Schule und Recht in Niedersachsen

Gesetze, Verordnungen, Erlasse und Kommentare

Schure.de - Schule und Recht
Startseite --- Berufsbildenes Schulwesen - Übersicht --- Verordnung über berufsbildende Schulen (BbS-VO)

Verordnung über berufsbildende Schulen (BbS-VO)
Vom 10. Juni 2009 (Nds.GVBl. Nr.14/2009 S.243), geändert durch Art.1 der VO v. 5.10.2011 (Nds.GVBl. Nr.23/2011 S.335) und vom 23.6.2014 (Nds.GVBl. Nr.12/2014 S.171) - VORIS 22410 -

Aufgrund des § 11 Abs. 9 in Verbindung mit § 19 Satz 6, des § 28 Abs. 1 Satz 3 und des § 60 Abs. 1 Nrn. 1, 2 und 6, Abs. 2 bis 4 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) in der Fassung vom 3.März 1998 (Nds.GVBl. S.137), zuletzt geändert durch Artikel 16 des Gesetzes vom 25.März 2009 (Nds.GVBl. S.72), wird verordnet:

Inhaltsübersicht

Erster Teil
Allgemeine Vorschriften

Erster Abschnitt
Allgemeines

§   1 Geltungsbereich

Zweiter Abschnitt
Aufnahmeverfahren

§   2 Anmeldung
§   3 Festsetzung derA ufnahmekapazität
§   4 Auswahlverfahren

Dritter Abschnitt
Versetzung

§   5 Voraussetzungen der Versetzung
§   6 Nichtversetzung

Vierter Abschnitt
Abschlussprüfung

§   7 Prüfungsausschuss
§   8 Termin der Abschlussprüfung
§   9 Teilnahme an der Abschlussprüfung
§ 10 Schriftliche Prüfung
§ 11 Praktische Prüfung
§ 12 Mündliche Prüfung
§ 13 Kombinierte Prüfung
§ 14 Projektarbeit
§ 15 Versäumnis
§ 16 Täuschungsversuch
§ 17 Störungen
§ 18 Prüfungsniederschriften
§ 19 Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler
§ 20 Prüfung für Fernlehrgangsteilnehmerinnen und Fernlehrgangsteilnehmer
§ 21 Prüfung für Schülerinnen und Schüler der Schulen des Bundes

Fünfter Abschnitt
Leistungsbewertung und Abschlüsse

§ 22 Leistungsbewertung, Zeugnis
§ 23 Abschlüsse
§ 24 Wiederholung der Abschlussklasse
§ 25 Erwerb des Hauptschulabschlusses
§ 26 Erwerb des Sekundarabschlusses I - Hauptschulabschluss
§ 27 Erwerb des Sekundarabschlusses I - Realschulabschluss
§ 28 Erwerb des Erweiterten Sekundarabschlusses I
§ 29 Erwerb der Fachhochschulreife
§ 30 Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife
§ 31 Erwerb der allgemeinen Hochschulreife
§ 32 Zertifizierung von besonderen Leistungen

Zweiter Teil
Besondere Vorschriften

§ 33 Besondere Vorschriften für einzelne Bildungsgänge

Dritter Teil
Übergangs- und Schlussvorschriften

§ 34 Zeitlich begrenzt geltende Vorschriften
§ 35 Übergangsvorschriften
§ 38 In-Kraft-Treten


Anlage 1 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Berufsschule

§ 1 Berufsschulabschluss
§ 2 Prüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife


Anlage 2 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Berufseinstiegsklasse

§ 1 Fachrichtungen der Berufseinstiegsklasse
§ 2 Aufnahme in die Berufseinstiegsklasse
§ 3 Abschlussprüfung in der Berufseinstiegsklasse
§ 4 Bescheinigung des Hauptschulabschlusses


Anlage 3 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Berufsfachschule

§ 1 Fachrichtungen
§ 2 Aufnahmevoraussetzungen und Unterrichtsorganisation
§ 3 Abschlussprüfung in der einjährigen Berufsfachschule
§ 4 Wiederholung der einjährigen Berufsfachschule
§ 5 Abschlussprüfung in der zweijährigen Berufsfachschule


Anlage 4 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für die berufsqualifizierende Berufsfachschule

§ 1 Fachrichtungen
§ 2 Dauer und Gliederung der Ausbildung
§ 3 Aufnahmevoraussetzungen
§ 4 Versetzung in der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent -
§ 5 Abweichende Besetzung von Prüfungsausschüssen
§ 6 Abschlussprüfung an der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent -
§ 7 Schriftliche Prüfung
§ 8 Praktische Prüfung
§ 9 Kombinierte Prüfung
§ 10 Projektarbeit
§ 11 Mündliche Prüfung
§ 12 Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler
§ 13 Abweichende Voraussetzungen des erfolgreichen Besuchs von bestimmten Bildungsgängen
§ 14 Wiederholung der Abschlussprüfung an der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent -
§ 15 Zusatzprüfung zum Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife
§ 16 Führen von Berufsbezeichnungen


Anlage 5 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Fachoberschule

§ 1 Fachrichtungen
§ 2 Dauer und Gliederung der Ausbildung
§ 3 Aufnahmevoraussetzungen
§ 4 Versetzung in die Klasse 12
§ 5 Schriftliche Prüfung


Anlage 6 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Berufsoberschule

§ 1 Fachrichtungen
§ 2 Dauer und Gliederung der Ausbildung
§ 3 Aufnahmevoraussetzungen
§ 4 Schriftliche Prüfung
§ 5 Ergänzungsprüfung zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife


Anlage 7 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für das Fachgymnasium

§ 1 Fachrichtungen und Gliederung des Ausbildungsganges
§ 2 Aufnahmevoraussetzungen
§ 3 Dauer der Ausbildung
§ 4 Versetzung
§ 5 Organisation des Unterrichts und Belegungsverpflichtung
§ 6 Leistungsbewertung in der Qualifikationsphase, Studienbuch
§ 7 Prüfungsfächer
§ 7 Freiwilliges Zurücktreten
§ 9 Sonderregelungen


Anlage 8 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Fachschule

§ 1 Fachrichtungen
§ 2 Dauer und Gliederung der Ausbildung
§ 3 Aufnahmevoraussetzungen
§ 4 Schriftliche Prüfung
§ 5 Praktische Prüfung
§ 6 Besonderer Abschluss nach Klasse 1 der zweijährigen Fachschule
§ 7 Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler
§ 8 Führen von Berufsbezeichnungen
§ 9 Bescheinigung der Fachhochschulreife


Anlage 9 zu § 33
Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Fachschule Seefahrt

§ 1 Fachrichtungen und Dauer der Ausbildung
§ 2 Aufnahmevoraussetzungen
§ 3 Versetzung
§ 4 Anwesenheit weiterer Personen bei der Abschlussprüfung
§ 5 Teilnahme an der Abschlussprüfung
§ 6 Schriftliche Prüfung
§ 7 Kombinierte Prüfung
§ 8 Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler
§ 9 Sonderbestimmungen zur Leistungsbewertung
§ 10 Abschluss
§ 11 Wiederholung
§ 12 Berechtigungen
§ 13 Bescheinigung der Fachhochschulreife

Erster Teil
Allgemeine Vorschriften

Erster Abschnitt
Allgemeines

§ 1
Geltungsbereich

(1) Diese Verordnung gilt für alle öffentlichen berufsbildenden Schulen einschließlich der Schulen für andere als ärztliche Heilberufe, die nach § 1 Abs. 5 Satz 2 NSchG in den Geltungsbereich des Niedersächsischen Schulgesetzes einbezogen sind.

(2) Die §§ 2 bis 21 und 24 gelten nicht für die Berufsschule, die §§ 7 bis 21, 23 und 24 gelten nicht für das Berufliche Gymnasium, die §§ 5, 6 und 22 gelten zudem nicht für die Qualifikationsphase des Beruflichen Gymnasiums und die §§ 19 bis 21 gelten nicht für die Berufseinstiegsschule und die einjährige Berufsfachschule.

Zweiter Abschnitt
Aufnahmeverfahren

§ 2
Anmeldung

(1) 1Die Schülerinnen und Schüler haben sich an der Schule, die sie besuchen wollen, für einen bestimmten Bildungsgang anzumelden. 2Die Schule kann für einzelne Bildungsgänge Anmeldefristen festsetzen.

(2) 1Der Anmeldung sind mindestens

  1. beglaubigte Abschriften oder beglaubigte Ablichtungen der Nachweise über die geforderten Aufnahmevoraussetzungen oder, an der Berufseinstiegsschule, des letzten Schulzeugnisses,
  2. ein Lebenslauf mit Angaben über den bisherigen Bildungsweg und
  3. eine Erklärung, ob und gegebenenfalls an welcher Schule die Bewerberin oder der Bewerber an einem Aufnahmeverfahren zu einem früheren Schuljahr erfolglos teilgenommen hat,

beizufügen. 2Sofern Nachweise nach Satz 1 Nr. 1 bei der Anmeldung noch nicht erbracht werden können, ist glaubhaft zu machen, dass die Aufnahmevoraussetzungen bei Unterrichtsbeginn erfüllt sein werden.

§ 3
Festsetzung der Aufnahmekapazität

1Die Schule setzt die Aufnahmekapazität für die einzelnen Bildungsgänge im Benehmen mit dem Schulträger fest und teilt sie der Schulbehörde mit. 2Bei der Festsetzung nach Maßgabe des § 59a Abs. 4 NSchG sind auch

  1. die erforderlichen Plätze für die praktische Ausbildung und die Betriebspraktika,
  2. die Kapazitäten aufeinander aufbauender Bildungsgänge,
  3. die für eine Aufnahme in einen späteren Schuljahrgang dort erforderlichen Schülerplätze, wenn eine solche Aufnahme in dieser Verordnung vorgesehen ist, sowie
  4. die Auswirkungen auf die Schülerzahl desselben Bildungsganges anderer berufsbildender Schulen

zu berücksichtigen.

§4
Auswahlverfahren

(1) Übersteigt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Gebiet des Schulträgers haben oder aufgrund von Vereinbarungen zwischen Schulträgern nach § 104 Satz 2 NSchG oder einer Verordnung nach § 105 Abs. 3 NSchG in die Schule aufzunehmen sind, die Aufnahmekapazität und wird deshalb die Aufnahme nach § 59 a Abs. 4 Satz 1 NSchG beschränkt, so ist ein Auswahlverfahren nach § 59 a Abs. 4 Satz 2 NSchG durchzuführen.

(2) Können alle in Absatz 1 genannten Bewerberinnen und Bewerber ohne Auswahlverfahren aufgenommen werden, reicht aber die Zahl der verbleibenden freien Plätze nicht aus, um alle übrigen Bewerberinnen und Bewerber aufzunehmen, so ist für diese ein Auswahlverfahren nach § 59 a Abs. 4 Satz 2 NSchG durchzuführen.

(3) 1Über die Aufnahme entscheidet ein Aufnahmeausschuss, der aus einer Lehrkraft als vorsitzendem Mitglied und zwei Lehrkräften, die in dem betreffenden Bildungsgang an der Schule unterrichten, besteht. 2Die Bildung des Ausschusses und die Bestellung des vorsitzenden Mitglieds obliegt der Schulleiterin oder dem Schulleiter. 3Der Ausschuss fasst seine Beschlüsse mit Mehrheit. 4An den Sitzungen des Aufnahmeausschusses können ohne Stimmrecht eine Vertreterin oder ein Vertreter des Schülerrates und eine Vertreterin oder ein Vertreter des Schulelternrates teilnehmen.

(4) 1Die zugelassenen Bewerberinnen und Bewerber haben innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntgabe der Aufnahmeentscheidung mitzuteilen, ob sie den zugeteilten Platz in Anspruch nehmen. 2Nach Ablauf dieser Frist werden die nicht in Anspruch genommenen Plätze im Nachrückverfahren nach Eignung und Leistung vergeben.

Dritter Abschnitt
Versetzung

§ 5
Voraussetzungen der Versetzung

(1)1Eine Schülerin oder ein Schüler ist am Ende eines Schuljahres zu versetzen, wenn die Leistungen in allen unterrichteten Lernbereichen jeweils mit mindestens der Note „ausreichend” bewertet worden sind und in den den Lernbereichen zugeordneten Einzelnoten insgesamt entweder in nicht mehr als zwei Fällen die Note „mangelhaft” oder höchstens in einem Fall die Note „ungenügend” erreicht worden ist. 2Über die Festsetzung der Noten für einen Lernbereich entscheiden die Lehrkräfte, die die Schülerin oder den Schüler in dem Lernbereich planmäßig unterrichtet haben, nach Maßgabe des § 22 Abs. 3 Satz 1.

(2) Können einzelne Noten, die einem Lernbereich zugeordnet sind, aus Gründen, die die Schülerin oder der Schüler nicht zu vertreten hat, nicht vergeben werden, so bleiben diese bei der Versetzung unberücksichtigt.

§ 6
Nichtversetzung

(1) Wer nicht versetzt worden ist, kann den Schuljahrgang wiederholen.

(2) 1Wer denselben Schuljahrgang zweimal erfolglos besucht hat, muss den Bildungsgang verlassen. 2Es kann ausnahmsweise eine weitere Wiederholung desselben Schuljahrgangs gestattet werden, wenn im Wiederholungsjahr eine besondere außergewöhnliche Behinderung der Schülerin oder des Schülers vorgelegen hat und eine nochmalige Wiederholung aussichtsreich erscheint.

Vierter Abschnitt
Abschlussprüfung

§ 7
Prüfungsausschuss

(1) Für jede Abschlussklasse wird ein Prüfungsausschuss gebildet.

(2) Der Prüfungsausschuss besteht aus dem vorsitzenden Mitglied und den in § 36 Abs. 3 Satz 1 Nrn. 1 und 2 NSchG genannten Mitgliedern der Klassenkonferenz nach § 35 Abs. 2 NSchG.

(3) 1Die Schulleiterin oder der Schulleiter bestellt eine Lehrkraft zum vorsitzenden Mitglied oder übernimmt den Vorsitz im Prüfungsausschuss selbst. 2Die schulfachliche Dezernentin oder der schulfachliche Dezernent der Schulbehörde kann den Vorsitz des Prüfungsausschusses übernehmen.

(4) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn außer dem vorsitzenden Mitglied mindestens die Hälfte der Mitglieder, bei Entscheidungen in der mündlichen Prüfung außer dem vorsitzenden Mitglied mindestens zwei weitere stimmberechtigte Mitglieder, anwesend sind.

(5) 1Der Prüfungsausschuss beschließt mit Stimmenmehrheit über das Ergebnis der mündlichen und praktischen Prüfung. 2Stimmenthaltung ist nicht zulässig. 3Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des vorsitzenden Mitglieds den Ausschlag. 4In der mündlichen Prüfung sind nur die Mitglieder stimmberechtigt, die an der Prüfung in dem jeweiligen Lernbereich ständig teilgenommen haben.

§ 8
Termin der Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung findet am Ende des Bildungsganges statt.

§ 9
Teilnahme an der Abschlussprüfung

An der Abschlussprüfung nehmen alle Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse teil.

§ 10
Schriftliche Prüfung

(1) Die schriftliche Prüfung besteht aus Klausurarbeiten.

(2) 1Die Zahl der Klausurarbeiten und Gegenstände der schriftlichen Prüfung werden nach den Vorschriften der Anlagen zu § 33 bestimmt. 2Ermöglichen diese Vorschriften, zwischen mehreren Gegenständen einer Klausurarbeit zu wählen, so trifft ein Ausschuss, bestehend aus der Schulleiterin oder dem Schulleiter und den Lehrkräften, die in dem Lernbereich planmäßig unterrichtet haben, die Auswahl und teilt den Prüflingen den Prüfungsgegenstand drei Wochen vor der schriftlichen Prüfung mit. 3Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann eine Lehrkraft bestimmen, die sie oder ihn im Ausschuss vertritt. 4Anstelle im Fach Englisch können einzelne Prüflinge in einer anderen Fremdsprache geprüft werden, insbesondere wenn sie Englisch nicht als fortgeführte Fremdsprache erlernt haben.

(3) 1Die Lehrkräfte, die den Prüfling planmäßig unterrichtet haben, legen der Schulleiterin oder dem Schulleiter vier Wochen vor der schriftlichen Prüfung für jede Klausurarbeit zwei Aufgabenvorschläge zur Auswahl vor. 2Die Aufgabenvorschläge sind auf der Grundlage der für den Unterricht maßgebenden fachlichen Bestimmungen zu erstellen. 3In den Aufgabenvorschlägen ist anzugeben, welche Hilfsmittel der Prüfling benutzen darf. 4Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann unter Angabe der Gründe neue Aufgabenvorschläge anfordern.

(4) 1Sieht die Prüfungsaufgabe für den Prüfling eine Wahl zwischen mehreren Aufgaben vor oder erfordert die Art der Prüfungsaufgabe eine Vorbereitung durch den Prüfling; so verlängert sich die in den Anlagen zu § 33 bestimmte Bearbeitungszeit um die Auswahl- und die Vorbereitungszeit. 2Die Bearbeitungszeit ist in der Aufgabe für die Klausurarbeit anzugeben.

(5) 1Die Klausurarbeiten werden von den Lehrkräften beurteilt, die die Aufgaben erstellt haben. 2Die Beurteilung ist schriftlich zu begründen.

§ 11
Praktische Prüfung

(1) 1Die Aufgaben für die praktische Prüfung werden von den Lehrkräften, die die Prüflinge in der Abschlussklasse in dem Lernbereich planmäßig unterrichtet haben, im Einvernehmen mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter festgelegt. 2§ 10 Abs. 2 Sätze 1 bis 3, Abs. 3 Sätze 2 und 3 und Abs. 4 gilt entsprechend.

(2) 1Die Leistung in der praktischen Prüfung wird von den Lehrkräften beurteilt, die die Aufgabe gestellt haben. 2Die Beurteilung ist schriftlich zu begründen.

§ 12
Mündliche Prüfung

(1) 1Der Prüfungsausschuss bestimmt aufgrund der im Bildungsgang erbrachten Leistungen und der Ergebnisse der schriftlichen Prüfung für jeden Prüfling die Gegenstände der mündlichen Prüfung. 2Die mündliche Prüfung soll nur durchgeführt werden, wenn sie zur Klärung der Endzensur erforderlich ist.

(2) Die Gegenstände der mündlichen Prüfung werden dem Prüfling zwei Werktage vor der mündlichen Prüfung zusammen mit den Ergebnissen der schriftlichen und der praktischen Prüfung bekannt gegeben.

(3) § 10 Abs. 3 Sätze 2 und 3 und Abs. 4 gilt entsprechend.

(4) 1Die mündliche Prüfung wird vor dem Prüfungsausschuss durchgeführt und von den Mitgliedern, die die entsprechende schriftliche Prüfungsaufgabe gestellt haben, abgenommen. 2Das vorsitzende Mitglied und, mit seiner Zustimmung, jedes andere Mitglied des Prüfungsausschusses sind berechtigt, sich an der Abnahme der mündlichen Prüfung zu beteiligen. 3Der Prüfling soll in jedem Teilbereich der mündlichen Prüfung nicht länger als 15 Minuten geprüft werden.

(5) 1Das vorsitzende Mitglied kann Gästen das Zuhören bei der mündlichen Prüfung gestatten. 2Je einer Vertreterin oder einem Vertreter, die vom Schülerrat und vom Schulelternrat benannt sind, ist das Zuhören zu gestatten, wenn der Prüfling nicht widerspricht. 3Zuhörerinnen und Zuhörer können ausgeschlossen werden, wenn der ordnungsgemäße Ablauf der mündlichen Prüfung dies erfordert.

§ 13
Kombinierte Prüfung

(1) Der Ausschuss nach § 10 Abs. 2 kann bestimmen, dass die Abschlussprüfung ganz oder teilweise als kombinierte Prüfung durchgeführt wird.

(2) 1In der kombinierten Prüfung werden schriftliche, praktische oder mündliche Prüfungsteile ganz oder teilweise zu einer Prüfungsaufgabe zusammengefasst. 2Die §§ 10 bis 12 gelten entsprechend.

(3) Die Aufgaben der kombinierten Prüfung dürfen nur aus den in den Anlagen zu § 33 genannten Teilen der schriftlichen, praktischen und mündlichen Prüfung unter Einhaltung der Gesamtbearbeitungszeit gebildet werden.

§ 14
Projektarbeit

(1) 1Der Ausschuss nach § 10 Abs. 2 kann bestimmen, dass eine Projektarbeit als zusätzliche Prüfungsleistung gewertet wird. 2Ist eine Projektarbeit anzufertigen, so entscheidet der Ausschuss, ob in der schriftlichen Prüfung eine Klausurarbeit entfällt. 3Den Schülerinnen und Schülern sind die Entscheidungen des Ausschusses vor Beginn der Projektarbeit zur Kenntnis zu geben.

(2) In der Projektarbeit wird eine komplexe praxisbezogene Aufgabe unter einer übergreifenden Themenstellung von einer Schülerin oder einem Schüler oder gemeinsam von mehreren Schülerinnen und Schülern bearbeitet.

(3) Die Projektarbeit wird von den Lehrkräften, die die Projektarbeit planmäßig betreut haben, bewertet.

§ 15
Versäumnis

(1) Nimmt ein Prüfling ohne Genehmigung des vorsitzenden Mitglieds des Prüfungsausschusses an Prüfungsteilen nicht teil, so sind diese Teile mit der Note „ungenügend” zu bewerten.

(2) 1Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn der Prüfling aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, verhindert ist. 2Die Gründe sind unverzüglich nachzuweisen. 3Wird das Versäumnis genehmigt, so entscheidet der Prüfungsausschuss über die Fortsetzung der Prüfung.

§ 16
Täuschungsversuch

(1) 1Versucht ein Prüfling, das Ergebnis der Prüfung durch Täuschung zu beeinflussen oder anderen Prüflingen unerlaubte Hilfen zu geben, so nimmt er zunächst weiter an der Prüfung teil. 2Über die Folgen der Verfehlung entscheidet der Prüfungsausschuss. 3In der Regel ist der betroffene Prüfungsteil mit der Note „ungenügend” zu bewerten. 4In leichten Fällen kann dem Prüfling die Wiederholung des Prüfungsteils aufgegeben oder Nachsicht gewährt werden.

(2) Stellt sich nach Aushändigung des Abschlusszeugnisses heraus, dass ein Prüfling das Ergebnis seiner Prüfung durch Täuschung beeinflusst hat, so kann die Schule den Abschluss innerhalb eines Jahres seit der Aushändigung des Abschlusszeugnisses aberkennen und das Abschlusszeugnis zurückfordern, wenn wegen der Täuschung die Voraussetzungen für den Erwerb des Abschlusses nicht erfüllt sind.

§ 17
Störungen

Stört ein Prüfling die Prüfung so nachhaltig, dass die ordnungsgemäße Durchführung nicht möglich ist, so kann der Prüfungsausschuss den Prüfling von der weiteren Prüfung ausschließen und die Abschlussprüfung in allen weiteren Teilen mit der Note „ungenügend” bewerten.

§ 18
Prüfungsniederschriften

Über die Abschlussprüfung ist eine Niederschrift zu fertigen, in die die Ergebnisse aller für den Abschluss bedeutsamen Leistungen und Entscheidungen aufzunehmen sind.

§ 19
Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler

(1) Wer den Bildungsgang nicht oder nur teilweise besucht hat, kann auf Antrag von der Schulbehörde zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn er die Aufnahmevoraussetzungen für den Bildungsgang erfüllt und darlegt, dass er Kenntnisse und Fertigkeiten erworben hat, die dem Ziel des Bildungsganges entsprechen.

(2) Die Schulbehörde hat einen besonderen Prüfungsausschuss zu bilden, wenn an den Schulen in Niedersachsen eine Abschlussprüfung für den Bildungsgang nicht durchgeführt wird.

(3) Für die schriftliche Prüfung gelten die Bestimmungen für Schülerinnen und Schüler entsprechend.

(4) 1Gegenstand der mündlichen Prüfung sollen sämtliche Unterrichtsinhalte des Bildungsganges sein. 2Gegenstand der praktischen Prüfung sollen die gesamten praktischen Inhalte des Bildungsganges sein. 3Auf die mündliche Prüfung kann in den Bereichen verzichtet werden, die in den anderen Prüfungsteilen mindestens mit der Note „ausreichend” bewertet worden sind.

§ 20
Prüfung für Fernlehrgangsteilnehmerinnen und Fernlehrgangsteilnehmer

(1) Zur Abschlussprüfung ist auf Antrag zuzulassen, wer die Aufnahmevoraussetzungen für einen Bildungsgang erfüllt und an einem entsprechenden von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassenen Fernlehrgang mit Erfolg teilgenommen hat.

(2) Die Schulbehörde bildet einen Prüfungsausschuss und kann auch Lehrkräfte des Fernlehrinstituts zu Mitgliedern des Prüfungsausschusses berufen.

(3) Für die Prüfung gelten die Vorschriften über die Abschlussprüfung entsprechend.

§ 21
Prüfung für Schülerinnen und Schüler der Schulen des Bundes

(1) Zur Abschlussprüfung ist auf Antrag zuzulassen, wer die Aufnahmevoraussetzungen für einen Bildungsgang erfüllt und an einem diesem entsprechenden Vorbereitungslehrgang einer Schule in der Trägerschaft des Bundes teilgenommen hat.

(2) Die Schulbehörde bildet einen Prüfungsausschuss und kann auch Lehrkräfte der Schule des Bundes zu Mitgliedern des Prüfungsausschusses berufen.

(3) Für die Prüfung gelten die Vorschriften über die Abschlussprüfung entsprechend.

Fünfter Abschnitt
Leistungsbewertung und Abschlüsse

§ 22
Leistungsbewertung, Zeugnis

(1) 1Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in den Lernbereichen und den diesen zugeordneten Fächern, Lerngebieten, Lernfeldern und Qualifizierungsbausteinen sind mit den folgenden Noten zu bewerten:

sehr gut (1), wenn die Leistung den Anforderungen in besonderem Maß entspricht,
gut (2), wenn die Leistung den Anforderungen voll entspricht,
befriedigend (3), wenn die Leistung im Allgemeinen den Anforderungen entspricht,
ausreichend (4), wenn die Leistung zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht,
mangelhaft (5), wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten,
ungenügend (6), wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht und selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden könnten.

2Zwischennoten sind auf Zeugnissen nicht zulässig.

(2) Der Festsetzung der Noten zum Ende eines Schuljahres sind die im gesamten Schuljahr erbrachten Leistungen unter Berücksichtigung der Leistungsentwicklung zugrunde zu legen.

(3) 1Die Note für die Leistung in einem Lernbereich ist aus den in den zugeordneten Fächern, Lernfeldern, Lerngebieten und Qualifizierungsbausteinen erbrachten Leistungen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Zeitanteile und der Bedeutung der vermittelten Kompetenzen für den Bildungsgang zu ermitteln. 2Werden im Rahmen einer Abschlussprüfung fächer-, lernfeld- oder lerngebietübergreifende Prüfungsleistungen erbracht, so fließen diese in die Note für den Lernbereich ein. 3Prüfungsleistungen, die in einem bestimmten Fach, Lernfeld, Lerngebiet und Qualifizierungsbaustein erbracht werden, fließen in die Note für das jeweilige Fach, Lernfeld, Lerngebiet oder den Qualifizierungsbaustein ein.

(4) Sind Teile der Ausbildung in einem Betrieb oder einer anderen außerschulischen Einrichtung durchzuführen und die dort erbrachten Leistungen zu benoten, so kann die Schule die Benotung dieser Leistungen auf die Betriebe oder Einrichtungen übertragen, wenn die Benotung von fachlich und pädagogisch qualifiziertem Personal vorgenommen wird.

(5) Wird Unterricht mit Genehmigung der Schulbehörde im Rahmen eines Kooperationsvertrages von Schulen im Ausland erteilt, so werden die im Ausland erbrachten Leistungen in die Note des jeweiligen Schuljahres einbezogen.

(6) 1Den Schülerinnen und Schülern ist am Ende eines Schuljahres ein Zeugnis zu erteilen; Schulhalbjahreszeugnisse können erteilt werden. 2In das Zeugnis können neben den Noten für die erbrachten Leistungen auch Bemerkungen zum Arbeits- und Sozialverhalten sowie entschuldigte und unentschuldigte Unterrichtsversäumnisse der Schülerin oder des Schülers aufgenommen werden.

(7) 1In Zeugnissen, in denen der Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife oder der Erwerb der Fachhochschulreife, der fachgebundenen Hochschulreife oder der allgemeinen Hochschulreife bescheinigt wird, und im Berufsschulabschlusszeugnis ist eine Durchschnittsnote als arithmetisches Mittel aller im Abschlusszeugnis ausgewiesenen Noten anzugeben. 2Wird die Fachhochschulreife oder der schulische Teil der Fachhochschulreife durch ein Ergänzungsbildungsangebot in Verbindung mit einer Berufsausbildung erworben, so sind auch die Noten für die Leistungen, die in der Berufsschule, in der berufsqualifizierenden Berufsfachschule oder in einer bundesrechtlich geregelten Ausbildung für einen anderen als ärztlichen Heilberuf erbracht wurden, in die Berechnung der Durchschnittsnote einzubeziehen. 3Die Durchschnittsnote wird auf eine Stelle nach dem Komma bestimmt; es wird nicht gerundet. 4Beim Erwerb der allgemeinen Hochschulreife an der Berufsoberschule bleiben die Leistungen in der zweiten Fremdsprache bei der Ermittlung der Durchschnittsnote unberücksichtigt. 5Wird die Fachhochschulreife nach dem Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife durch eine hauptberufliche Tätigkeit, eine Berufsausbildung oder ein Praktikum erworben, so wird die Durchschnittsnote des schulischen Teils der Fachhochschulreife in das Zeugnis der Fachhochschulreife übernommen.

§ 23
Abschlüsse

(1) An den berufsbildenden Schulen können nach Maßgabe der Vorschriften des Zweiten Teils berufliche und nach Maßgabe der §§ 25 bis 31 schulische Abschlüsse erworben werden.

(2) 1Ein beruflicher oder schulischer Abschluss wird erworben, wenn der Bildungsgang erfolgreich besucht oder eine Prüfung nach § 19, 20 oder 21 bestanden worden ist. 2Ein Bildungsgang ist erfolgreich besucht, wenn die in der Abschlussklasse erbrachten Leistungen in allen unterrichteten Lernbereichen jeweils mit mindestens der Note „ausreichend” bewertet worden sind und in den den Lernbereichen zugeordneten einzelnen Fächern, Lernfeldern, Lerngebieten und Qualifizierungsbausteinen insgesamt entweder in nicht mehr als zwei Fällen die Note „mangelhaft” oder höchstens in einem Fall die Note „ungenügend” erreicht worden ist. 3Noten in Fächern des berufsübergreifenden Lernbereichs, die bereits in einem früheren Schuljahr abgeschlossen wurden, sind zu übernehmen und gelten als in der Abschlussklasse erbrachte Leistungen. 4Die Noten für die in einem Fach des berufsübergreifenden Lernbereichs einer einjährigen Berufsfachschule erbrachten Leistungen sind in das Abschlusszeugnis der Berufsschule zu übernehmen, wenn die Berufsausbildung unmittelbar in der Fachstufe eines einschlägigen Ausbildungsberufes fortgeführt wird und in der Berufsschule kein Unterricht in dem Fach erteilt wurde.

(3) Absatz 2 Satz 2 gilt für den Erwerb eines Abschlusses durch Prüfungen nach den §§ 19 bis 21 entsprechend.

(4) 1Über die Festsetzung der Noten in einem Lernbereich entscheiden die Lehrkräfte, die in dem Lernbereich planmäßig unterrichtet haben. 2Findet am Ende eines Bildungsganges eine Abschlussprüfung statt, so setzt der Prüfungsausschuss aufgrund der im Bildungsgang erbrachten Leistungen die Noten in dem Lernbereich fest und entscheidet aufgrund der Prüfungsergebnisse über die Beibehaltung oder Änderung der Noten für den Lernbereich und in den Fällen des § 22 Abs. 3 Satz 3 auch in Bezug auf die Noten in den Fächern, Lernfeldern, Lerngebieten und Qualifizierungsbausteinen.

§ 24
Wiederholung der Abschlussklasse

(1) 1Wer einen Bildungsgang nicht erfolgreich besucht hat, kann die Abschlussklasse einmal wiederholen. 2Die Schule kann ausnahmsweise eine zweite Wiederholung der Abschlussklasse gestatten, wenn eine außergewöhnliche Behinderung der Schülerin oder des Schülers im Wiederholungsjahr vorliegt und eine nochmalige Wiederholung aussichtsreich erscheint.

(2) Der Prüfungsausschuss kann die Wiederholung der Abschlussklasse ausschließen, wenn der Prüfling die Abschlussprüfung willentlich ganz oder teilweise versäumt oder in der Prüfung keine Leistungsnachweise erbracht hat.

(3) 1Wer die Abschlussklasse zweimal erfolglos besucht hat, muss den Bildungsgang verlassen. 2Ein erneuter Besuch eines Bildungsganges, der zu demselben Abschluss führt, kann frühestens nach zwei Jahren zugelassen werden.

§ 25
Erwerb des Hauptschulabschlusses

Den Hauptschulabschluss erwirbt, wer

  1. das Berufsvorbereitungsjahr besucht, im berufsübergreifenden und im berufsbezogenen Lernbereich mindestens befriedigende Leistungen und im Lernbereich Förderkonzept zum Erwerb des Hauptschulabschlusses mindestens ausreichende Leistungen erbracht hat,
  2. die Berufseinstiegsklasse erfolgreich besucht hat oder
  3. den Berufsschulabschluss und eine erfolgreiche Berufsausbildung in einem Ausbildungsberuf nach § 66 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder § 42m der Handwerksordnung aufweist.

§ 26
Erwerb des Sekundarabschlusses I - Hauptschulabschluss

Den Sekundarabschluss I - Hauptschulabschluss erwirbt, wer

  1. die einjährige Berufsfachschule nach Anlage 3 zu § 33 erfolgreich besucht hat oder
  2. den Berufsschulabschluss in einem Ausbildungsberuf erworben hat, der durch eine Verordnung des Bundes nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seearbeitsgesetz anerkannt ist oder aufgrund des § 104 Abs. 1 BBiG oder des § 122 Abs. 4 der Handwerksordnung als Ausbildungsberuf gilt und für den die Regelausbildungszeit mindestens zwei Jahre beträgt.

§ 27
Erwerb des Sekundarabschlusses I - Realschulabschluss

Den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss erwirbt, wer

  1. den Berufsschulabschluss und eine erfolgreiche Berufsausbildung in einem Ausbildungsberuf erworben hat, der durch eine Verordnung des Bundes nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seearbeitsgesetz anerkannt ist oder aufgrund des § 104 Abs. 1 BBiG oder des § 122 Abs. 4 der Handwerksordnung als Ausbildungsberuf gilt und für den die Regelausbildungszeit mindestens zwei Jahre beträgt, oder
  2. die Berufsfachschule - Kosmetik -, die Berufsfachschule - Pflegeassistenz - oder eine zweijährige Berufsfachschule nach § 1 Abs. 2 der Anlage 3 zu § 33 erfolgreich besucht hat.

§ 28
Erwerb des Erweiterten Sekundarabschlusses I

Den Erweiterten Sekundarabschluss I erwirbt, wer

  1. entweder die Voraussetzungen des § 27 zum Erwerb des Sekundarabschlusses I - Realschulabschluss erfüllt oder

    eine Berufsfachschule nach der Anlage 3 zu § 33 erfolgreich besucht hat, in der der Unterricht im berufsübergreifenden Lernbereich auf dem Sekundarabschluss I - Realschulabschluss aufbauend erteilt wurde,

    und jeweils im Abschlusszeugnis einen in entsprechender Anwendung des § 22 Abs. 7 Sätze 1 und 2 berechneten Notendurchschnitt von mindestens 3,0 sowie im Fach Deutsch/Kommunikation, in einer Fremdsprache und dem berufsbezogenen Lernbereich - Theorie jeweils mindestens befriedigende Leistungen erreicht hat oder

  2. die berufsqualifizierende Berufsfachschule in einer der in § 1 Abs. 1 Nrn. 1, 3 bis 7, 9, 11 und 13 bis 17 der Anlage 4 zu § 33 genannten Fachrichtungen erfolgreich besucht hat.

§ 29
Erwerb der Fachhochschulreife und des schulischen Teils der Fachhochschulreife

(1) Die Fachhochschulreife erwirbt, wer

  1. die Fachoberschule erfolgreich besucht hat,
  2. eine zwei- oder dreijährige Fachschule erfolgreich besucht und vor Beginn des Fachschulbesuchs den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand erworben hat,
  3. die Fachschule Seefahrt
    a) in der Fachrichtung Nautik
    aa mit dem Ausbildungsziel Kapitän für den Dienst auf Kauffahrteischiffen aller Größen in allen Fahrtgebieten mit Ausnahme der Fischereifahrzeuge oder
    bb mit dem Ausbildungsziel Kapitän auf Fischereifahrzeugen aller Größen in der Großen Hochseefischerei (BG)
    oder
    b) in der Fachrichtung Schiffsbetriebstechnik mit dem Ausbildungsziel Leiter der Maschinenanlage für den Dienst auf Schiffen mit jeder Antriebsleistung
    erfolgreich besucht hat,
  4. eine Berufsausbildung in einem Ausbildungsberuf, der durch eine Verordnung des Bundes nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seearbeitsgesetz anerkannt ist oder aufgrund des § 104 Abs. 1 BBiG oder des § 122 Abs. 4 der Handwerksordnung als Ausbildungsberuf gilt und für den die Regelausbildungszeit mindestens drei Jahre beträgt, erfolgreich abgeschlossen hat und
    a) vor Beginn der Berufsausbildung den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand erworben hat,
    b) den Berufsschulabschluss erworben hat und
    c) den Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife nach § 6 der Anlage 5 zu § 33 erfolgreich besucht hat,
  5. die Berufsfachschule - Altenpflege -, - Ergotherapie - oder - Pharmazeutisch-technische Assistentin/ Pharmazeutisch-technischer Assistent - und den Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife nach § 6 der Anlage 5 zu § 33 erfolgreich besucht hat,
  6. eine bundesrechtlich geregelte Ausbildung in einem anderen als ärztlichen Heilberuf mit einer Regelausbildungsdauer von mindestens drei Jahren und den Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife nach § 6 der Anlage 5 zu § 33 erfolgreich abgeschlossen hat oder
  7. den schulischen Teil der Fachhochschulreife an einem Beruflichen Gymnasium oder an einer gymnasialen Oberstufe erworben hat und
    a) den Berufsschulabschluss erworben sowie eine Berufsausbildung in einem Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seearbeitsgesetz erfolgreich abgeschlossen hat oder
    b) eine mindestens zweijährige berufsqualifizierende Berufsfachschule erfolgreich besucht hat.

(2) Den schulischen Teil der Fachhochschulreife erwirbt, wer

  1. eine zweijährige berufsqualifizierende Berufsfachschule, die den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss voraussetzt, und
  2. den Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife nach § 6 der Anlage 5 zu § 33

erfolgreich besucht hat.

(3) Wer die Voraussetzungen des Absatzes 2 erfüllt und

  1. eine zweijährige hauptberufliche Tätigkeit,
  2. eine zweijährige Berufsausbildung oder
  3. ein halbjähriges einschlägiges Praktikum, das im zeitlichen Umfang der Beschäftigung einer Vollzeitarbeitskraft entspricht und geeignet ist, praktische Erfahrungen in der an der Berufsfachschule erworbenen beruflichen Qualifikation zu erwerben,

nachweist, erwirbt die Fachhochschulreife.

§ 30
Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife

Die fachgebundene Hochschulreife erwirbt, wer die Berufsoberschule erfolgreich besucht hat.

§ 31
Erwerb der allgemeinen Hochschulreife

Die allgemeine Hochschulreife erwirbt, wer

  1. die Abiturprüfung am Beruflichen Gymnasium bestanden hat oder
  2. die Berufsoberschule erfolgreich besucht hat und Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache durch
    a) die Teilnahme
    aa) am Unterricht der Berufsoberschule in einer zweiten Fremdsprache im Umfang von zusammen insgesamt 320 Stunden mit mindestens der Note „ausreichend” im Abschlusszeugnis oder
    bb) am versetzungserheblichen Unterricht in einer zweiten Fremdsprache bis zum Ende des Schulbesuchs im Sekundarbereich I in mindestens vier aufsteigenden Schuljahren
    nachweist,
    b) einen im Rahmen der beruflichen Bildung erworbenen und den Anforderungen nach Buchstabe a Doppelbuchst. bb entsprechenden Leistungsnachweis einer berufsbildenden Schule erbringt,
    c) eine den Anforderungen nach Buchstabe a Doppelbuchst. bb entsprechende Ergänzungsprüfung nach § 5 der Anlage 6 zu § 33 mit mindestens der Note „ausreichend“ bestanden hat oder
    d) ein im Rahmen der beruflichen Bildung erworbenes KMK-Fremdsprachenzertifikat der Niveaustufe II (Runderlass des Kultusministeriums vom 13.Juni 2001, Nds.MBl. S.610, zuletzt geändert durch Runderlass vom 22.Juni 2011, Nds.MBl. S.523) erworben hat.

§ 32
Zertifizierung von besonderen Leistungen

(1) Wer durch den Besuch einer berufsbildenden Schule Kenntnisse und Fertigkeiten erworben hat, für die die oberste Schulbehörde die Möglichkeit der Zertifizierung besonderer Leistungen eröffnet, kann auf Antrag eine entsprechende Zertifizierungsprüfung ablegen.

(2) Die Schulbehörde bildet einen Prüfungsausschuss mit mindestens drei Mitgliedern.

(3) 1Die Vorbereitung der Prüfung und die Auswahl der Prüfungsaufgaben obliegen der Schulbehörde. 2Sie kann diese Aufgaben auf eine andere Landesbehörde übertragen.

(4) § 7 Abs. 4 und 5 und die §§ 10 bis 12 gelten entsprechend.

Zweiter Teil
Besondere Vorschriften

§ 33
Besondere Vorschriften für einzelne Bildungsgänge

Ergänzend und abweichend von den §§ 1 bis 32 gelten die Regelungen der

Dritter Teil
Übergangs- und Schlussvorschriften

§ 34
Zeitlich begrenzt geltende Vorschriften

Bis zum Aufnahmetermin 1.August 2013 kann die Berufsfachschule, aufbauend auf einer einjährigen Berufsfachschule nach der Anlage 3 zu § 33, auch in Fachrichtungen und mit einer Dauer geführt werden, die inhaltlich und zeitlich einem nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannten Ausbildungsberuf entsprechen, wenn

  1. der Schulträger nach § 106 NSchG in übereinstimmender Einschätzung mit der zuständigen Stelle nach dem Berufsbildungsgesetz von einem regional starken Ausbildungsplatzmangel in diesem Ausbildungsberuf und einer Beschäftigung der Ausgebildeten auf dem Arbeitsmarkt nach der schulischen Ausbildung ausgeht und mit der zuständigen Stelle eine Vereinbarung über die Zulassung zur Abschlussprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz besteht,
  2. in ausreichender Zahl Betriebe oder außerschulische Einrichtungen zur Verfügung stehen, die ohne Kostenübernahme durch das Land oder den Schulträger bereit sind, den betrieblichen Teil der Ausbildung überwiegend zu übernehmen und
  3. die Betriebe und außerschulischen Einrichtungen nach Nummer 2 bereit sind, eine Vereinbarung mit der Schülerin oder dem Schüler und der Schule über die Organisation, die an den einzelnen Lernorten zu vermittelnden Kenntnisse und Fertigkeiten sowie die Rechte und Pflichten der Schülerinnen und Schüler abzuschließen.

§ 35
Übergangsvorschriften

(1) 1Wer die Ausbildung in einem Bildungsgang vor dem 1. August 2013 begonnen hat, beendet diesen nach den Vorschriften, die beim Eintritt in den Bildungsgang gegolten haben. 2Abweichend von Satz 1 sind § 28 Nr. 2 sowie § 7 Abs. 2, § 8 Abs. 2 und § 14 der Anlage 4 zu § 33 in der ab dem 1. August 2013 geltenden Fassung auch für Schülerinnen und Schüler anzuwenden, die ihre Ausbildung vor dem 1. August 2013 begonnen haben.

(2) Wer vor dem 1.August 2013 am Ende des ersten Schuljahrganges nicht vom ersten in den zweiten Schuljahrgang eines Bildungsganges versetzt wurde oder einen einjährigen Bildungsgang wiederholen muss, setzt die Ausbildung abweichend von Absatz 1 nach den zu Beginn des Wiederholungsjahres geltenden Vorschriften fort.

(3) Wer die Berufsfachschule - Sozialassistentin/Sozialassistent - mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik nach den vor dem 1.August 2009 geltenden Bestimmungen abgeschlossen hat, wird in die Fachschule - Sozialpädagogik - nach den vor dem 1.August 2009 geltenden Bestimmungen aufgenommen.

§ 36
Inkrafttreten

(1) 1Diese Verordnung tritt am 1.August 2009 in Kraft. 2Abweichend von Satz 1 treten § 4 der Anlage 2 zu § 33, § 9 der Anlage 8 zu § 33 und § 13 der Anlage 9 zu § 33 am Tag nach der Verkündung in Kraft.

(2) Die Verordnung über berufsbildende Schulen in der Fassung vom 24.Juli 2000 (Nds.GVBl. S.178), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 11.Juli 2008 (Nds.GVBl. S.263), tritt mit Ablauf des 31.Juli 2009 außer Kraft.

___________
Hannover, den 10. Juni 2009

[ ältere Fassung ]


Anlage 1
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Berufsschule

§ 1
Berufsschulabschluss

(1) Zum Erwerb des Berufsschulabschlusses wird eine Abschlussprüfung nicht durchgeführt.

(2) Den Berufsschulabschluss erwirbt, wer die Berufsschule bei Beendigung eines mindestens zweijährigen Berufsausbildungsverhältnisses oder, wenn kein Berufsausbildungsverhältnis besteht, zum Zeitpunkt der Abschluss- oder Gesellenprüfung bei der zuständigen Stelle erfolgreich besucht hat.

§ 2
- gestrichen -

(1) Zum Erwerb der Fachhochschulreife findet nach Abschluss des Unterrichts im zusätzlichen Lernbereich eine schriftliche und nach Maßgabe des § 12 Abs. 1 Satz 2 des Ersten Teils eine mündliche Prüfung statt.

(2) Die schriftliche Prüfung besteht aus jeweils einer Klausurarbeit in

  1. Deutsch mit einer Bearbeitungszeit von drei Zeitstunden,
  2. Englisch mit einer Bearbeitungszeit von eineinhalb Zeitstunden und
  3. Mathematik, Naturwissenschaft oder Technik mit einer Bearbeitungszeit von zwei Zeitstunden.

(3) Für die Prüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife gelten die §§ 7 bis 10, 12 und 15 bis 18 des Ersten Teils entsprechend.

(4) Eine Wiederholung der Prüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife ist nur möglich, wenn die Berufsausbildung und die Berufsschule noch nicht abgeschlossen sind.


Anlage 2
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Berufseinstiegsschule

§ 1
Fachrichtungen der Berufseinstiegsschule

(1) 1Die Berufseinstiegsklasse kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Berufseinstiegsklasse

  1. - Agrarwirtschaft -,
  2. - Bautechnik -,
  3. - Chemie, Physik und Biologie -,
  4. - Drucktechnik -,
  5. - Elektrotechnik -,
  6. - Fahrzeugtechnik -,
  7. - Farbtechnik und Raumgestaltung -,
  8. - Hauswirtschaft und Pflege -,
  9. - Holztechnik -,
  10. - Körperpflege -,
  11. - Lebensmittelhandwerk und Gastronomie -,
  12. - Metalltechnik -,
  13. - Textiltechnik und Bekleidung - und
  14. - Wirtschaft -.

2In den Fachrichtungen ist eine Schwerpunktbildung zulässig, die auf für die Schülerinnen und Schüler geeignete Ausbildungsberufe bezogen ist.

(2) 1Das Berufsvorbereitungsjahr soll mit zwei Fachrichtungen geführt werden. 2Eine der beiden Fachrichtungen hat eine Leitfunktion. 3Die Fachrichtungen sollen den in Absatz 1 Satz 1 genannten Fachrichtungen entsprechen.

§ 2
Aufnahme in die Berufseinstiegsklasse

(1) In die Berufseinstiegsklasse kann aufgenommen werden, wer eine Abschlussklasse des Sekundarbereichs I einer allgemein bildenden Schule oder ein Berufsvorbereitungsjahr ohne Hauptschulabschluss verlassen hat.

(2) Darüber hinaus kann auch eine Schülerin und ein Schüler mit Hauptschulabschluss aufgenommen werden, die oder der einen Hauptschulabschluss mit einem Notendurchschnitt in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch von schlechter als 3,5 erreicht hat und von der oder dem aufgrund einer Schullaufbahnberatung, die die Schule im Rahmen des Aufnahmeverfahrens durchzuführen hat, zu erwarten ist, dass sie oder er vor Aufnahme in die Berufsfachschule die Kenntnisse und Fähigkeiten noch verbessern muss, um das Ausbildungsziel der Berufsfachschule erreichen zu können.

§ 3
Abschlussprüfung in der Berufseinstiegsklasse

(1) Im berufsübergreifenden Lernbereich ist in den Fächern Deutsch/Kommunikation und Mathematik je eine Klausurarbeit mit einer Bearbeitungszeit von 90 Minuten zu schreiben.

(2) Im berufsbezogenen Lernbereich wird am Ende eines jeden Qualifizierungsbausteins eine schriftliche und praktische Prüfung durchgeführt.

(3) Die §§ 7, 10 bis 14 und 18 bis 21 des Ersten Teils finden keine Anwendung.

(4) 1Die Lehrkräfte, die die Schülerin oder den Schüler in dem Fach oder dem Qualifizierungsbaustein planmäßig unterrichtet haben, wählen die Prüfungsaufgabe aus und bewerten die Leistung. 2Über die Benotung der Leistungen in den Lernbereichen entscheiden abweichend von § 23 Abs. 4 Satz 2 des Ersten Teils die Lehrkräfte, die den Unterricht in dem jeweiligen Lernbereich planmäßig erteilt haben.

§ 4
Bescheinigung des Hauptschulabschlusses

Bei einem erfolgreichen Besuch der Berufseinstiegsklasse wird der Hauptschulabschluss auch dann im Abschlusszeugnis bescheinigt, wenn dieser Abschluss bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch den Besuch eines anderen Bildungsganges erworben wurde.


Anlage 3
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Berufsfachschule

§ 1
Fachrichtungen

(1) 1Die einjährige Berufsfachschule kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Berufsfachschule

  1. - Agrarwirtschaft -,
  2. - Bautechnik -,
  3. - Chemie, Physik und Biologie - ,
  4. - Druck- und Medientechnik -,
  5. - Elektrotechnik -,
  6. - Fahrzeugtechnik -,
  7. - Farbtechnik und Raumgestaltung -,
  8. - Floristik -,
  9. - Gartenbau -,
  10. - Gastronomie -,
  11. - Hauswirtschaft und Pflege -,
  12. - Holztechnik -,
  13. - Körperpflege -,
  14. - Lebensmittelhandwerk -,
  15. - Metalltechnik -,
  16. - Textiltechnik und Bekleidung - und
  17. - Wirtschaft -.

2In den Fachrichtungen können berufsbezogene Schwerpunkte nach regionalen Erfordernissen gebildet werden. 3In den Fachrichtungen Elektrotechnik, Metalltechnik und Wirtschaft sind berufsbezogene Schwerpunkte zu bilden. 4In der Berufsfachschule - Hauswirtschaft und Pflege - ist nur die Bildung der Schwerpunkte Hauswirtschaft sowie Persönliche Assistenz zulässig; es ist mindestens einer dieser Schwerpunkte zu bilden.

(2) 1Die zweijährige Berufsfachschule kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Berufsfachschule

  1. - Agrarwirtschaft -,
  2. - Ernährung, Hauswirtschaft und Pflege-,
  3. - Sozialpädagogik -,
  4. - Technik - und
  5. - Wirtschaft -.

2In die Klasse 2 wird aufgenommen, wer die Voraussetzungen nach § 2 Abs. 2 erfüllt. 3In den in Satz 1 Nrn. 1, 2, 4 und 5 genannten Fachrichtungen wird als Klasse 1 eine einjährige Berufsfachschule nach Absatz 1 mit einschlägiger Fachrichtung geführt. 3In den Fällen des Satzes 3 findet eine Versetzung in die Klasse 2 nicht statt.

(3) 1Während der Ausbildung in der Berufsfachschule - Sozialpädagogik - ist eine praktische Ausbildung in außerschulischen Einrichtungen als Bestandteil der Ausbildung durchzuführen. 2Die Schule leitet die Durchführung der praktischen Ausbildung an.

§ 2
Aufnahmevoraussetzungen und Unterrichtsorganisation

(1) 1In die einjährige Berufsfachschule kann aufgenommen werden, wer den Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss nachweist. 2Wird die Berufsfachschule in einer Fachrichtung mit einem bestimmten berufsbezogenen Schwerpunkt geführt, so kann als Aufnahmevoraussetzung der Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss gefordert werden, wenn das Anforderungsprofil des beruflichen Schwerpunktes dies erfordert. 3In die Berufsfachschule - Hauswirtschaft und Pflege - mit dem Schwerpunkt Persönliche Assistenz kann nur aufgenommen werden, wer den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt.

(2) 1In die zweijährige Berufsfachschule kann unmittelbar in die Klasse 2 aufgenommen werden, wer den Abschluss einer einjährigen Berufsfachschule mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,0 oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt. 2Für die Berechnung des Notendurchschnitts gilt § 22 Abs. 7 Sätze 1 und 3 des Ersten Teils entsprechend.

(3) 1In die zweijährige Berufsfachschule - Sozialpädagogik - kann aufgenommen werden, wer den Hauptschulabschluss mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,0 oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt. 2Für die Berechnung des Notendurchschnitts ist die Verordnung über die Abschlüsse im Sekundarbereich I der allgemein bildenden Schulen einschließlich der Freien Waldorfschulen vom 7.April 1994 (Nds.GVBl. S.197), zuletzt geändert durch Verordnung vom 15.März 2009 (Nds.GVBl. S.110) maßgebend. 3Die Aufnahme einer Schülerin oder eines Schülers hängt auflösend bedingt davon ab, dass sie oder er bis zum Beginn der praktischen Ausbildung die Zusage einer von der Schule als geeignet anerkannten Einrichtung nachweist.

§ 3
Abschlussprüfung in der einjährigen Berufsfachschule

(1) Die schriftliche Prüfung besteht in der einjährigen Berufsfachschule aus einer Klausurarbeit mit einer Bearbeitungszeit von 90 Minuten; die Themenstellung ist dem berufsbezogenen Lernbereich - Theorie zu entnehmen.

(2) Die praktische Prüfung in der einjährigen Berufsfachschule besteht aus einer praktischen Aufgabe aus dem berufsbezogenen Lernbereich - Praxis.

(3) Die Inhalte der schriftlichen und praktischen Prüfung orientieren sich an den Kompetenzen, die im ersten Ausbildungsjahr der Ausbildungsberufe, die der Fachrichtung und dem Schwerpunkt zugeordnet sind, zu erwerben sind.

(4) 1Die §§ 7, 10 bis 14 und 18 bis 21 des Ersten Teils finden keine Anwendung. 2Soweit nach den Vorschriften des Ersten Teils eine Entscheidung des Prüfungsausschusses oder des vorsitzenden Mitglieds des Prüfungsausschusses vorgesehen ist, treffen diese Entscheidung die Lehrkräfte, die die Schülerin oder den Schüler in dem jeweiligen Unterricht planmäßig unterrichtet haben.

(5) 1Die Lehrkräfte, die die Schülerin oder den Schüler in dem jeweiligen Unterricht planmäßig unterrichtet haben, wählen die Prüfungsaufgabe aus und bewerten die Leistung. 2Über die Benotung der Leistungen in den Lernbereichen entscheiden abweichend von § 23 Abs. 4 Satz 2 des Ersten Teils die Lehrkräfte, die den Unterricht in dem jeweiligen Lernbereich planmäßig erteilt haben.

§ 4
Wiederholung der einjährigen Berufsfachsschule

1Wer die einjährige Berufsfachschule erfolgreich besucht hat, aber nicht die Voraussetzungen nach § 2 Abs. 2 für die Aufnahme in die Klasse 2 einer zweijährigen Berufsfachschule erfüllt, kann den Bildungsgang abweichend von § 24 des Ersten Teils wiederholen. 2Satz 1 gilt nicht, wenn der Bildungsgang bereits wiederholt wurde.

§ 5
Abschlussprüfung in der zweijährigen Berufsfachschule

Die schriftliche Prüfung besteht aus je einer Klausurarbeit mit einer Bearbeitungszeit von drei Zeitstunden

  1. im Fach Deutsch/Kommunikation oder Fremdsprache/Kommunikation und
  2. im berufsbezogenen Lernbereich - Theorie.

Anlage 4
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für die berufsqualifizierende Berufsfachschule

§ 1
Fachrichtungen

1Die Berufsfachschule, die unmittelbar zu einem beruflichen Abschluss führt (berufsqualifizierende Berufsfachschule), kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Berufsfachschule

  1. - Altenpflege -,
  2. - Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin/Atem-, Sprech- und Stimmlehrer -,
  3. - Biologisch-technische Assistentin/Biologisch-technischer Assistent -,
  4. - Chemisch-technische Assistentin/Chemisch-technischer Assistent -,
  5. - Elektro-technische Assistentin/Elektro-technischer Assistent -,
  6. - Ergotherapie -,
  7. - Gestaltungstechnische Assistentin/Gestaltungstechnischer Assistent -,
  8. - Informatik -,
  9. - Kaufmännische Assistentin/Kaufmännischer Assistent,
  10. - Kosmetik -,
  11. - Agrarwirtschaftlich-technische Assistentin/Agrarwirtschaftlich-technischer Assistent -,
  12. - Pflegeassistenz -,
  13. - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent -,
  14. - Schiffsbetriebstechnische Assistentin/Schiffsbetriebstechnischer Assistent -,
  15. - Sozialassistentin/Sozialassistent -,
  16. - Informationstechnische Assistentin/ Informationstechnischer Assistent - und
  17. - Umweltschutz-technische Assistentin/Umweltschutztechnischer Assistent -.

2In den Berufsfachschulen der Fachrichtungen nach Satz 1 Nrn. 4, 11, 14 und 15 können durch die oberste Schulbehörde Schwerpunkte gebildet werden. 3In der Berufsfachschule - Gestaltungstechnische Assistentin/Gestaltungstechnischer Assistent - wird nur der Schwerpunkt Grafik geführt. 4In der Berufsfachschule - Informatik - ist nur die Bildung der Schwerpunkte Softwaretechnologie, Wirtschaftsinformatik und Medieninformatik zulässig; es ist mindestens einer dieser Schwerpunkte zu bilden. 5In der Berufsfachschule - Kaufmännische Assistentin/Kaufmännischer Assistent - ist nur die Bildung der Schwerpunkte Fremdsprachen und Korrespondenz sowie Informationsverarbeitung zulässig; es ist mindestens einer dieser Schwerpunkte zu bilden.

§ 2
Dauer und Gliederung der Ausbildung

(1) Die Ausbildung dauert zwei Jahre, in den in § 1 Satz 1 Nrn. 1, 2 und 6 genannten Fachrichtungen drei Jahre und in der in § 1 Satz 1 Nr. 13 genannten Fachrichtung zweieinhalb Jahre.

(2) 1In der Berufsfachschule der in § 1 Satz 1 Nrn. 1, 6, 10, 11, 12, 14 und 15 genannten Fachrichtungen ist eine praktische Ausbildung in einer außerschulischen Einrichtung als Bestandteil der Ausbildung durchzuführen. 2Die Schule leitet die Durchführung der praktischen Ausbildung an.

(3) 1Die Ausbildung in der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - gliedert sich in eine zweijährige Ausbildung in der Berufsfachschule (Erster Ausbildungsabschnitt) und eine anschließende halbjährige praktische Ausbildung in einer Apotheke (Zweiter Ausbildungsabschnitt). 2Im ersten Ausbildungsabschnitt ist zusätzlich

  1. ein Praktikum von 160 Zeitstunden in einer Apotheke unter der Aufsicht einer Apothekerin oder eines Apothekers und
  2. eine Ausbildung in erster Hilfe von acht Doppelstunden

abzuleisten. 3Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildung zur Apothekenhelferin oder zum Apothekenhelfer, zur Apothekenfacharbeiterin oder zum Apothekenfacharbeiter, zur pharmazeutischen Assistentin oder zum pharmazeutischen Assistenten sowie zur oder zum pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten abgeschlossen haben, haben das Praktikum nicht abzuleisten. 4Während der praktischen Ausbildung in der Apotheke hat die Schülerin oder der Schüler in einem Tagebuch die Herstellung und Prüfung von je vier Arzneimitteln zu beschreiben und zu zwei weiteren Gebieten der praktischen Ausbildung je eine schriftliche Arbeit anzufertigen.

(4) Abweichend von § 28 Abs. 1 Satz 1 NSchG kann aus schulorganisatorischen Gründen das Schuljahr an den Berufsfachschulen - Sozialassistentin/Sozialassistent - und - Schiffsbetriebstechnische Assistentin/Schiffsbetriebstechnischer Assistent - auch am 1.Februar und an den Berufsfachschulen - Altenpflege -, - Ergotherapie - und - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - auch zwischen dem 1.Juli und 1.September beginnen.

§ 3
Aufnahmevoraussetzungen

(1) In die berufsqualifizierende Berufsfachschule kann, soweit in den folgenden Absätzen nichts Abweichendes bestimmt ist, aufgenommen werden, wer den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt.

(2) In die Berufsfachschule - Altenpflege - kann auch aufgenommen werden, wer

  1. über eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert, verfügt,
  2. die Abschlussprüfung an der Berufsfachschule - Altenpflegehilfe - bestanden hat oder
  3. die Berufsausbildung zur Krankenpflegehelferin oder zum Krankenpflegehelfer erfolgreich abgeschlossen hat.

(3) In die Berufsfachschule - Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin/Atem-, Sprech- und Stimmlehrer - kann nur aufgenommen werden, wer

  1. die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllt und
  2. in einem von der Schule durchgeführten Feststellungsverfahren nachweist, dass er über gute stimmliche Qualitäten verfügt, frei von Hör- und Sprachstörungen ist und Elementarkenntnisse im Spiel mindestens eines Begleitinstruments besitzt.

(4) 1In die Berufsfachschule - Informatik - kann nur aufgenommen werden, wer die Fachhochschulreife oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt. 2In die Klasse 2 kann aufgenommen werden, wer die Voraussetzung nach Satz 1 erfüllt und eine einschlägige duale oder schulische Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat.

(5) In die Berufsfachschulen - Kosmetik - und - Pflegeassistenz - kann aufgenommen werden, wer über den Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand verfügt.

(6) 1In die Klasse 2 der Berufsfachschule - Altenpflege - kann aufgenommen werden, wer die Berufsfachschule - Pflegeassistenz - oder die Berufsfachschule - Sozialassistentin/Sozialassistent - mit dem Schwerpunkt Persönliche Assistenz erfolgreich abgeschlossen hat. 2In die Klasse 3 der Berufsfachschule - Altenpflege - kann aufgenommen werden, wer die Fachschule - Heilerziehungspflege - oder eine Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeausbildung, Krankenpflegeausbildung oder Kinderkrankenpflegeausbildung erfolgreich abgeschlossen hat.

(7) In die Klasse 2 der Berufsfachschule - Ergotherapie - kann aufgenommen werden, wer

  1. die Voraussetzung nach Absatz 1 erfüllt und
  2. eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als Physiotherapeutin, Physiotherapeut, Erzieherin oder Erzieher oder eine andere fachlich einschlägige gleichwertige mindestens zweijährige erfolgreich abgeschlossene Ausbildung aufweist.

(8) In die Klasse 2 der Berufsfachschule - Sozialassistentin/Sozialassistent - mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik kann aufgenommen werden, wer die Voraussetzung nach Absatz 1 erfüllt und

  1. eine zweijährige Berufsfachschule - Sozialpädagogik - oder eine gleichwertige fachlich einschlägige Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat,
  2. eine Hochschulzugangsberechtigung oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt oder
  3. nach Abschluss einer durch Bundes- oder Landesrecht geregelten mindestens zweijährigen Berufsausbildung an einer Qualifizierung in der Kindertagespflege im Umfang von mindestens 160 Unterrichtsstunden teilgenommen hat und
    a) mindestens drei Jahre lang als Tagespflegeperson im Umfang von mindestens 50 Prozent einer beruflichen Vollzeitarbeitskraft tätig war oder
    b) an einer Aufbauqualifizierung in der Kindertagespflege im Umfang von 400 Stunden teilgenommen hat und mindestens ein Jahr lang als Tagespflegeperson im Umfang von mindestens 50 Prozent einer beruflichen Vollzeitarbeitskraft tätig war.“

(9) In die Klasse 2 der Berufsfachschule - Sozialassistentin/ Sozialassistent - mit dem Schwerpunkt Persönliche Assistenz kann aufgenommen werden, wer

  1. die schulische Voraussetzung nach Absatz 1 erfüllt und
  2. als berufliche Voraussetzung
    a) eine einjährige Berufsfachschule - Hauswirtschaft und Pflege - mit dem Schwerpunkt Persönliche Assistenz, die den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss als Aufnahmevoraussetzung hat, oder eine zweijährige Berufsfachschule - Ernährung, Hauswirtschaft und Pflege -,
    b) eine Berufsfachschule - Pflegeassistenz - oder
    c) eine andere gleichwertige einschlägige Berufsausbildung

erfolgreich abgeschlossen hat.

(10) Mit Zustimmung der Schulbehörde können auch Bewerberinnen oder Bewerber aufgenommen werden, deren bisheriger beruflicher und schulischer Bildungsweg eine erfolgreiche Mitarbeit in der berufsqualifizierenden Berufsfachschule erwarten lässt.

(11) In die berufsqualifizierende Berufsfachschule kann mit Zustimmung der Schulbehörde zu einem anderen Zeitpunkt als zum Beginn des Bildungsganges aufgenommen werden, wer neben den Aufnahmevoraussetzungen

  1. Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt, die den bis zu dem Aufnahmezeitpunkt vermittelten Bildungsinhalten entsprechen, und
  2. aufgrund eines protokollierten Beratungsgespräches einen erfolgreichen Abschluss des Bildungsganges erwarten lässt.

(12) 1Die Aufnahme einer Schülerin oder eines Schülers in die Berufsfachschulen - Altenpflege -, - Ergotherapie -, - Pflegeassistenz - und - Sozialassistentin/Sozialassistent - wird zum Beginn der praktischen Ausbildung unwirksam, wenn die Schülerin oder der Schüler bis zu diesem Zeitpunkt die Zusage einer von der Schule als geeignet anerkannten Einrichtung über die Durchführung der praktischen Ausbildung, die persönliche Zuverlässigkeit oder die gesundheitliche Eignung nicht nachweist. 2Die persönliche Zuverlässigkeit kann durch die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses nach § 30 a des Bundeszentralregistergesetzes nachgewiesen werden.3Die gesundheitliche Eignung setzt voraus, dass für die Schülerin oder den Schüler durch einen erhöhten Immunschutz üblicherweise eine Gefahr einer berufstypischen Infektion nicht besteht und auch von der Schülerin oder dem Schüler eine Gefahr nicht ausgeht.

(13) Die Aufnahme einer Schülerin oder einer Schülers in die Berufsfachschulen - Agrarwirtschaftlich-technische Assistentin/Agrarwirtschaftlich-technischer Assistent - und - Sozialassistentin/Sozialassistent - hängt auflösend bedingt davon ab, dass sie oder er bis zum Beginn der praktischen Ausbildung die Zusage einer von der Schule als geeignet anerkannten Einrichtung über die Durchführung der praktischen Ausbildung nachweist.

§ 4
Versetzung in der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent -

Abweichend von § 5 des Ersten Teils findet in der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - eine Versetzung nur am Ende der Klasse 1 statt.

§ 5
Abweichende Besetzung von Prüfungsausschüssen

(1) 1Abweichend von § 7 des Ersten Teils besteht der Prüfungsausschuss an der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent -

  1. für den ersten Prüfungsabschnitt aus
    a) einer oder einem Beauftragten der Schulbehörde als vorsitzendem Mitglied,
    b) einer von der Schulbehörde beauftragten Apothekerin oder einem beauftragten Apotheker und
    c) den Lehrkräften, die die Schülerin oder den Schüler planmäßig unterrichtet haben,
    und
  2. für den zweiten Prüfungsabschnitt aus
    a) den in Nummer 1 genannten Mitgliedern und
    b) einer Apothekerin oder einem Apotheker, die oder der in einer Apotheke tätig und nicht Lehrkraft der Schule ist.
    2Sind nicht mindestens zwei Apothekerinnen oder Apotheker Mitglieder des Prüfungsausschusses für den ersten Prüfungsabschnitt, so benennt die Schulbehörde eine zweite Apothekerin oder einen zweiten Apotheker als weiteres Mitglied des Prüfungsausschusses.

(2) 1Abweichend von § 7 des Ersten Teils besteht der Prüfungsausschuss an der Berufsfachschule - Ergotherapie - aus

  1. einer oder einem Beauftragten der Schulbehörde als vorsitzendem Mitglied,
  2. einer von der Schulbehörde beauftragten Ärztin oder einem beauftragten Arzt oder einer beauftragten Lehrkraft der Schule und
  3. den Lehrkräften, die die Schülerin oder den Schüler planmäßig unterrichtet haben.

2Unter den Mitgliedern nach Satz 1 Nr. 3 muss sich eine Ärztin oder ein Arzt und eine Ergotherapeutin oder Diplommedizinpädagogin oder ein Ergotherapeut oder Diplommedizinpädagoge befinden.

§ 6
Abschlussprüfung an der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent -

(1) Abweichend von den §§ 8 und 9 des Ersten Teils besteht die Abschlussprüfung an der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - aus zwei Abschnitten.

(2) Der erste Prüfungsabschnitt findet am Ende der Klasse 2 statt und umfasst eine schriftliche, eine praktische und eine mündliche Prüfung.

(3) 1Der zweite Prüfungsabschnitt findet nach der praktischen Ausbildung statt. 2Er besteht aus einer mündlichen Prüfung im Lernfeld „Bei der Betriebsgestaltung und -entwicklung mitwirken”.

§ 7
Schriftliche Prüfungen

(1) Die schriftlichen Prüfungen in der berufsqualifizierenden Berufsfachschule bestehen aus Klausurarbeiten nach Maßgabe der folgenden Aufstellung:

Lfd. Nr. Fachrichtung
auch mit Schwerpunkt
Lernbereich/Fach/Lernfeld Bearbeitungszeit in Zeitstunden
1 Altenpflege Je eine Klausurarbeit aus
a) dem Fach ,Theoretische Grundlagen und Pflegeplanung im altenpflegerischen Handeln',
3
b) dem Fach ,Personen- und situationsbezogene Pflege alter Menschen' und
3
c) dem Lernfeld ‚Lebenswelten und soziale Netzwerke alter Menschen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen' des Faches ‚Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung'.
3
2 Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin/ Atem-, Sprech- und Stimmlehrer Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  
Drei fächerübergreifende Klausurarbeiten. je 3
3 Biologisch-technische Assistentin/ Biologisch-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  

Je eine Klausurarbeit in den Fächern

je 3
a) Chemisch- und instrumentell-analytischer Arbeitsbereich,
b) Botanisch-zoologischer Arbeitsbereich und
c) Mikrobiologisch-biochemischer Arbeitsbereich.
 
4 Chemisch-technische Assistentin/ Chemisch-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  
Je eine Klausurarbeit je 3
a) aus dem Fach Instrumentelle Analytik
 
b) aus dem Fach Präparative Chemie und
 
c) übergreifend aus zwei optionalen Lernfeldern nach den Rahmenrichtlinien.
 
5 Elektro-technische Assistentin/ Elektro-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  
Je eine lernfeldübergreifende Klausurarbeit je 3
a) aus den Lernfeldern
aa) Elektrische und elektronische Systeme analysieren, beschreiben, berechnen und aufbauen,
bb) Regelungen analysieren, anpassen und aufbauen und
cc) Energietechnische Anforderungen für Geräte und Schaltungen analysieren, planen und realisieren;
b) aus den Lernfeldern
aa) Aufbau und Funktionsweise von Kommunikationsanlagen und Schnittstellen analysieren und planen,
bb) Elektronische Baugruppen projektieren, aufbauen und festlegen von Testpunkten und
cc) Messverfahren für Schaltungen auswählen, realisieren und Ergebnisse bewerten und dokumentieren;
c) aus den Lernfeldern
aa) Elektronische Schaltungen analysieren, planen, layouten und herstellen und
bb) Designen von Leiterplatten und entwickeln von Baugruppen und festlegen der Prüfverfahren.
 
6 Ergotherapie Drei Klausurarbeiten aus den Fächern Ergotherapeutische Mittel und Ergotherapeutische Maßnahmen je 3
7 Gestaltungs-technische Assistentin/ Gestaltungs-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:
Eine Aufgabe aus einem der Lernfelder
6
a) Corporate Design entwickeln und gestalten,
b) Komplexe Printprodukte gestalten und erstellen oder
c) Printmedien produktübergreifend gestalten und produzieren.
 
8 Informatik Berufsbezogener Lernbereich - Kernbereiche der Informatik:  
a) Eine lernfeldübergreifende Klausurarbeit aus den Lernfeldern
aa) Betriebssysteme einrichten und Netzwerke konzipieren und verwalten und
bb) Internet-Anwendungen konzipieren, umsetzen und publizieren
3
Berufsbezogener Lernbereich - Schwerpunkte der Informatik:  
b) Dem Schwerpunkt entsprechend je eine lernfeldbezogene Klausurarbeit in dem Lernfeld
Schwerpunkt Medieninformatik:
aa) Medienkomponenten gestalten und erstellen,
bb) Interaktive Systeme planen und erstellen und
cc) Komplexe Internetapplikationen konzipieren und implementieren;
Schwerpunkt Softwaretechnologie:
aa) Objektorientierte Softwaresysteme analysieren und designen,
bb) Objektorientierte Softwaresysteme implementieren und
cc) Komplexe technische/ naturwissenschaftliche Applikationen konzipieren und implementieren;
Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik:
aa) ERP-Systeme einrichten und einsetzen,
bb) Betriebswirtschaftliche Informationssysteme analysieren und gestalten und
cc) Komplexe betriebswirtschaftliche Informationssysteme konzipieren und implementieren.
je 3
9 Kaufmännische Assistentin/ Kaufmännischer Assistent, Schwerpunkt Fremdsprachen und Korrespondenz Je eine Klausurarbeit aus  
a) den Lernfeldern des berufsbezogenen Lernbereichs Wirtschaft/ Bürokommunikation,
3
b) den Lernfeldern Englisch des berufsbezogenen Lernbereichs Englisch/ Zweite Fremdsprache und
5
c) den Lernfeldern zweite Fremdsprache des berufsbezogenen Lernbereichs Englisch/Zweite Fremdsprache.
3,5
10 Kosmetik Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  
Je eine Klausurarbeit aus den Lernfeldern  
a) Diagnosen erstellen,
3
b) Gesundheitsorientiert beraten und unterstützen und
2
c) Betriebswirtschaftlich handeln oder Kunden betreuen und Verkaufsgespräche führen.
2
11.1 Agrarwirtschaftlich-technische Assistentin/ Agrarwirtschaftlich-technischer Assistent,
Schwerpunkt Pflanzenproduktion
Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  
Je eine Klausurarbeit je 3
a) aus dem Fach Bodenkunde und Pflanzenernährung oder dem Fach Chemie und Physik,
b) aus den Fächern Pflanzenbau, Pflanzenschutz oder Biologie und
c) aus den Fächern Pflanzenzüchtung, Versuchswesen oder Mikrobiologie.
 
11.2 Agrarwirtschaftlich-technische Assistentin/ Agrarwirtschaftlich-technischer Assistent,
Schwerpunkt Tierproduktion
Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  
Je eine Klausurarbeit je 3 je 3
a) aus dem Fach Tierernährung oder dem Fach Chemie und Physik,
b) aus den Fächern Tierzucht oder Biologie und
c) aus den Fächern Tierhygiene, Versuchswesen oder Mikrobiologie.
 
12 Pflegeassistenz Je eine Klausurarbeit je 3
a) aus den Fächern Deutsch/Kommunikation oder Englisch/Kommunikation,
b) aus dem Fach Pflege von Menschen und
c) fächerübergreifend aus den Fächern „Arbeits- und Beziehungsprozesse” und „Unterstützung des Menschen”.
 
13 Pharmazeutisch-technische Assistentin/ Pharmazeutisch-technischer Assistent Je eine Klausurarbeit aus den Fächern  
a) Verordnungen ausführen,
1,5
b) Beraten und Abgeben im Rahmen der Selbstmedikation,
3,5
c) Arzneimittel herstellen und
2
d) Qualität kontrollieren.
2
14 Schiffsbetriebs-technische Assistentin/ Schiffsbetriebs-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:
Je eine Aufgabe aus den Lernfeldern
insgesamt 12
a) Metallische Werkstücke und Baugruppen herstellen und
b) in den Schwerpunkten Nautik und Fischerei:
Nach den Regeln guter Seemannschaft arbeiten.
im Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik:
Aufgaben im Wach- und Maschinenbetriebsdienst übernehmen.
15.1 Sozialassistentin/ Sozialassistent, Schwerpunkt Sozialpädagogik Je eine Klausurarbeit je 3
a) aus dem Fach Deutsch/Kommunikation,
b) aus dem Fach Sozialpädagogische Bildungsarbeit und
c) aus den Fächern Zielgruppenorientierte Arbeitsprozesse, Sozialpädagogische Beziehungsgestaltung oder Berufsrolle und Konzeptionen.
 
15.2 Sozialassistentin/ Sozialassistent, Schwerpunkt Familienpflege Drei Klausurarbeiten aus den Lernfeldern des berufsbezogenen Lernbereichs - Theorie. je 3
16 Informationstechnische Assistentin/ Informationstechnischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  
Je eine Klausurarbeit aus den Lernfeldern je 3
a) Software für technische Anwendungen entwickeln,
b) Rechnernetze nach Vorgaben einrichten und
c) Energieversorgung für informationstechnische Systeme sicherstellen.
17 Umweltschutz-technische Assistentin/ Umweltschutz-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Theorie:  
Je eine Klausurarbeit aus den Lernfeldern je 3
a) Emissions- und Immissionsmessungen planen, durchführen und bewerten,
b) Ökosysteme und ihre anthropogenen Belastungsfaktoren analysieren und bewerten und
c) Hydraulische Maßnahmen an Fließgewässern unter Berücksichtigung der Renaturierung planen, analysieren und bewerten.
 

(2) Abweichend von § 10 Abs. 5 des Ersten Teils wird an den Berufsfachschulen - Altenpflege -, - Ergotherapie - und - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - jede Klausurarbeit von zwei Lehrkräften beurteilt.

§ 8
Praktische Prüfung

(1) Die praktische Prüfung wird nach Maßgabe der folgenden Aufstellung durchgeführt:

Lfd. Nr. Fachrichtung
auch mit Schwerpunkt
Lernbereich/Fach/Lernfeld Zeitrichtwerte
in Zeitstunden und Vorbereitungszeit
1 Altenpflege Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Schriftliche Ausarbeitung einer Pflegeplanung, sowie Durchführung der Pflege einschließlich Beratung, Betreuung und Begleitung eines alten Menschen und abschließende Reflexion. 2
nach einer Vorbereitungszeit von drei Werktagen
2 Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin/ Atem-, Sprech- und Stimmlehrer Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
a) 1Abgabe einer Lehrprobe nach einer schriftlichen Ausarbeitung in der Vorbereitungszeit. 2Die Ausarbeitung hat der Prüfling der Prüferin oder dem Prüfer am Prüfungstag vorzulegen.
0,5
nach einer Vorbereitungszeit von drei Werktagen
b) Im Klavierinstrumentspiel ist unter Berücksichtung eines der Fächer des berufsbezogenen Lernbereichs - Praxis ein Vortrag zu halten.
0,5
3 Biologisch-technische Assistentin/ Biologisch-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Je eine Aufgabe aus den Fächern je 6
a) Chemisch- und instrumentell-analytischer Arbeitsbereich,
b) Botanisch-zoologischer Arbeitsbereich und
c) Mikrobiologisch-biochemischer Arbeitsbereich.
 
4 Chemisch-technische Assistentin/ Chemisch-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Je eine Aufgabe  
a) aus dem Fach Instrumentelle Analytik
6
b) aus dem Fach Präparative Chemie und
8
c) übergreifend aus zwei optionalen Lernfeldern nach den Rahmenrichtlinien.
6
5 Elektro-technische Assistentin/ Elektro-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Eine lernfeldübergreifende Arbeitsaufgabe aus den Lernfeldern
a) Elektronische Schaltungen analysieren, planen, layouten und herstellen,
b) Messverfahren für Schaltungen auswählen, realisieren und Ergebnisse bewerten und dokumentieren und
c) Designen von Leiterplatten und entwickeln von Baugruppen und festlegen der Prüfverfahren.
12
6 Ergotherapie
a) Anfertigung einer Schiene, eines Hilfsmittels oder eines anderen therapeutischen Gegenstandes als Werkstück unter Aufsicht nach einem vom Prüfling zu erstellenden Arbeitsplan sowie Analyse und Begründung der therapeutischen Einsatzmöglichkeit.
12
b) Ergotherapeutische Behandlung eines Einzelpatienten oder einer Patientengruppe auf der Grundlage einer schriftlichen Ausarbeitung über die ergotherapeutische Befunderhebung, die Behandlungsplanung und deren Durchführung, wobei die Leiterin oder der Leiter der Schule die Patientinnen oder Patienten im Einvernehmen mit einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten, die oder der dem Prüfungsausschuss angehört, auswählt.
1
Die Patientinnen oder Patienten werden dem Prüfling vier Werktage vor der Prüfung zugewiesen.
7 Gestaltungstechnische Assistentin/ Gestaltungstechnischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Eine komplexe Arbeitsaufgabe aus dem Fach Grafikdesign: 8
nach einer Vorbereitungszeit von einer Woche
1Der Prüfling hat in der Vorbereitungszeit ein Konzept für ein Medienprodukt selbständig zu fertigen und am Prüfungstag schriftlich vorzulegen. 2Am Prüfungstag ist das Medienprodukt auf der Grundlage des vorgelegten Konzepts zu gestalten und druckreif zu erstellen.
8 Informatik Berufsbezogener Lernbereich - Kernbereiche der Informatik:  
a) Eine lernfeldübergreifende Arbeitsaufgabe aus den Lernfeldern
aa) Informationssysteme verwalten und nutzen und
bb) Softwaresysteme konzipieren, implementieren und pflegen.
4
b) Dem Schwerpunkt entsprechend eine lernfeldübergreifende Arbeitsaufgabe aus den Lernfeldern
Schwerpunkt Medieninformatik:
aa) Medienkomponenten gestalten und erstellen,
bb) Interaktive Systeme planen und erstellen und
cc) Komplexe Internetapplikationen konzipieren und implementieren;
Schwerpunkt Softwaretechnologie:
aa) Objektorientierte Softwaresysteme analysieren und designen,
bb) Objektorientierte Softwaresysteme implementieren und
cc) Komplexe technische/ naturwissenschaftliche Applikationen konzipieren und implementieren;
Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik:
aa) ERP-Systeme einrichten und einsetzen,
bb) Betriebswirtschaftliche Informationssysteme analysieren und gestalten und
cc) Komplexe betriebswirtschaftliche Informationssysteme konzipieren und implementieren.
4
9 Kaufmännische Assistentin/ Kaufmännischer Assistent, Schwerpunkt Fremdsprachen und Korrespondenz Berufsbezogener Lernbereich - Wirtschaft/Bürokommunikation:  
Eine lernfeldübergreifende Aufgabe aus den Lernfeldern der Bürokommunikation. 3
10 Kosmetik Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Je eine Aufgabe aus den Lernfeldern Insgesamt 4
a) Kosmetische Diagnosen erstellen,
b) Kosmetische Massagen durchführen und
c) Haut und Anhangsgebilde pflegen oder Spezialbehandlungen durchführen oder Dekorative Maßnahmen anwenden.
 
11 Agrarwirtschaftlich-technische Assistentin/ Agrarwirtschaftlich technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Eine kompetenzbereichsübergreifende Aufgabe aus dem Fach Naturwissenschaftliche Laborarbeit. 3
12 Pflegeassistenz Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Der Prüfling hat in der Vorbereitungszeit ein Konzept für die Pflege, Betreuung oder Begleitung eines Menschen selbständig zu erstellen und am Prüfungstag schriftlich vorzulegen und praktisch umzusetzen. 1
nach einer Vorbereitungszeit von drei Werktagen
13 Pharmazeutisch-technische Assistentin/ Pharmazeutisch-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
je eine Aufgabe aus den Lernfeldern  
a) Arzneimittel herstellen
Herstellung von vier galenischen Zubereitungen, davon zwei Arzneimitteln auf Verschreibung (Rezeptur), nach den anerkannten pharmazeutischen Regeln und den Vorschriften der Apothekenbetriebsordnung.
höchstens 6
b) Qualität kontrollieren
Prüfung von zwei Arzneimitteln und einer Droge nach den anerkannten pharmazeutischen Regeln und Bestimmung eines Gemisches von Drogen in seinen Bestandteilen.
höchstens 12
14 Schiffsbetriebstechnische Assistentin/ Schiffsbetriebstechnischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Je eine Aufgabe aus den Kompetenzbereichen  
a) Metallgrundausbildung und
14
b) Schiffssicherheit sowie
4
als weitere Aufgaben  
c) in den Schwerpunkten Nautik und Fischerei: eine Aufgabe aus dem Lernfeld Seemannschaft und
1
d) im Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik: eine Aufgabe aus dem Lernfeld Schiffstechnologie.
1
15 Sozialassistentin/ Sozialassistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
1Die Praxisaufgabe ist entsprechend den in den Lernfeldern beschriebenen Kompetenzen und beruflichen Anforderungen zu stellen. 2Die Planung hat der Prüfling der Prüferin oder dem Prüfer am Prüfungstag schriftlich vorzulegen. 3Abweichend von § 11 Abs. 1 des Ersten Teils wird die Aufgabe für die praktische Prüfung von der Lehrkraft, die den Prüfling während der praktischen Ausbildung betreut hat, im Einvernehmen mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter festgelegt. 1
Die Aufgabe wird drei Werktage vor der praktischen Prüfung ausgegeben.
16 Informationstechnische Assistentin/ Informationstechnischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
Eine lernfeldübergreifende Arbeitsaufgabe aus den Lernfeldern Insgesamt 8
a) Software für technische Anwendungen entwickeln,
b) Rechnernetze nach Vorgaben einrichten und
c) Energieversorgung für informationstechnische Systeme sicherstellen.
 
17 Umweltschutz-technische Assistentin/ Umweltschutz-technischer Assistent Berufsbezogener Lernbereich - Praxis:  
je eine Aufgabe aus den Lernfeldern je 4
a) Methoden der quantitativen Analyse planen und durchführen und
b) Mikrobiologische Untersuchungen durchführen,
c) Wasseruntersuchungen planen, durchführen und bewerten
oder
Bodenuntersuchungen planen, durchführen und bewerten.
 

(2) 1Abweichend von § 11 Abs. 2 Satz 1 des Ersten Teils werden an den Berufsfachschulen - Altenpflege -, - Ergotherapie - und - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - die Leistungen in der praktischen Prüfung von zwei Fachprüferinnen oder Fachprüfern abgenommen und beurteilt. 2Zu den Fachprüferinnen und Fachprüfern gehört mindestens eine Lehrkraft der Schule, die den Unterricht erteilt oder die Schülerinnen und Schüler in den Einrichtungen betreut hat. 3In den Fachrichtungen Altenpflege und Ergotherapie kann die Schulleiterin oder der Schulleiter eine geeignete Fachkraft, die in der jeweiligen Einrichtung der praktischen Ausbildung die Praxisanleitung sichergestellt hat, zur Fachprüferin oder zum Fachprüfer berufen.

§ 9
Kombinierte Prüfung

Abweichend von § 13 Abs. 1 des Ersten Teils ist eine kombinierte Prüfung durchzuführen

  1. in der Berufsfachschule - Kaufmännische Assistentin/Kaufmännischer Assistent - im Schwerpunkt Fremdsprachen und Korrespondenz - als lernfeldübergreifende Aufgabe aus dem berufsbezogenen Lernbereich - Englisch/Zweite Fremdsprache mit einer Bearbeitungszeit von einer Zeitstunde,
  2. an der Berufsfachschule - Kaufmännische Assistentin/Kaufmännischer Assistent - im Schwerpunkt Informationsverarbeitung
    a) im berufsbezogenen Lernbereich - Wirtschaft mit zwei Aufgaben mit einer Bearbeitungszeit von jeweils drei Zeitstunden und
    b) im berufsbezogenen Lernbereich - Informationsverarbeitung mit einer Aufgabe mit einer Bearbeitungszeit von vier Zeitstunden.

§ 10
Projektarbeit

1Abweichend von § 14 Abs. 1 des Ersten Teils ist in der Berufsfachschule - Kaufmännische Assistentin/Kaufmännischer Assistent - im Schwerpunkt Informationsverarbeitung zusätzlich eine Projektarbeit als Teil der Abschlussprüfung durchzuführen. 2Das Thema der Projektarbeit muss sich auf die berufsbezogenen Lernbereiche Wirtschaft und Informationsverarbeitung beziehen.

§ 11
Mündliche Prüfung

(1) 1In der Berufsfachschule - Altenpflege - ist abweichend von § 12 Abs. 1 Satz 2 des Ersten Teils eine mündliche Prüfung durchzuführen. 2Diese erstreckt sich neben den Prüfungsgegenständen, die nach § 12 Abs. 1 des Ersten Teils zur Klärung der Endzensur erforderlich sind, auf Kenntnisse in

  1. dem Fach „Personen- und situationsbezogene Pflege alter Menschen",
  2. dem Lernfeld „Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen" aus dem Fach „Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit" und
  3. den Lernfeldern „Berufliches Selbstverständnis entwickeln" und „Mit Krisen und schwierigen sozialen Situationen umgehen" aus dem Fach „Altenpflege als Beruf".

(2) 1In der Berufsfachschule - Ergotherapie - ist abweichend von § 12 Abs. 1 Satz 2 des Ersten Teils eine mündliche Prüfung durchzuführen. 2Diese erstreckt sich neben den Prüfungsinhalten, die nach § 12 Abs. 1 des Ersten Teils zur Klärung der Endzensur erforderlich sind, auf Kenntnisse in

  1. Anatomie,
  2. Medizinsoziologie und Gerontologie und
  3. Grundlagen der Ergotherapie.

(3) 1In der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - ist abweichend von § 12 Abs. 1 Satz 2 des Ersten Teils eine mündliche Prüfung durchzuführen. 2Diese erstreckt sich neben den Prüfungsinhalten, die nach § 12 Abs. 1 des Ersten Teils zur Klärung der Endzensur erforderlich sind, auf Kenntnisse in den Lernfeldern

  1. Dienstleistungen anbieten und erbringen und
  2. Bei der Betriebsgestaltung und -entwicklung mitwirken.

(4) Die Prüfung nach den Absätzen 1 bis 3 wird abweichend von § 12 Abs. 4 Satz 1 des Ersten Teils nur von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses abgenommen, die in dem prüfungsrelevanten Bereich unterrichtet haben.

§ 12
Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler

In den Berufsfachschulen - Altenpflege -, - Ergotherapie - und - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutischtechnischer Assistent - findet § 19 des Ersten Teils keine Anwendung.

§ 13
Abweichende Voraussetzungen des erfolgreichen Besuchs von bestimmten Bildungsgängen

(1) In der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - ist

  1. der erste Ausbildungsabschnitt abweichend von § 23 Abs. 2 des Ersten Teils erfolgreich besucht, wenn
    a) die Leistungen in der Abschlussklasse in allen Lernbereichen mindestens mit der Note „ausreichend” und in keinem Lernfeld der Abschlussprüfung mit „mangelhaft” oder „ungenügend” bewertet worden sind,
    b) das Praktikum nach § 2 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 abgeleistet ist und
    c) die Ausbildung in erster Hilfe nach § 2 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 abgeleistet ist,
  2. der zweite Ausbildungsabschnitt erfolgreich besucht, wenn
    a) die Leistungen im Lernfeld „Bei der Betriebsgestaltung und -entwicklung mitwirken” mindestens mit „ausreichend” bewertet worden sind,
    b) die praktische Ausbildung in der Apotheke nach § 2 Abs. 3 Satz 1 abgeleistet ist und
    c) das Tagebuch nach § 2 Abs. 3 Satz 4 vorliegt und
  3. der Bildungsgang erfolgreich besucht, wenn der erste und der zweite Ausbildungsabschnitt erfolgreich besucht wurden.

(2) In der Berufsfachschule - Schiffsbetriebstechnische Assistentin/Schiffsbetriebstechnischer Assistent - muss die Schülerin oder der Schüler die ordnungsgemäße Durchführung der praktischen Ausbildung nachweisen.

(3) In den Berufsfachschulen - Altenpflege - und - Ergotherapie - ist der Bildungsgang erfolgreich besucht, wenn abweichend von § 23 Abs. 2 Satz 2 des Ersten Teils die Leistungen in keinem Fach der Abschlussprüfung mit „mangelhaft” oder „ungenügend” bewertet worden sind.

§ 14
Wiederholung der Abschlussprüfung an den Berufsfachschulen - Altenpflege -, - Ergotherapie – und - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent -

(1) Wer die Berufsfachschule - Altenpflege - oder die Berufsfachschule - Ergotherapie - nicht erfolgreich besucht hat, kann abweichend von § 24 Abs. 1 Satz 1 des Ersten Teils die Abschlussprüfung insgesamt, die schriftliche, die mündliche oder die praktische Prüfung oder die Prüfung in einzelnen Prüfungsfächern oder Lernfeldern einmal wiederholen.

(2) 1Wer an der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/Pharmazeutisch-technischer Assistent - im ersten Ausbildungsabschnitt die Leistungen nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst a nicht erbracht hat, kann abweichend von § 24 Abs. 1 Satz 1 des Ersten Teils den ersten Prüfungsabschnitt, die schriftliche, die mündliche oder die praktische Prüfung oder die Prüfung in einzelnen Lernfelder einmal wiederholen. 2Wer den zweiten Ausbildungsabschnitt nicht erfolgreich abgeschlossen hat, kann abweichend von § 24 Abs. 1 Satz 1 des Ersten Teils den zweiten Prüfungsabschnitt einmal wiederholen.

(3) 1Über die Wiederholung oder Teilwiederholung der Abschlussprüfung und den Zeitpunkt der Wiederholungsprüfung entscheidet der Prüfungsausschuss. 2Der Prüfungsausschuss entscheidet auch, ob und in welchem Umfang vor der Wiederholungsprüfung eine weitere Ausbildung erforderlich ist. 3Der Prüfungsausschuss hat eine weitere Ausbildung vorzusehen, wenn die Leistungen

  1. in mehr als zwei Fächern oder Lernfeldern der schriftlichen Prüfung,
  2. in mehr als einem Fach oder Lernfeld der praktischen Prüfung,
  3. in allen Fächern oder Lernfeldern der mündlichen Prüfung oder
  4. im zweiten Prüfungsabschnitt an der Berufsfachschule - Pharmazeutisch-technische Assistentin/ Pharmazeutisch-technischer Assistent -

nicht mindestens mit der Note ‚ausreichend’ bewertet wurden.

(4) 1Die Wiederholung oder Teilwiederholung der Abschlussprüfung soll spätestens ein Jahr nach der letzten Prüfung abgeschlossen sein. 2Der Prüfungsausschuss kann eine weitere Wiederholung oder Teilwiederholung der Abschlussprüfung zulassen, wenn eine außergewöhnliche Behinderung der Schülerin oder des Schülers während der weiteren Ausbildung oder bei der Wiederholungsprüfung vorlag und eine nochmalige Wiederholung aussichtsreich erscheint.

§ 15
Führen von Berufsbezeichnungen

1Mit dem erfolgreichen Besuch der berufsqualifizierenden Berufsfachschule wird die Berechtigung erworben, eine der folgenden Berufsbezeichnungen entsprechend der Fachrichtung zu führen:

  1. Staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin oder Staatlich geprüfter Atem-, Sprech- und Stimmlehrer,
  2. Staatlich geprüfte Biologisch-technische Assistentin oder Staatlich geprüfter Biologisch-technischer Assistent,
  3. Staatlich geprüfte Chemisch-technische Assistentin oder Staatlich geprüfter Chemisch-technischer Assistent,
  4. Staatlich geprüfte Elektro-technische Assistentin oder Staatlich geprüfter Elektro-technischer Assistent,
  5. Staatlich geprüfte Gestaltungstechnische Assistentin oder Staatlich geprüfter Gestaltungstechnischer Assistent,
  6. Staatlich geprüfte Informatikerin oder Staatlich geprüfter Informatiker,
  7. Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin oder Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent,
  8. Staatlich geprüfte Kosmetikerin oder Staatlich geprüfter Kosmetiker,
  9. Staatlich geprüfte Agrarwirtschaftlich-technische Assistentin oder Staatlich geprüfter Agrarwirtschaftlich-technischer Assistent,
  10. Staatlich geprüfte Pflegeassistentin oder Staatlich geprüfter Pflegeassistent,
  11. Staatlich geprüfte Schiffsbetriebstechnische Assistentin oder Staatlich geprüfter Schiffsbetriebstechnischer Assistent,
  12. Staatlich geprüfte Sozialassistentin oder Staatlich geprüfter Sozialassistent,
  13. Staatlich geprüfte Informationstechnische Assistentin oder Staatlich geprüfter Informationstechnischer Assistent,
  14. Staatlich geprüfte Umweltschutz-technische Assistentin oder Staatlich geprüfter Umweltschutz-technischer Assistent,

2Der Berufsbezeichnung ist ein Hinweis auf den Schwerpunkt anzufügen.


Anlage 5
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Fachoberschule

§ 1
Fachrichtungen

(1) Die Fachoberschule kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Fachoberschule

  1. - Wirtschaft und Verwaltung -,
  2. - Technik -,
  3. - Gesundheit und Soziales -,
  4. - Gestaltung -,
  5. - Ernährung und Hauswirtschaft - sowie
  6. - Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie -.

(2) In der Fachoberschule - Wirtschaft und Verwaltung - ist mindestens einer der Schwerpunkte

  1. Wirtschaft,
  2. Verwaltung und Rechtspflege und
  3. Informatik zu bilden.

(3) In der Fachoberschule - Technik - kann der Schwerpunkt Informatik gebildet werden.

(4) In der Fachoberschule - Gesundheit und Soziales - ist mindestens einer der Schwerpunkte

  1. Gesundheit-Pflege und
  2. Sozialpädagogik zu bilden.

(5) 1Zum Erwerb der Fachhochschulreife kann ein Ergänzungsbildungsgang ergänzend zu

  1. einer berufsqualifizierenden Berufsfachschule, die den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss voraussetzt,
  2. einer bundesrechtlich geregelten Ausbildung in einem anderen als ärztlichen Heilberuf mit einer Regelausbildungsdauer von mindestens drei Jahren und
  3. einer Berufsschule für einen Ausbildungsberuf mit einer Regelausbildungszeit von mindestens drei Jahren

angeboten werden. 2Mit dem Ergänzungsbildungsgang und dem Bildungsgang nach Satz 1 müssen die zeitlichen und inhaltlichen Rahmenvorgaben der Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen der Kultusministerkonferenz vom 5.Juni 1998 in der Fassung vom 9.März 2001 (Nds.MBl. S.610) eingehalten werden.

§ 2
Dauer und Gliederung der Ausbildung

(1) 1Die Schülerinnen und Schüler, die in die Fachoberschule in Klasse 11 ohne einschlägige berufliche Erstausbildung eintreten (§ 18 Satz 1 NSchG), haben in der Klasse 11 ein Praktikum in einem Betrieb oder in einer gleichwertigen Einrichtung (Praktikumseinrichtung) im Gesamtumfang von mindestens 960 Stunden abzuleisten. 2Das Praktikum muss in einer Praktikumseinrichtung abgeleistet werden, die der gleichen Fachrichtung zugeordnet werden kann wie der Unterricht des berufsbezogenen Lernbereichs, an dem die Schülerin oder der Schüler teilnimmt.

(2) Abweichend von § 28 Abs. 1 Satz 1 NSchG kann das Schuljahr an der Fachoberschule aus schulorganisatorischen Gründen und an dem Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife auch am 1.Februar beginnen.

§ 3
Aufnahmevoraussetzungen

(1) 1In die Klasse 11 der Fachoberschule kann aufgenommen werden, wer den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt. 2Die Aufnahme hängt auflösend bedingt davon ab, dass die Schülerin oder der Schüler bis zum Beginn des Bildungsganges einen Vertrag mit einer geeigneten Praktikumseinrichtung nachweist.

(2) In die Klasse 12 der Fachoberschule kann aufgenommen werden, wer einen schulischen Abschluss nach Absatz 1 Satz 1 besitzt und

  1. eine mindestens zweijährige erfolgreich abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung und den Berufsschulabschluss,
  2. einen anderen den Anforderungen nach Nummer 1 gleichwertigen Abschluss,
  3. eine mindestens fünfjährige einschlägige hauptberufliche Tätigkeit,
  4. durch den erfolgreichen Besuch
    a) einer Berufsfachschule oder der Einführungsphase des Beruflichen Gymnasiums in einer einschlägigen Fachrichtung und
    b) durch die Ableistung eines einschlägigen Praktikums in einer Praktikumseinrichtung im Gesamtumfang von mindestens 960 Stunden
    einen dem erfolgreichen Besuch der Klasse 11 gleichwertigen Bildungsstand oder
  5. in der Fachoberschule - Gestaltung - eine hinreichende künstlerische Befähigung

aufweist.

(3) Ein dem Berufsschulabschluss gleichwertiger Bildungsstand kann auch durch eine entsprechende Feststellung der notwendigen Kenntnisse durch die aufnehmende Schule ersetzt werden.

(4) In den Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife kann aufgenommen werden, wer den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt.

§ 4
Versetzung

1In die Klasse 12 der Fachoberschule kann nur versetzt werden, wer die schulischen Voraussetzungen nach § 5 des Ersten Teils erfüllt und zusätzlich durch eine Bescheinigung der Praktikumseinrichtung nachweist, dass er das Praktikum nach § 2 Abs. 1 ordnungsgemäß abgeleistet hat. 2In dem Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife findet eine Versetzung nicht statt.

§ 5
Schriftliche Prüfung

(1) Die schriftliche Prüfung an der Fachoberschule besteht aus jeweils einer Klausurarbeit

  1. im Fach Deutsch,
  2. im Fach Englisch,
  3. im Fach Mathematik und
  4. aus dem berufsbezogenen Lernbereich.

(2) Die Bearbeitungszeit beträgt für die Klausurarbeiten in den Fächern Englisch und Mathematik jeweils drei, für die beiden anderen Klausurarbeiten jeweils vier Zeitstunden.

(3) 1Die schriftliche Prüfung an dem Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife findet in den drei Bereichen

a) muttersprachliche Kommunikation/Deutsch,
b) Fremdsprache und
c) mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Bereich

mit einer Bearbeitungszeit von jeweils drei Zeitstunden statt. 2Die Prüfung entfällt in dem Bereich nach Satz 1, wenn in dem Bildungsgang nach § 1 Abs. 5 Satz 1 eine entsprechende schriftliche Prüfung abgelegt wird.

§ 6
Abschluss und Wiederholung des Ergänzungsbildungsganges zum Erwerb der Fachhochschulreife

1Der Ergänzungsbildungsgang zum Erwerb der Fachhochschulreife ist abweichend von § 23 des Ersten Teils erfolgreich besucht, wenn die Leistungen in allen Fächern jeweils mindestens mit der Note „ausreichend” bewertet worden sind. 2Die Wiederholung eines nicht erfolgreich besuchten Ergänzungsbildungsganges ist nur möglich, wenn der Bildungsgang nach § 1 Abs. 5 noch nicht abgeschlossen ist.


Anlage 6
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Berufsoberschule

§ 1
Fachrichtungen

Die Berufsoberschule kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Berufsoberschule

  1. - Wirtschaft und Verwaltung -,
  2. - Technik -,
  3. - Gesundheit und Soziales -,
  4. - Ernährung und Hauswirtschaft - sowie
  5. - Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie -.

§ 2
Dauer und Gliederung der Ausbildung

(1) 1Als Klasse 12 der Berufsoberschule wird die Klasse 12 der Fachoberschule in der entsprechenden Fachrichtung geführt. 2In der Berufsoberschule findet eine Versetzung in die Klasse 13 nicht statt.

(2) Abweichend von § 28 Abs. 1 Satz 1 NSchG kann das Schuljahr an der Berufsoberschule aus schulorganisatorischen Gründen auch am 1.Februar jeden Jahres beginnen.

§ 3
Aufnahmevoraussetzungen

(1) In die Klasse 12 der Berufsoberschule kann aufgenommen werden, wer den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt und

  1. eine mindestens zweijährige erfolgreich abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung oder eine mindestens fünfjährige einschlägige hauptberufliche Tätigkeit aufweist und
  2. den Berufsschulabschluss oder einen anderen gleichwertigen Bildungsstand besitzt.

(2) In die Klasse 13 der Berufsoberschule kann aufgenommen werden, wer die Fachhochschulreife oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt und die Voraussetzungen nach Absatz 1 Nrn. 1 und 2 erfüllt.

(3) Ein dem Berufsschulabschluss gleichwertiger Bildungsstand kann auch durch eine entsprechende Feststellung der notwendigen Kenntnisse durch die aufnehmende Schule ersetzt werden.

§ 4
Schriftliche Prüfung

(1) Die schriftliche Prüfung besteht aus jeweils einer Klausurarbeit

  1. im Fach Deutsch,
  2. im Fach Englisch,
  3. im Fach Mathematik und
  4. aus dem berufsbezogenen Lernbereich.

(2) Die Bearbeitungszeit beträgt für die Klausurarbeiten in den Fächern Englisch und Mathematik jeweils drei, die Klausurarbeit im Fach Deutsch vier und für die Klausurarbeit aus dem berufsbezogenen Lernbereich fünf Zeitstunden.

(3) Abweichend von § 10 Abs. 3 des Ersten Teiles sind die Aufgabenvorschläge acht Wochen vor der schriftlichen Prüfung der Schulbehörde zur Auswahl vorzulegen.

§ 5
Ergänzungsprüfung zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife

(1) 1An der Berufsoberschule kann eine Ergänzungsprüfung zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife in einer an niedersächsischen Schulen als Unterrichtsfach zugelassenen zweiten Fremdsprache abgelegt werden. 2Zu dieser Prüfung kann zugelassen werden, wer die Abschlussprüfung an der Berufsoberschule bestanden hat und glaubhaft macht, dass er Kenntnisse in dieser Fremdsprache besitzt, die den Anforderungen in § 31 Nr. 2 Buchst. c in Verbindung mit Buchst. a Doppelbuchst. bb des Ersten Teils entsprechen.

(2) Die schriftliche Prüfung besteht aus einer Klausurarbeit mit einer Bearbeitungszeit von drei Zeitstunden; eine zusätzliche mündliche Prüfung kann nach Maßgabe des § 12 Abs. 1 Satz 2 des Ersten Teils stattfinden.

(3) 1Der Prüfungsausschuss besteht aus dem vorsitzenden Mitglied und zwei Lehrkräften, die in der zu prüfenden Fremdsprache unterrichten. 2Im Übrigen gelten für die Prüfung § 7 Abs. 3 bis 5, §10 Abs. 3 bis 5, § 12 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 und 4 und die §§ 15 bis 18 des Ersten Teils entsprechend.

(4) Die Ergänzungsprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen mindestens mit ausreichend bewertet worden sind.

(5) Wer die Ergänzungsprüfung nicht bestanden hat, kann sie einmal in derselben Fremdsprache wiederholen.


Anlage 7
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für das Berufliche Gymnasium

§ 1
Fachrichtungen und Gliederung des Ausbildungsganges

(1) 1Das Berufliche Gymnasium kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Berufliches Gymnasium

  1. - Wirtschaft -,
  2. - Technik - und
  3. - Gesundheit und Soziales -.

2Der Schuljahrgang 11 bildet die Einführungsphase, die Schuljahrgänge 12 und 13 bilden die Qualifikationsphase.

(2) Im Beruflichen Gymnasium - Technik - ist für die gesamte Dauer der Qualifikationsphase mindestens einer der Schwerpunkte

  1. Bautechnik,
  2. Elektrotechnik,
  3. Metalltechnik,
  4. Informationstechnik und
  5. Mechatronik

zu bilden.

(3) Im Beruflichen Gymnasium - Gesundheit und Soziales - ist für die gesamte Dauer des Bildungsganges mindestens einer der Schwerpunkte

  1. Agrarwirtschaft,
  2. Ökotrophologie,
  3. Sozialpädagogik und
  4. Gesundheit-Pflege

zu bilden.

§ 2
Aufnahmevoraussetzungen

(1) In das Berufliche Gymnasium kann aufgenommen werden, wer den Erweiterten Sekundarabschluss I erworben hat oder einen gleichwertigen Bildungsstand nachweist.

(2) 1Ohne Besuch der Einführungsphase kann in die Qualifikationsphase des Beruflichen Gymnasiums aufgenommen werden, wer in einer berufsbildenden Schule der gleichen Fachrichtung die Fachhochschulreife erworben und im Sekundarbereich I in mindestens vier aufsteigenden Schuljahren eine zweite Fremdsprache erlernt hat. 2Wer nach Besuch einer ausländischen Schule in das Berufliche Gymnasium eintritt, kann seine Fremdsprachenkenntnisse abweichend von Satz 1 nachweisen.

§ 3
Dauer der Ausbildung

(1) 1Der Besuch des Beruflichen Gymnasiums dauert mindestens zwei und höchstens vier Schuljahre, soweit in den Sätzen 2 bis 5 nichts Abweichendes bestimmt ist. 2Wer ohne Besuch der Einführungsphase in die Qualifikationsphase eingetreten ist, kann das Berufliche Gymnasium höchstens drei Schuljahre besuchen. 3Zur Wiederholung einer nicht bestandenen Abiturprüfung verlängert die Schule die Höchstzeit um ein weiteres Schuljahr. 4In Härtefällen, die die Schülerin oder der Schüler nicht zu vertreten hat, insbesondere bei längerem Unterrichtsversäumnis wegen Krankheit, kann die Schule eine weitere Verlängerung um ein weiteres Schuljahr zulassen. 5Zeiten des Besuchs einer gymnasialen Oberstufe werden auf die Zeiten eines Besuchs des Beruflichen Gymnasiums angerechnet.

(2) Wer nicht vor Ablauf der Höchstzeit nach Absatz 1 zur Abiturprüfung zugelassen ist, muss die Schule verlassen.

§ 4
Versetzung

1Im Beruflichen Gymnasium findet eine Versetzung nur von der Einführungsphase in die Qualifikationsphase statt. 2Eine Schülerin oder ein Schüler ist abweichend von § 5 des Ersten Teils zu versetzen, wenn die Leistungen

  1. in allen Lernbereichen mindestens mit der Note „ausreichend”,
  2. in nicht mehr als zwei Fächern mit der Note „mangelhaft”,
  3. in keinem Fach mit der Note „ungenügend”,
  4. in dem in § 7 Abs. 4 bis 6 genannten ersten Prüfungsfach nicht mit der Note „mangelhaft” und
  5. in nicht mehr als einem der in § 7 Abs. 4 bis 6 genannten zweiten und dritten Prüfungsfächer mit der Note „mangelhaft”

bewertet worden sind.

§ 5
Organisation des Unterrichts und Belegungsverpflichtung

(1) 1In der Einführungsphase wird der Unterricht im Klassenverband und in der Qualifikationsphase in Profil-, Kern- und Ergänzungsfächern in schulhalbjahresbezogenen Lerngruppen erteilt. 2In der Qualifikationsphase ist jedes Fach, ausgenommen Sport, entweder

  1. dem sprachlich-literarisch-künstlerischen Aufgabenfeld (A),
  2. dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld (B) oder
  3. dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeld (C)

zugeordnet.

(2) 1In der Einführungsphase sind die Schülerinnen und Schüler verpflichtet, am Unterricht in der ersten Fremdsprache teilzunehmen und, wenn sie keine zweite Fremdsprache im Sekundarbereich I in mindestens vier aufsteigenden Schuljahren erlernt haben, auch am Unterricht in einer weiteren Fremdsprache. 2Zu Beginn der Einführungsphase oder bei einer Aufnahme nach § 2 Abs. 2 zu Beginn der Qualifikationsphase sind die Schülerinnen und Schüler verpflichtet, eine von der Schule angebotene Naturwissenschaft festzulegen, die sie bis zum Ende der Qualifikationsphase belegen.

(3) In der Qualifikationsphase ist nach Maßgabe der folgenden Aufstellung der Unterricht in den Fächern in Schulhalbjahresabschnitten zu belegen:

Profil-, Kern-, Ergän- zungs- fächer Auf- gaben- felder Fächer Anzahl der Schulhalbjahre
Beruf- liches Gymna-
sium
Wirt- schaft
Beruf-
liches Gymna-
sium Technik
Berufliches Gymnasium
Gesundheit und Soziales
Schwer- punkt Agrar- wirt- schaft Schwer- punkt Ökotro- pholo- gie Schwer- punkt Gesund- heit - Pflege Schwer- punkt Sozial- päda- gogik
Profil- fächer B Betriebswirtschaft mit Rechnungswesen-Controlling 4 - - - - -
Pädagogik-Psychologie - - - - - 4
Betriebs- und Volkswirtschaft - 4 4 4 4 4
Volkswirtschaft 4 - - - - -
C Agrar- und Umwelttechnologie - - 4 - - -
Ernährung - - - 4 - -
Gesundheit-Pflege - - - - 4 -
Technik (schwerpunktbezogen) - 4 - - - -
Informationsverarbeitung 4
B oder
C1)
Praxis (...)1) 4
Kern- fächer A Deutsch 4
eine Fremdsprache2)3) 4
C Mathematik 4
Ergän- zungs- fächer C eine Naturwissenschaft4) 4
B Geschichte 2(4)6)
Religion5) 2
- Sport 4
1) 1Das Fach „Praxis” ist in der Fachrichtung Wirtschaft und im Schwerpunkt Sozialpädagogik der Fachrichtung Gesundheit und Soziales dem Aufgabenfeld B und in den anderen Fachrichtungen und Schwerpunkten dem Aufgabenfeld C zugeordnet. 2Das Fach „Praxis” kann einen Zusatz erhalten.
2) Der Unterricht ist in derselben Fremdsprache zu belegen.
3) Wer in der Einführungsphase verpflichtet war, am Unterricht in einer weiteren Fremdsprache teilzunehmen, muss diese Fremdsprache in der Qualifikationsphase fortführen. Wer in diesem Fall die erste Fremdsprache als Prüfungsfach wählt, muss die erste Fremdsprache zusätzlich in vier Schulhalbjahren belegen.
4) Der Unterricht ist in derselben Naturwissenschaft (Physik, Chemie oder Biologie) zu belegen.
5) Wird Religionsunterricht der Religionsgemeinschaft, der die Schülerin oder der Schüler angehört, nicht angeboten und stattdessen von der Schülerin oder dem Schüler auch keines der Fächer „Werte und Normen” oder „Philosophie” gewählt, so ist in zwei aufeinander folgenden Schulhalbjahren zusätzlich ein anderes Fach, das nicht Prüfungsfach ist, aus dem Aufgabenfeld B zu belegen.
6) 1Die Verpflichtung der Schule zum Unterrichtsangebot und die Belegungsverpflichtung für die Schülerin oder den Schüler bestehen für zwei Schulhalbjahre. 2Eine Wahl als Prüfungsfach ist nur möglich, wenn das Fach für vier Schulhalbjahre angeboten und belegt wird.

(4) Unterricht aus Schulhalbjahren, in denen themengleich unterrichtet worden ist, kann nur einmal auf die Belegungsverpflichtungen angerechnet werden.

(5) Hat die Schülerin oder der Schüler Unterricht versäumt und kann die Leistung in einem Fach deshalb nicht bewertet werden oder wird eine Unterrichtsleistung mit „ungenügend” bewertet, so ist die Belegungsverpflichtung in diesem Fach nicht erfüllt.

§ 6
Leistungsbewertung in der Qualifikationsphase, Studienbuch

(1) 1In der Qualifikationsphase werden die nach § 22 des Ersten Teils zu vergebenden Noten je nach Notentendenz in Punkte umgesetzt. 2Dabei sind der Note

sehr gut (1) 15, 14, 13 Punkte,
gut (2) 12, 11, 10 Punkte,
befriedigend (3) 9, 8, 7 Punkte,
ausreichend (4) 6, 5, 4 Punkte,
mangelhaft (5) 3, 2, 1 Punkte und
ungenügend (6) 0 Punkte

zugeordnet.

(2) Die Schülerin oder der Schüler führt in der Qualifikationsphase ein Studienbuch, in das die Unterrichtsfächer und die Leistungsbewertungen für die Schulhalbjahre einzutragen sind.

§ 7
Prüfungsfächer

(1) 1Für die Abiturprüfung sind fünf Prüfungsfächer zu wählen. 2Im ersten bis dritten Prüfungsfach wird der Unterricht auf einem erhöhten Anforderungsniveau erteilt. 3Im vierten und fünften Prüfungsfach wird der Unterricht auf grundlegendem Anforderungsniveau erteilt.

(2) 1Die Wahl der Prüfungsfächer und deren Festlegung als Fächer mit erhöhten Anforderungen muss bis zum Ende der Einführungsphase aus den von der Schule angebotenen Prüfungsfachkombinationen nach Maßgabe der Absätze 4 bis 6 erfolgen. 2Eine fortgeführte Fremdsprache kann als zweites oder drittes Prüfungsfach nur gewählt werden, wenn diese im Sekundarbereich I mindestens vier Schuljahre durchgehend erlernt wurde. 3Die Festlegung der gewählten Fächer als zweites oder drittes Prüfungsfach erfolgt bis zur Zulassung zur Abiturprüfung, als viertes oder fünftes Prüfungsfach bis zum Ende des zweiten Schulhalbjahres der Qualifikationsphase.

(3) Aus jedem Aufgabenfeld muss mindestens ein Prüfungsfach gewählt werden.

(4) Im Beruflichen Gymnasium - Wirtschaft - sind die folgenden Prüfungsfachkombinationen möglich:

Fächer mit erhöhten Anforderungen Fächer mit grundlegenden Anforderungen
1. Prüfungsfach 2. und 3. Prüfungsfach 4. und 5. Prüfungsfach
Betriebswirtschaft mit Rechnungswesen- Controlling Deutsch
und
fortgeführte Fremdsprache
Volkswirtschaft
und
Informationsverarbeitung, Mathematik, Biologie, Chemie oder Physik
Informationsverarbeitung
und
Volkswirtschaft, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, weitere Fremdsprache, Geschichte1) oder Religion1)
Deutsch
und
Mathematik
Volkswirtschaft
und
Informationsverarbeitung, Biologie, Chemie, Physik, eine Fremdsprache, Geschichte oder Religion
Informationsverarbeitung
und
Volkswirtschaft, eine Fremdsprache, Biologie, Chemie, Physik, Geschichte oder Religion
fortgeführte Fremdsprache
und
Mathematik
Volkswirtschaft
und
Informationsverarbeitung, Deutsch, Biologie, Chemie, Physik, weitere Fremdsprache, Geschichte1) oder Religion1)
Informationsverarbeitung
und
Volkswirtschaft, Deutsch, Biologie, Chemie, Physik, weitere Fremdsprache, Geschichte1) oder Religion1)
1) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn in der Einführungs- und der Qualifikationsphase nicht die Pflicht zur durchgehenden Teilnahme am Unterricht in einer weiteren Fremdsprache besteht.

(5) Im Beruflichen Gymnasium - Technik - sind die folgenden Prüfungsfachkombinationen möglich:

Fächer mit erhöhten Anforderungen Fächer mit grundlegenden Anforderungen
1. Prüfungsfach 2. und 3. Prüfungsfach 4. und 5. Prüfungsfach
Technik Deutsch und fortgeführte Fremdsprache Betriebs- und Volkswirtschaft
und
Informationsverarbeitung, Mathematik, Chemie, Physik, Geschichte1) oder Religion1)

Deutsch
und
Mathematik, Chemie3) oder Physik3)

Betriebs- und Volkswirtschaft
und
Informationsverarbeitung, Mathematik2), Chemie2), Physik2), eine Fremdsprache, Geschichte oder Religion
fortgeführte Fremdsprache und
Mathematik, Chemie3) oder Physik3)
Betriebs- und Volkswirtschaft
und
Informationsverarbeitung, Mathematik2), Chemie2), Physik2), Deutsch, Geschichte1) oder Religion1)
1) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn in der Einführungs- und der Qualifikationsphase nicht die Pflicht zur durchgehenden Teilnahme am Unterricht in einer weiteren Fremdsprache besteht.
2) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn es nicht als zweites oder drittes Prüfungsfach gewählt ist.
3) Wird als zweites oder drittes Prüfungsfach Chemie oder Physik gewählt, so muss als viertes oder fünftes Prüfungsfach ein Kernfach gewählt werden.

(6) Im Beruflichen Gymnasium - Gesundheit und Soziales - sind die folgenden Prüfungsfachkombinationen möglich:

  1. Im Schwerpunkt Agrarwirtschaft
    Fächer mit erhöhten Anforderungen Fächer mit grundlegenden Anforderungen
    1. Prüfungsfach 2. und 3. Prüfungsfach 4. und 5. Prüfungsfach
    Agrar- und Umwelttechnologie Deutsch
    und
    fortgeführte Fremdsprache
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik, Chemie, Geschichte1) oder Religion1)
    Deutsch
    und
    Mathematik oder Chemie3)
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik2), Chemie2), eine Fremdsprache, Geschichte oder Religion
    fortgeführte Fremdsprache
    und
    Mathematik oder Chemie3)
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik2), Chemie2), Deutsch, Geschichte1) oder Religion1)
    1) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn in der Einführungs- und der Qualifikationsphase nicht die Pflicht zur durchgehenden Teilnahme am Unterricht in einer weiteren Fremdsprache besteht.
    2) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn es nicht als zweites oder drittes Prüfungsfach gewählt ist.
    3) Wird als zweites oder drittes Prüfungsfach Chemie gewählt, so muss als viertes oder fünftes Prüfungsfach ein Kernfach gewählt werden.
  2. im Schwerpunkt Gesundheit-Pflege
    Fächer mit erhöhten Anforderungen Fächer mit grundlegenden Anforderungen
    1. Prüfungsfach 2. und 3. Prüfungsfach 4. und 5. Prüfungsfach
    Gesundheit-Pflege Deutsch
    und
    fortgeführte Fremdsprache
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik, Biologie, Chemie, Geschichte1) oder Religion1)
    Deutsch
    und
    Mathematik, Biologie3) oder Chemie3)
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik2), Biologie2), Chemie2), eine Fremdsprache, Geschichte oder Religion
    fortgeführte Fremdsprache
    und
    Mathematik, Biologie3) oder Chemie3)
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik2), Biologie2), Chemie2), Deutsch, Geschichte1) oder Religion1) ,
    1) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn in der Einführungs- und der Qualifikationsphase nicht die Pflicht zur durchgehenden Teilnahme am Unterricht in einer weiteren Fremdsprache besteht.
    2) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn es nicht als zweites oder drittes Prüfungsfach gewählt ist.
    3) Wird als zweites oder drittes Prüfungsfach Biologie oder Chemie gewählt, so muss als viertes oder fünftes Prüfungsfach ein Kernfach gewählt werden.
  3. im Schwerpunkt Ökotrophologie
    Fächer mit erhöhten Anforderungen Fächer mit grundlegenden Anforderungen
    1. Prüfungsfach 2. und 3. Prüfungsfach 4. und 5. Prüfungsfach
    Ernährung Deutsch
    und
    fortgeführte Fremdsprache
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik, Biologie, Geschichte1) oder Religion1)
    Deutsch
    und
    Mathematik oder Biologie3)
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik2), Biologie2), eine Fremdsprache, Geschichte oder Religion
    fortgeführte Fremdsprache
    und
    Mathematik oder Biologie3)
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik2), Biologie2), Deutsch, Geschichte1) oder Religion1)
    1) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn in der Einführungs- und der Qualifikationsphase nicht die Pflicht zur durchgehenden Teilnahme am Unterricht in einer weiteren Fremdsprache besteht.
    2) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn es nicht als zweites oder drittes Prüfungsfach gewählt ist.
    3) Wird als zweites oder drittes Prüfungsfach Biologie gewählt, so muss als viertes oder fünftes Prüfungsfach ein Kernfach gewählt werden.
  4. im Schwerpunkt Sozialpädagogik
    Fächer mit erhöhten Anforderungen Fächer mit grundlegenden Anforderungen
    1. Prüfungsfach 2. und 3. Prüfungsfach 4. und 5. Prüfungsfach
    Pädagogik-Psychologie Deutsch
    und
    fortgeführte Fremdsprache
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik, Biologie oder Chemie
    Informationsverarbeitung
    und
    Betriebs- und Volkswirtschaft, Mathematik, Biologie, Chemie, Geschichte1) oder Religion1)
    Deutsch
    und
    Mathematik, Biologie3) oder Chemie3)
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik2), Biologie2), Chemie2), eine Fremdsprache, Geschichte oder Religion
    Informationsverarbeitung
    und
    Betriebs- und Volkswirtschaft, Mathematik2), Biologie2), Chemie2), eine Fremdsprache, Geschichte oder Religion
    fortgeführte Fremdsprache
    und
    Mathematik, Biologie3) oder Chemie3)
    Betriebs- und Volkswirtschaft
    und
    Informationsverarbeitung, Mathematik2), Biologie2), Chemie2), Deutsch, Geschichte1) oder Religion1)
    Informationsverarbeitung
    und
    Betriebs- und Volkswirtschaft, Mathematik2), Biologie2), Chemie2), Deutsch, Geschichte1) oder Religion1)
    1) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn in der Einführungs- und der Qualifikationsphase nicht die Pflicht zur durchgehenden Teilnahme am Unterricht in einer weiteren Fremdsprache besteht.
    2) Dieses Fach kann nur gewählt werden, wenn es nicht als zweites oder drittes Prüfungsfach gewählt ist.
    3) Wird als zweites oder drittes Prüfungsfach Biologie oder Chemie gewählt, so muss als viertes oder fünftes Prüfungsfach ein Kernfach gewählt werden.”

(7) Ein Profilfach, in dem Unterricht fremdsprachig erteilt worden ist, kann als Prüfungsfach gewählt werden, wenn dieser Unterricht in der Einführungsphase mindestens ein Schulhalbjahr lang besucht wurde und die Fremdsprache als weiteres Prüfungsfach gewählt wird.

§ 8
Freiwilliges Zurücktreten

(1) 1Wer die Einführungsphase nicht wiederholt hat, kann nach dem ersten Schulhalbjahr der Qualifikationsphase in das zweite Schulhalbjahr der Einführungsphase zurücktreten. 2Der Wiedereintritt in die Qualifikationsphase bedarf keiner erneuten Versetzungsentscheidung.

(2) In der Qualifikationsphase ist ein Zurücktreten zulässig, wenn die Abiturprüfung danach noch innerhalb der Höchstgrenze der Verweildauer nach § 3 Abs. 1 abgelegt werden kann.

(3) Vor dem Zurücktreten erzielte Benotungen werden nicht angerechnet.

§ 9
Sonderregelungen

Für Berufliche Gymnasien an öffentlichen Schulen mit besonderem pädagogischen Auftrag nach § 182 NSchG gelten

  1. für die Versetzung anstelle des § 4 sowie der §§ 5 und 6 des Ersten Teils und
  2. für das Studienbuch und die Leistungsbewertung anstelle des § 22 des Ersten Teils

die §§ 7 und 9 der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe entsprechend.


Anlage 8
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Fachschule

§ 1
Fachrichtungen

(1) Die Fachschule kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Fachschule

  1. - Bautechnik -,
  2. - Bergbautechnik -,
  3. - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik -,
  4. - Elektrotechnik -,
  5. - Farb- und Lacktechnik -,
  6. - Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik -,
  7. - Holztechnik -,
  8. - Informatik -,
  9. - Fahrzeugtechnik -,
  10. - Lebensmitteltechnik -,
  11. - Maschinentechnik -,
  12. - Mechatronik -,
  13. - Medizintechnik -,
  14. - Metallbautechnik -,
  15. - Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik -,
  16. - Schiffbautechnik -,
  17. - Steintechnik -,
  18. - Umweltschutztechnik -,
  19. - Agrartechnik -,
  20. - Agrarwirtschaft -,
  21. - Betriebswirtschaft -,
  22. - Hotel- und Gaststättengewerbe -,
  23. - Holzgestaltung -,
  24. - Hauswirtschaft -,
  25. - Sozialpädagogik -,
  26. - Heilerziehungspflege - und
  27. - Heilpädagogik -.

(2) Die Fachrichtungen können in Schwerpunkte untergliedert werden.

§ 2
Dauer und Gliederung der Ausbildung

(1) 1Die Ausbildung dauert

  1. in der Fachschule - Heilerziehungspflege - drei Jahre,
  2. in der Fachschule - Heilpädagogik - mit Vollzeitunterricht eineinhalb Jahre und mit Teilzeitunterricht zweieinhalb Jahre und
  3. in der Fachschule der übrigen Fachrichtungen zwei Jahre.

2Die Fachschulen - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik - und - Agrarwirtschaft - können auch einjährig geführt werden.

(2) 1In den Fachschulen - Sozialpädagogik - und - Heilerziehungspflege - ist eine praktische Ausbildung in einschlägigen Einrichtungen als Bestandteil der Ausbildung durchzuführen. 2Die Schule leitet die Durchführung der praktischen Ausbildung an.

(3) Abweichend von § 28 Abs. 1 Satz 1 NSchG kann das Schuljahr an den Fachschulen - Sozialpädagogik -, - Heilerziehungspflege - und - Heilpädagogik - aus schulorganisatorischen Gründen auch am 1.Februar jeden Jahres beginnen.

§ 3
Aufnahmevoraussetzungen

(1) In die Fachschule kann, soweit in den Absätzen 2 bis 12 keine andere Regelung getroffen wird, aufgenommen werden, wer

  1. den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt,
  2. als berufliche Erstausbildung
    a) eine erfolgreich abgeschlossene für die Fachrichtung einschlägige Berufsausbildung, bei einer bundesrechtlich geregelten Stufenausbildung eine Berufsausbildung der letzten Stufe, und eine mindestens einjährige entsprechende Berufstätigkeit,
    b) den Abschluss einer für die Fachrichtung einschlägigen Berufsausbildung zur Staatlich geprüften Assistentin oder zum Staatlich geprüften Assistenten und eine anschließende einjährige entsprechende Berufstätigkeit oder
    c) eine für die Fachrichtung einschlägige Berufstätigkeit von sieben Jahren
    aufweist und
  3. den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt.

(2) In die Fachschulen - Bergbautechnik - und - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik - kann auch aufgenommen werden, wer anstelle der in Absatz 1 Nrn. 2 und 3 genannten Voraussetzungen

  1. eine erfolgreich abgeschlossene, für den Besuch der Fachschule förderliche Berufsausbildung und eine unter Einschluss der Berufsausbildung mindestens dreijährige förderliche Berufstätigkeit oder
  2. eine mindestens fünfjährige, für den Besuch der Fachschule förderliche Berufstätigkeit und

ein danach durchgeführtes zweijähriges, durch die Fachschule gelenktes, einschlägiges Praktikum nachweist.

(3) In die Fachschule - Hauswirtschaft - kann auch aufgenommen werden, wer anstelle der in Absatz 1 Nr. 2 genannten Voraussetzungen

  1. eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter oder eine gleichwertige für die Fachrichtung einschlägige Berufsausbildung oder
  2. anstelle der Voraussetzungen nach Nummer 1
    a) die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Sozialassistentin” oder „Staatlich geprüfter Sozialassistent” jeweils mit dem Schwerpunkt Persönliche Assistenz und
    b) eine mindestens einjährige Berufstätigkeit in einer Einrichtung der hauswirtschaftlichen Versorgung

aufweist.

(4) 1In die Fachschule - Sozialpädagogik - kann nur aufgenommen werden, wer anstelle der in Absatz 1 Nrn. 2 und 3 genannten Voraussetzungen

  1. die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Sozialassistentin” oder „Staatlich geprüfter Sozialassistent” jeweils mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik besitzt und im Abschlusszeugnis, das diese Berechtigung verleiht, mindestens befriedigende Leistungen im Fach Deutsch, im berufsbezogenen Lernbereich - Theorie und im berufsbezogenen Lernbereich - Praxis erreicht hat,
  2. eine gleichwertige, für die Fachrichtung einschlägige Berufsausbildung aufweist,
  3. nach dem Erwerb der Berechtigung zum Führen einer Berufsbezeichnung nach Nummer 1 eine mindestens einjährige für die Fachrichtung einschlägige Berufstätigkeit ausgeübt oder die Klasse 12 der Fachoberschule - Gesundheit und Soziales - in dem Schwerpunkt Sozialpädagogik erfolgreich besucht hat, wenn die aufnehmende Fachschule feststellt, dass der erreichte Bildungsstand eine erfolgreiche Mitarbeit erwarten lässt oder
  4. einen pädagogischen Hochschulabschluss erworben hat und
    a) einen von der Hochschule oder einer Fachschule - Sozialpädagogik - begleiteten Praxisanteil von mindestens 600 Zeitstunden in sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern erbracht hat oder
    b) mindestens ein Jahr lang eine für die Fachrichtung einschlägige Vollzeittätigkeit ausgeübt hat.

nachweist. 2Die Aufnahme wird zum Beginn der praktischen Ausbildung unwirksam, wenn die Schülerin oder der Schüler bis zu diesem Zeitpunkt die Zusage einer von der Schule als geeignet anerkannten Einrichtung über die Durchführung der praktischen Ausbildung, die persönliche Zuverlässigkeit oder die gesundheitliche Eignung nicht nachweist. 3Die persönliche Zuverlässigkeit kann durch die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses nach § 30 a des Bundeszentralregistergesetzes nachgewiesen werden. 4Die gesundheitliche Eignung setzt voraus, dass für die Schülerin oder den Schüler durch einen erhöhten Immunschutz üblicherweise eine Gefahr einer berufstypischen Infektion nicht besteht und auch von der Schülerin oder dem Schüler eine Gefahr nicht ausgeht.

(5) In die Fachschule - Heilerziehungspflege - kann nur aufgenommen werden, wer

  1. als schulische und berufliche Voraussetzung
    a) den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss und
    aa) den erfolgreichen Besuch der Berufsfachschule - Hauswirtschaft und Pflege - mit dem Schwerpunkt Persönliche Assistenz oder
    bb) eine erfolgreich abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung und den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand
    aufweist oder
    b) eine Hochschulzugangsberechtigung besitzt und ein für die Fachrichtung einschlägiges Praktikum im Umfang von 400 Zeitstunden abgeleistet hat
    und
  2. seine persönliche Zuverlässigkeit und gesundheitliche Eignung nachweist; Absatz 4 Sätze 2 bis 4 gilt entsprechend.

(6) In die Fachschule - Heilpädagogik - kann nur aufgenommen werden, wer

  1. die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Erzieherin” oder „Staatlich anerkannter Erzieher” oder eine andere gleichwertige staatlich anerkannte berufliche Qualifikation erworben hat und
  2. eine danach ausgeübte einjährige hauptberufliche praktische einschlägige Tätigkeit in einer sozial- oder sonderpädagogischen Einrichtung aufweist.

(7) In die einjährige Fachschule - Agrarwirtschaft - kann auch aufgenommen werden, wer

  1. den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt,
  2. eine erfolgreich abgeschlossene, für die Fachrichtung einschlägige Berufsausbildung mit einer Regelausbildungsdauer von drei Jahren aufweist und
  3. den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt.

(8) 1Wird die Fachschule mit Teilzeitunterricht geführt, so kann eine als Aufnahmevoraussetzung geforderte Berufstätigkeit durch eine während der Teilzeitausbildung ausgeübte entsprechende Berufstätigkeit ersetzt werden. 2Satz 1 gilt nicht für die Fachschule - Heilerziehungspflege -.

(9) 1In die Klasse 2 der zweijährigen Fachschule kann aufgenommen werden, wer die zweijährige Fachschule einer verwandten Fachrichtung erfolgreich besucht hat. 2In das zweite Schulhalbjahr der Klasse 2 der zweijährigen Fachschule kann aufgenommen werden, wer die zweijährige Fachschule derselben Fachrichtung, jedoch mit einem anderen Schwerpunkt, erfolgreich besucht hat.

(10) In die Klasse 2 der zweijährigen Fachschulen - Agrartechnik - und - Agrarwirtschaft - kann nur aufgenommen werden, wer

  1. die Voraussetzungen nach Absatz 7 erfüllt,
  2. die einjährige Fachschule - Agrarwirtschaft - erfolgreich besucht hat und
  3. eine einjährige einschlägige hauptberufliche Tätigkeit aufweist.

(11) In die Klasse 2 der zweijährigen Fachschule - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik - kann nur aufgenommen werden, wer die einjährige Fachschule - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik - erfolgreich besucht hat.

(12) Ein dem Berufsschulabschluss gleichwertiger Bildungsstand kann auch durch eine entsprechende Feststellung der notwendigen Kenntnisse durch die aufnehmende Schule ersetzt werden.

(13) Mit Zustimmung der Schulbehörde können auch Bewerberinnen oder Bewerber aufgenommen werden, deren bisheriger beruflicher und schulischer Bildungsweg eine erfolgreiche Mitarbeit in der Fachschule erwarten lässt.

(14) In die Fachschule kann mit Zustimmung der Schulbehörde zu einem anderen Zeitpunkt als zum Beginn des Bildungsganges aufgenommen werden, wer neben den Aufnahmevoraussetzungen

  1. Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt, die den bis zu dem Aufnahmezeitpunkt vermittelten Bildungsinhalten entsprechen, und
  2. aufgrund eines protokollierten Beratungsgespräches einen erfolgreichen Abschluss des Bildungsganges erwarten lässt.

§ 4
Schriftliche Prüfung

(1) 1Die schriftliche Abschlussprüfung besteht aus vier Klausurarbeiten, in der Fachschule - Sozialpädagogik - aus drei, in der Fachschule - Heilpädagogik -, der einjährigen Fachschule - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik - und der einjährigen Fachschule - Agrarwirtschaft - aus zwei Klausurarbeiten. 2Die Bearbeitungszeit beträgt jeweils drei, in den Fachschulen - Sozialpädagogik - und - Heilpädagogik - jeweils vier Zeitstunden.

(2) 1In der zweijährigen Fachschule ist, soweit in Absatz 3 keine andere Regelung getroffen wird, je eine Klausurarbeit in

  1. drei Fächern aus den berufsbezogenen Lernbereichen und
  2. im Fach Mathematik oder Naturwissenschaft

zu schreiben. 2Sofern eine Fachrichtung mit einem Schwerpunkt geführt wird, sind zwei der drei Klausurarbeiten nach Satz 1 Nr. 1 in Fächern des berufsbezogenen Lernbereichs - Schwerpunkt zu schreiben. 3Die zu prüfenden Fächer sind vor Beginn des Bildungsganges mit Zustimmung der Schulbehörde festzulegen.

(3) In der Fachschule der folgenden Fachrichtungen sind die Klausurarbeiten in den aufgeführten Fächern zu schreiben:

  1. Einjährige Fachschule - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik -:
    Zwei Klausurarbeiten aus den Fächern des berufsbezogenen Lernbereichs - Schwerpunkt.
  2. Zweijährige Fachschule - Lebensmitteltechnik -:
    a) Naturwissenschaft;
    b) Betriebswirtschaftslehre,
    c) Qualitätsmanagement und
    d) Back- und Süßwarenproduktion.
  3. Zweijährige Fachschule - Agrartechnik -:
    a) Betriebswirtschaft,
    b) Mitarbeiterführung/Berufs- und Arbeitspädagogik,
    c) Produktions- und Verfahrenstechnik oder Naturschutz/ Landschaftspflege und
    d) Naturwissenschaft.
  4. Fachschule - Agrarwirtschaft -:
    a) Einjährige Fachschule - Agrarwirtschaft - mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft und Gartenbau:
    aa) Produktions- und Verfahrenstechnik oder Naturschutz/Landschaftspflege und
    bb) Unternehmensführung oder Marketing.
    b) Einjährige Fachschule - Agrarwirtschaft - mit dem Schwerpunkt Floristik:
    aa) Gestaltung und
    bb) Unternehmensführung oder Marketing.
    c) Zweijährige Fachschule - Agrarwirtschaft - mit dem Schwerpunkt Betriebs- und Unternehmensführung:
    aa) Mitarbeiterführung/Berufs- und Arbeitspädagogik,
    bb) Naturwissenschaft,
    cc) Produktions- und Verfahrenstechnik und
    dd) Unternehmensführung, Marketing oder Betriebswirtschaft.
    d) Zweijährige Fachschule - Agrarwirtschaft - mit dem Schwerpunkt Marketing:
    aa) Mitarbeiterführung/Berufs- und Arbeitspädagogik,
    bb) Naturwissenschaft,
    cc) Unternehmensführung oder Marketing und
    dd) Betriebswirtschaft.
  5. Zweijährige Fachschule - Betriebswirtschaft -:
    a) Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mit Wirtschaftsrecht,
    b) Rechnungswesen-Controlling,
    c) Fremdsprache/Kommunikation und
    d) Zentralfach.
  6. Zweijährige Fachschule - Hotel- und Gaststättengewerbe -:
    a) Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mit Wirtschaftsrecht,
    b) Erste Fremdsprache,
    c) Technologie des Hotel- und Gaststättengewerbes und
    d) Zentralfach.
  7. Zweijährige Fachschule - Holzgestaltung -:
    a) Entwurfslehre,
    b) Konstruktionslehre,
    c) Farb- und Formenlehre und
    d) Designgeschichte oder Computer-Aided-Design (CAD).
  8. Zweijährige Fachschule - Hauswirtschaft -:
    a) Naturwissenschaft,
    b) Versorgung oder Betriebs- und Unternehmensführung,
    c) Berufs- und Arbeitspädagogik/Betreuung und
    d) Zentralfach.
  9. Zweijährige Fachschule - Sozialpädagogik -:
    a) Deutsch/Kommunikation
    b) Sozialpädagogische Bildungsarbeit und
    c) Zielgruppenorientierte Arbeitsprozesse, Sozialpädagogische Beziehungsgestaltung oder Berufsrolle und Konzeptionen.
  10. Dreijährige Fachschule - Heilerziehungspflege -:
    a) Deutsch/Kommunikation,
    b) Heilerziehungspflegerische Begleitung und Pflege,
    c) Heilerziehungspflegerische Konzepte und Prozessplanung und
    d) Berufsidentität und Qualitätssicherung oder Lebenswelten und Beziehungen.
  11. Eineinhalbjährige Fachschule - Heilpädagogik -:
    a) Heilpädagogisches Handeln planen, durchführen und reflektieren oder Heilpädagogische Konzepte entwickeln und
    b) Heilpädagogische Methoden anwenden und Lebenswelt gestalten oder Beraten, begleiten, unterstützen.

§ 5
Praktische Prüfung

(1) 1In der Fachschule - Sozialpädagogik - ist die praktische Prüfung im berufsbezogenen Lernbereich - Praxis durchzuführen. 2Die Praxisaufgabe ist entsprechend den in den Lernfeldern beschriebenen Kompetenzen und beruflichen Anforderungen zu stellen. 3Die Aufgabe wird drei Werktage vor der praktischen Prüfung ausgegeben. 4Die Planung hat der Prüfling der Prüferin oder dem Prüfer am Prüfungstag schriftlich vorzulegen. 5Abweichend von § 11 Abs. 1 des Ersten Teils wird die Aufgabe für die praktische Prüfung von der Lehrkraft, die den Prüfling während der praktischen Ausbildung betreut hat, im Einvernehmen mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter festgelegt. 6Die Prüfungszeit für die praktische Aufgabe beträgt mindestens eine Zeitstunde.

(2) 1In der Fachschule - Heilerziehungspflege - ist die praktische Prüfung im berufsbezogenen Lernbereich — Praxis durchzuführen. 2Die Praxisaufgabe hat sich auf einen behinderten Menschen oder einer Gruppe von behinderten Menschen zu beziehen und ist selbständig zu lösen. 3Die Aufgabe wird vier Werktage vor der praktischen Prüfung ausgegeben. 4Die Planung hat der Prüfling der Prüferin oder dem Prüfer am Prüfungstag schriftlich vorzulegen. 5Abweichend von § 11 Abs. 1 des Ersten Teils wird die Aufgabe für die praktische Prüfung von der Lehrkraft, die den Prüfling während der praktischen Ausbildung betreut hat, im Einvernehmen mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter festgelegt. 6Die Prüfungszeit für die praktische Aufgabe soll zwei Zeitstunden nicht übersteigen.

(3) 1In der Fachschule - Heilpädagogik - ist eine fächerübergreifende praktische Prüfung in dem berufsbezogenen Lernbereich - Heilpädagogische Methoden und Handlungsansätze durchzuführen. 2Die Aufgabe ist einen Werktag vor der Prüfung auszugeben. 3Die Prüfungszeit für die praktische Aufgabe soll 45 Minuten nicht übersteigen.

§ 6
Besonderer Abschluss nach Klasse 1 der zweijährigen Fachschule

Wer die Klasse 1 der zweijährigen Fachschule - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik - oder der zweijährigen Fachschule - Agrarwirtschaft - besucht hat, kann abweichend von § 8 Satz 1 und § 9 des Ersten Teils nach den Vorschriften über den Abschluss an der einjährigen Fachschule in der jeweils gleichen Fachrichtung die Berechtigung zum Führen der entsprechenden Berufsbezeichnung erwerben.

§ 7
Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler

Für die Fachschule - Heilerziehungspflege - findet § 19 des Ersten Teils keine Anwendung.

§ 8
Führen von Berufsbezeichnungen

(1) Mit dem erfolgreichen Besuch der jeweiligen Fachschule wird die Berechtigung erworben, eine Berufsbezeichnung entsprechend der Fachrichtung zu führen:

  1. „Staatlich geprüfte Technikerin” oder „Staatlich geprüfter Techniker”,
    an den zweijährigen Fachschulen der Fachrichtungen, zu denen in den Nummern 2 bis 8 keine andere Regelung getroffen wird,
  2. „Staatlich geprüfte Betriebswirtin” oder „Staatlich geprüfter Betriebswirt”,
    an den zweijährigen Fachschulen - Agrarwirtschaft -, - Betriebswirtschaft - sowie - Hotel- und Gaststättengewerbe -,
  3. „Staatlich geprüfte Gestalterin” oder „Staatlich geprüfter Gestalter”,
    an der zweijährigen Fachschule - Holzgestaltung -,
  4. „Staatlich geprüfte hauswirtschaftliche Betriebsleiterin” oder „Staatlich geprüfter hauswirtschaftlicher Betriebsleiter”,
    an der zweijährigen Fachschule - Hauswirtschaft -,
  5. „Staatlich anerkannte Erzieherin” oder „Staatlich anerkannter Erzieher”,
    an der zweijährigen Fachschule - Sozialpädagogik -,
  6. „Staatlich anerkannte Heilpädagogin” oder „Staatlich anerkannter Heilpädagoge”,
    an der Fachschule - Heilpädagogik -,
  7. „Staatlich geprüfte Schichtführerin” oder „Staatlich geprüfter Schichtführer”,
    an der einjährigen Fachschule - Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik -,
  8. „Staatlich geprüfte Wirtschafterin” oder „Staatlich geprüfter Wirtschafter”,
    an der einjährigen Fachschule - Agrarwirtschaft -.

(2) Wer an den zweijährigen Fachschulen - Lebensmitteltechnik - und - Hauswirtschaft - in die Klasse 2 versetzt wurde und die Schule verlässt oder die Abschlussklasse nicht erfolgreich besucht hat und diese nicht wiederholt, erhält die Berechtigung, eine der folgenden Berufsbezeichnungen zu führen:

  1. „Staatlich geprüfte Verkaufsleiterin” oder „Staatlich geprüfter Verkaufsleiter”, an der Fachschule - Lebensmitteltechnik -,
  2. „Staatlich geprüfte Wirtschafterin” oder „Staatlich geprüfter Wirtschafter”, an der Fachschule - Hauswirtschaft -.

§ 9
Bescheinigung der Fachhochschulreife

Wer mit dem erfolgreichen Besuch der Fachschule die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Fachhochschulreife erfüllt hat, erhält die Fachhochschulreife im Abschlusszeugnis auch dann bescheinigt, wenn eine Hochschulzugangsberechtigung bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch den Besuch eines anderen Bildungsganges erworben wurde.


Anlage 9
(zu § 33)

Ergänzende und abweichende Vorschriften für die Fachschule Seefahrt

§ 1
Fachrichtungen und Dauer der Ausbildung

(1) Die Fachschule Seefahrt kann entsprechend der Fachrichtung geführt werden als Fachschule

  1. - Nautik - mit den Bildungsgängen
    a) Kapitän für den Dienst auf Kauffahrteischiffen aller Größen in allen Fahrtgebieten mit Ausnahme der Fischereifahrzeuge mit einer Ausbildungsdauer von zwei Schuljahren, für Bewerberinnen und Bewerber mit einem Befähigungszeugnis nach Nummer 2 Buchst. a mit einer Ausbildungsdauer von einem Schuljahr,
    b) Kapitän für den Dienst auf Kauffahrteischiffen mit einer Bruttoraumzahl bis zu 500 in der Nationalen Fahrt mit Ausnahme der Fischereifahrzeuge mit einer Ausbildungsdauer von einem Schulhalbjahr,
    c) Kapitän auf Fischereifahrzeugen aller Größen in der Großen Hochseefischerei (BG) mit einer Ausbildungsdauer von zwei Schuljahren,
    d) Kapitän auf Fischereifahrzeugen in der Kleinen Hochseefischerei (BK) mit einer Ausbildungsdauer von einem Schuljahr, für Bewerberinnen und Bewerber, die die Voraussetzungen des § 2 Abs. 7 erfüllen, mit einer Ausbildungsdauer von einem Schulhalbjahr und
    e) Kapitän auf Fischereifahrzeugen bis zu einem Raumgehalt von 75 BRT/BRZ 150 in der Küstenfischerei (BKü) mit einer Ausbildungsdauer von einem Schulhalbjahr,
  2. - Schiffsbetriebstechnik - mit den Bildungsgängen
    a) Leiter der Maschinenanlage für den Dienst auf Schiffen mit jeder Antriebsleistung mit einer Ausbildungsdauer von zwei Schuljahren, für Bewerberinnen und Bewerber mit einem Befähigungszeugnis nach Nummer 1 Buchst. a mit einer Ausbildungsdauer von einem Schuljahr, und
    b) Schiffsmaschinist auf Schiffen mit einer Antriebsleistung bis zu 750 Kilowatt mit einer Ausbildungsdauer von einem Schulhalbjahr, für Bewerberinnen und Bewerber mit einem Befähigungszeugnis nach Nummer 1 Buchst. a oder c in verkürzter Form oder als Zusatzangebot in dem Bildungsgang nach Nummer 1 Buchst. a mit einer Ausbildungsdauer von 200 Stunden,
  3. - Sicherheitslehrgang nach dem STCW-Übereinkommen -.

(2) Abweichend von § 28 Abs. 1 Satz 1 NSchG kann das Schuljahr an der Fachschule Seefahrt aus schulorganisatorischen Gründen auch am 1.Februar beginnen.

§ 2
Aufnahmevoraussetzungen

(1) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a mit der Ausbildungsdauer von zwei Schuljahren kann aufgenommen werden, wer

  1. den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt und
  2. als berufliche Voraussetzung
    a) den erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung zur Schiffsmechanikerin oder zum Schiffsmechaniker und den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand aufweist oder
    b) stattdessen
    aa) die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Schiffsbetriebstechnische Assistentin, Schwerpunkt Nautik” oder „Staatlich geprüfter Schiffsbetriebstechnischer Assistent, Schwerpunkt Nautik” besitzt,
    bb) eine praktische Ausbildung und eine Seefahrtzeit als nautischer Offiziersassistent von mindestens zwölf Monaten Dauer, die auch als praktische Ausbildung während der schulischen Berufsausbildung abgeleistet werden kann, aufweist und
    cc) ein über zwölf Monate geführtes, von der Berufsfachschule - Schiffsbetriebstechnische Assistentin/ Schiffsbetriebstechnischer Assistent - überprüftes Berichtsheft nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung nachweist, in dem der Kapitän oder ein befähigter Offizier bestätigt hat, dass die Ausbildung an Bord die entsprechenden Anforderungen der Abschnitte A-II/1 und A-II/2 des STCW-Codes nach § 2 Abs. 1a der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung erfüllt.

(2) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a mit einer Ausbildungsdauer von einem Schuljahr kann aufgenommen werden, wer

  1. die Voraussetzungen nach Absatz 1 Satz 1 erfüllt und
  2. die Ausbildung zum Erwerb eines der Befähigungszeugnisse nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a oder nach § 30 Abs. 3 Nr. 1 der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung erfolgreich abgeschlossen hat.

(3) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b kann aufgenommen werden, wer

  1. die Berufsausbildung zur Schiffsmechanikerin oder zum Schiffsmechaniker erfolgreich abgeschlossen hat und den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt oder
  2. eine zugelassene Seefahrtzeit nach § 2 Abs. 3 Nr. 2 der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung von mindestens 36 Monaten nachweist.

(4) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c kann aufgenommen werden, wer

  1. den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt und
  2. als berufliche Voraussetzung
    a) eine Seefahrtzeit im Decksdienst von 48 Monaten, bei Seilerinnen und Seilern von 24 Monaten, davon mindestens 18 Monate auf Fahrzeugen der Hochseefischerei, abgeleistet hat oder
    b) eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung als Schiffsmechanikerin oder Schiffsmechaniker oder Matrose oder als Fischwirtin oder Fischwirt mit dem Schwerpunkt Kleine Hochsee- und Küstenfischerei und den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt und eine Seefahrtzeit von zwölf Monaten im Decksdienst auf Fahrzeugen der Seefischerei abgeleistet hat oder
    c) stattdessen
    aa) die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Schiffsbetriebstechnische Assistentin, Schwerpunkt Fischerei” oder „Staatlich geprüfter Schiffsbetriebstechnischer Assistent, Schwerpunkt Fischerei” besitzt,
    bb) eine Seefahrtzeit im Decksdienst auf Fahrzeugen der Seefischerei von insgesamt zwölf Monaten abgeleistet hat und
    cc) ein über mindestens zwölf Monate geführtes, von der Berufsfachschule - Schiffsbetriebstechnische Assistentin/Schiffsbetriebstechnischer Assistent - überprüftes Berichtsheft besitzt, in dem der Kapitän oder ein befähigter Offizier bestätigt, dass die Ausbildung an Bord den von der Schule festgelegten Anforderungen entsprochen hat.

(5) In das zweite Schuljahr eines Bildungsganges nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c kann aufgenommen werden, wer das Befähigungszeugnis zum Nautischen Schiffsoffizier BKW besitzt.

(6) In einen Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. d mit einer Ausbildungsdauer von einem Schuljahr oder Buchst. e kann aufgenommen werden, wer

  1. eine Berufsausbildung als Schiffsmechanikerin oder Schiffsmechaniker oder Matrose oder als Fischwirtin oder Fischwirt mit dem Schwerpunkt Kleine Hochsee- und Küstenfischerei erfolgreich abgeschlossen hat, den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt und
  2. eine Seefahrtzeit von zwölf Monaten im Decksdienst auf Fahrzeugen der Seefischerei abgeleistet hat.

(7) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. d mit einer Ausbildungsdauer von einem Schulhalbjahr kann aufgenommen werden, wer

  1. das Befähigungszeugnis BKü besitzt und
  2. eine Berufsausbildung zur Fischwirtin oder zum Fischwirt im Schwerpunkt Kleine Hochsee- und Küstenfischerei erfolgreich abgeschlossen hat und den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt.

(8) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a mit einer Ausbildungsdauer von zwei Schuljahren kann aufgenommen werden, wer

  1. den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss aufweist und
  2. als berufliche Voraussetzung
    1. den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzt und
    2. als berufliche Voraussetzung
      a) die Berufsausbildung zur Schiffsmechanikerin oder zum Schiffsmechaniker erfolgreich abgeschlossen hat und den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt,
      b) die Berufsausbildung in einem Ausbildungsberuf der Metall- oder Elektrotechnik erfolgreich abgeschlossen hat, den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt, eine Seefahrtzeit im Maschinendienst von mindestens zwölf Monaten abgeleistet hat und ein Berichtsheft nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung besitzt, in dem der Leiter der Maschinenanlage oder ein befähigter Offizier bestätigt, dass die Ausbildung an Bord den Anforderungen der Abschnitte A-III/1 und A-III/2 des STCW-Codes entsprochen hat, oder
      c) stattdessen
      aa) die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Schiffsbetriebstechnische Assistentin, Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik” oder „Staatlich geprüfter Schiffsbetriebstechnischer Assistent, Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik” besitzt,
      bb) eine Seefahrtzeit als technischer Offiziersassistent von mindestens 18 Monaten Dauer abgeleistet hat, die auch als praktische Ausbildung während der schulischen Berufsausbildung absolviert worden sein kann, und
      cc) ein über mindestens 18 Monate geführtes, von der Berufsfachschule - Schiffsbetriebstechnische Assistentin/Schiffsbetriebstechnischer Assistent - überprüftes Berichtsheft nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung besitzt, in dem der Kapitän oder ein befähigter Offizier bestätigt, dass die Ausbildung an Bord den Anforderungen der Abschnitte A-III/1 und A-III/2 des STCW-Codes entsprochen hat.

(9) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a mit einer Ausbildungsdauer von einem Schuljahr kann aufgenommen werden, wer die Ausbildung zum Erwerb eines der Befähigungszeugnisse

  1. für den Dienst auf Kauffahrteischiffen aller Größen in allen Fahrtgebieten mit Ausnahme der Fischereifahrzeuge oder
  2. nach § 30 Abs. 3 Nr. 2 der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung

erfolgreich abgeschlossen hat.

(10) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b mit einer Ausbildungszeit von einem Schulhalbjahr kann aufgenommen werden, wer

  1. die Berufsausbildung zur Schiffsmechanikerin oder zum Schiffsmechaniker erfolgreich abgeschlossen hat und den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt,
  2. ein nautisches Befähigungszeugnis besitzt und eine dreimonatige überbetriebliche Ausbildung nach Abschnitt II der Anlage I zu § 9 der Schiffsmechaniker-Ausbildungsverordnung oder
  3. die Berufsausbildung in einem Ausbildungsberuf der Metall- oder Elektrotechnik erfolgreich abgeschlossen und eine Seefahrtzeit im Maschinendienst von mindestens sechs Monaten Dauer abgeleistet hat und den Berufsschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand besitzt.

(11) In den Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b mit einer Ausbildungsdauer von 200 Stunden kann aufgenommen werden, wer

  1. die Voraussetzungen nach Absatz 10 erfüllt und
  2. ein Befähigungszeugnis als Kapitän für den Dienst auf Kauffahrteischiffen aller Größen in allen Fahrtgebieten mit Ausnahme der Fischereifahrzeuge oder als Kapitän auf Fischereifahrzeugen aller Größen in der Großen Hochseefischerei (BG) besitzt.

(12) In der Fachschule Seefahrt - Sicherheitslehrgang nach dem STCW-Übereinkommen - kann aufgenommen werden, wer einen Bildungsgang an der Fachschule - Nautik -, der Fachschule - Schiffsbetriebstechnik - oder der Berufsfachschule - Schiffsbetriebstechnische Assistentin/Schiffsbetriebstechnischer Assistent - erfolgreich abgeschlossen hat oder besucht.

(13) Mit Zustimmung der Schulbehörde können auch Bewerberinnen oder Bewerber in die Fachschule aufgenommen werden, deren bisheriger beruflicher und schulischer Bildungsweg eine erfolgreiche Mitarbeit erwarten lässt, wenn in Bezug auf die praktische Ausbildung Einvernehmen mit dem zuständigen Bundesministerium oder mit der von diesem damit beauftragten Stelle hergestellt wurde.

(14) Ein dem Berufsschulabschluss gleichwertiger Bildungsstand kann auch durch eine entsprechende Feststellung der notwendigen Kenntnisse durch die aufnehmende Schule er-setzt werden.

§ 3
Versetzung

1Abweichend von § 5 Abs. 1 Satz 1 des Ersten Teils erfordert die Aufnahme in das nächste Schulhalbjahr jeweils eine Versetzung. 2Im Übrigen sind die Vorschriften der §§ 5 und 6 des Ersten Teils entsprechend anzuwenden.

§ 4
Abschlussprüfung

An der Fachschule Seefahrt - Sicherheitslehrgang nach dem STCW-Übereinkommen - wird eine Abschlussprüfung nicht durchgeführt.

§ 5
Anwesenheit weiterer Personen bei der Abschlussprüfung

1Abweichend von § 7 Abs. 6 des Ersten Teils ist zu der Abschlussprüfung eine Vertreterin oder ein Vertreter des zuständigen Bundesministeriums als Gast einzuladen. 2Der Gast darf die Prüfungsarbeiten einsehen und in einer kombinierten Prüfung nach § 8 Fragen anregen. 3Er ist auf Verlangen vor allen Entscheidungen zu hören.

§ 6
Teilnahme an der Abschlussprüfung

Ergänzend zu § 9 des Ersten Teils werden in der Abschlussprüfung zum Erwerb des Befähigungszeugnisses zum Schiffsmaschinisten auf Schiffen mit einer Antriebsleistung bis zu 750 Kilowatt auch die Schülerinnen und Schüler geprüft, die im Rahmen eines Bildungsganges nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a oder c an einem Zusatzangebot zum Erwerb dieses Abschlusses teilgenommen haben.

§ 7
Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung ist durch je eine Klausurarbeit in den folgenden Fächern und mit folgender Bearbeitungszeit abzulegen:

  1. in der Fachschule - Nautik -
    a) in den Bildungsgängen nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a in dem Fach
    aa) Schiffsführung mit fünf Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    bb) Überwachung des Schiffsbetriebes und Fürsorge für Personen an Bord mit zwei Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    cc) Ladungsumschlag und Stauung mit vier Zeitstunden Bearbeitungszeit und
    dd) Gesellschaft und Kommunikation mit zwei Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    b) im Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b in den Fächern
    aa) Schiffsführung,
    bb) Überwachung des Schiffsbetriebes und Fürsorge für Personen an Bord und
    cc) Ladungsumschlag und Stauung
    mit jeweils zwei Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    c) in den Bildungsgängen nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c in dem Fach
    aa) Schiffsführung mit fünf Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    bb) Überwachung des Schiffsbetriebes und Fürsorge für Personen an Bord mit zwei Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    cc) Ladungsumschlag und Stauung mit drei Zeitstunden Bearbeitungszeit und
    dd) Fischereitechnologie mit drei Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    d) in den Bildungsgängen nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. d in den Fächern
    aa) Schiffsführung sowie Ladung und Stauung mit vier Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    bb) Überwachung des Schiffsbetriebs sowie Fürsorge für Menschen an Bord mit drei Zeitstunden Bearbeitungszeit und
    cc) Fischereitechnologie mit drei Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    e) in den Bildungsgängen nach § 1 Abs. 1 Buchst. e in den Fächern
    aa) Schiffsführung sowie Ladung und Stauung,
    bb) Überwachung des Schiffsbetriebs sowie Fürsorge für Menschen an Bord und
    cc) Fischereitechnologie
    mit jeweils zwei Zeitstunden Bearbeitungszeit
    und
  2. in der Fachschule - Schiffsbetriebstechnik -
    a) in den Bildungsgängen nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a in dem Fach
    aa) Schiffsbetriebstechnik mit fünf Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    bb) Wartung und Instandsetzung mit zwei Zeitstunden Bearbeitungszeit,
    cc) Elektrotechnik, Elektronik und Leittechnik mit drei Zeitstunden Bearbeitungszeit und
    dd) Überwachung des technischen Schiffsbetriebes und Fürsorge für Personen an Bord mit zwei Zeitstunden Bearbeitungszeit
    und
    b) im Bildungsgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b mit den Inhalten der Fächer Schiffsbetriebstechnik, Wartung und Instandsetzung sowie Überwachung des technischen Schiffsbetriebes mit drei Zeitstunden Bearbeitungszeit.

§ 8
Kombinierte Prüfung

(1) Abweichend von § 13 Abs. 1 des Ersten Teils ist eine kombinierte Prüfung durchzuführen, die aus einem praktischen und einem mündlichen Prüfungsteil besteht, in der der Prüfling nachweisen soll, dass er die für das angestrebte Befähigungszeugnis notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten entsprechend dem in § 2 Abs. 1 der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung genannten internationalen Übereinkommen besitzt.

(2) Die Dauer der kombinierten Prüfung soll 30 Minuten betragen.

§ 9
Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler

Die Zulassung zur Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler nach § 19 Abs. 1 des Ersten Teils bedarf der Zustimmung des für die Seefahrt zuständigen Bundesministeriums oder einer von diesem beauftragten Stelle.

§ 10
Sonderbestimmungen zur Leistungsbewertung

Abweichend von § 22 Abs. 2 und 3 des Ersten Teils sind die in einem Fach erbrachten Leistungen insgesamt nicht besser als mit der Note „mangelhaft” zu bewerten, wenn dieses Fach Unterrichtsbestandteile nach dem in § 2 Abs. 1 der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung genannten internationalen Übereinkommen enthält und hierin nicht mindestens ausreichende Leistungen nachgewiesen werden.

§ 11
Abschluss

Abweichend von § 23 Abs. 2 des Ersten Teils ist ein Bildungsgang nur dann erfolgreich abgeschlossen, wenn die Leistungen in allen Fächern mindestens mit der Note „ausreichend” bewertet worden sind.

§ 12
Wiederholung

(1) Wer einen Bildungsgang nicht erfolgreich abgeschlossen hat, kann abweichend von § 24 Abs. 1 Satz 1 des Ersten Teils das letzte Schulhalbjahr wiederholen und die Prüfung erneut ablegen.

(2) 1Der Prüfungsausschuss kann bestimmen, dass der Unterricht des letzten Schulhalbjahres nicht in allen Fächern und die Abschlussprüfung nicht in vollem Umfang, sondern nach Maßgabe der Sätze 2 und 3 nur in einzelnen Fächern wiederholt zu werden braucht. 2Hat ein Prüfling in höchstens zwei Fächern die Endnote „mangelhaft”, jedoch in keinem Fach die Endnote „ungenügend” erhalten, so kann eine Wiederholungsprüfung lediglich in den mit der Note „mangelhaft” beurteilten Fächern zugelassen werden. 3Hat ein Prüfling nur in einem Fach die Endnote „ungenügend” und in keinem weiteren Fach die Endnote „mangelhaft” erhalten, so kann eine Wiederholungsprüfung lediglich in dem mit der Note „ungenügend” beurteilten Fach zugelassen werden.

(3) Wiederholungsprüfungen in einzelnen Fächern sollen möglichst innerhalb regulärer Prüfungstermine stattfinden und müssen spätestens innerhalb von vier Halbjahren nach dem ersten Prüfungstermin abgelegt werden.

§ 13
Berechtigungen

(1) Mit dem erfolgreichen Abschluss des Bildungsganges wird die Berechtigung zum Erwerb des entsprechenden Befähigungszeugnisses nach § 1 erworben.

(2) Mit dem erfolgreichen Abschluss wird in den Fällen des § 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a und c und Nr. 2 Buchst. a auch die Berechtigung erworben, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Technikerin” oder „Staatlich geprüfter Techniker” zu führen.

§ 14
Bescheinigung der Fachhochschulreife

Wer mit dem erfolgreichen Besuch der Fachschule die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Fachhochschulreife erfüllt hat, erhält die Fachhochschulreife im Abschlusszeugnis auch dann bescheinigt, wenn eine Hochschulzugangsberechtigung bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch den Besuch eines anderen Bildungsganges erworben wurde.

Inhaltsübersicht
Schule und Recht in Niedersachsen (www.schure.de)