die Laufbahn der Laufbahngruppe 2 der Fachrichtung Bildung (NLVO-Bildung) die Befähigung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen erlangen.

Auf Stellenausschreibungen für das laufende Kalenderjahr können sich auch Referendarinnen und Referendare bewerben und eingestellt werden, die den Vorbereitungsdienst bis spätestens 31.10. beendet haben.

Grundsätzlich werden Stellen für Theorielehrkräfte mit einer beruflichen Fachrichtung und ggf. mit einem allgemeinen Unterrichtsfach / Ausbildungsschwerpunkt ausgeschrieben.

Kann bei einer Stelle das zwingend erforderliche Unterrichtsfach voraussichtlich nicht mit einer Bewerberin oder einem Bewerber mit der Lehrbefähigung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen besetzt werden, dann kann die Stelle auch mit einem Fach für Bewerberinnen und Bewerber, die die Lehrbefähigung für das Lehramt an Gymnasien gemäß § 6 in Verbindung mit § 7 NLVO-Bildung erworben haben, ausgeschrieben werden.

Vorrangig auswählbar sind Bewerberinnen und Bewerber mit der Lehrbefähigung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen (nach § 6 in Verbindung mit § 7 NLVO-Bildung). Bei Ausschreibungen in Fachrichtungen oder Unterrichtsfächern, in denen nicht genügend Bewerberinnen und Bewerber für das Lehramt an berufsbildenden Schulen zur Verfügung stehen, werden nachrangig Einstellungsmöglichkeiten für Lehrbefähigte gemäß § 8 NLVO-Bildung zugelassen. Diese Lehrkräfte, ohne eine für eine Unterrichtstätigkeit in Niedersachsen vorgesehene Lehramtsausbildung (Quereinstieg), können bei Vorliegen der in § 8 NLVO-Bildung genannten Voraussetzungen im Beamtenverhältnis eingestellt werden. Lehrkräfte, die nach § 8 NLVO-Bildung keine Lehrbefähigung wegen fehlender Berufstätigkeit erlangen, können zunächst als tarifbeschäftigte Lehrkräfte eingestellt werden. Wenn der Nachweis über eine mindestens vierjährige berufliche Tätigkeit (gemäß § 8, Abs. 2 NLVO-Bildung) erbracht ist, können auch diese Personen in das Beamtenverhältnis übernommen werden.

Im Falle eines deutlich negativ vom durchschnittlich landesweit erreichbaren Versorgungsgrad abweichenden Wertes im Fach Religion sind die Schulen gehalten, die Fachversorgung in Religion auf diesen durchschnittlich landesweit erreichbaren Wert anzuheben. Gelingt dies innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren nicht, wird generell im Rahmen der profilgebenden Hinweise der Eintrag „bevorzugt Religion” gesetzt. Die Abweichung gilt als deutlich, wenn der schulische Wert mehr als fünf Prozentpunkte unter dem durchschnittlich landesweit erreichbaren Versorgungsgrad liegt. Die Feststellung wird getroffen auf der Basis der Jahresstatistik zum 15.11. des Vorjahres.

Bei Stellenausschreibungen mit der Fakultas Religion wird von den Bewerberinnen und Bewerbern erwartet, dass sie mindestens 50 % ihrer Lehrtätigkeit in dem Fach Religion unterrichten.

Für den Fachpraxisunterricht werden Lehrkräfte eingestellt, die die Lehrbefähigung gemäß § 9 NLVO-Bildung erlangt haben. Diese Stellenausschreibungen müssen immer die Angabe einer beruflichen Fachrichtung enthalten.

Seefahrtoberlehrerinnen und Seefahrtoberlehrer erwerben die Lehrbefähigung gemäß § 10 NLVO-Bildung.

4. Dieser Runderlass tritt am 1.8.2011 in Kraft.

Zum Seitenanfang

Schule und Recht in Niedersachsen (www.schure.de)