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Amtliche Neuregelung der deutschen Rechtschreibung
Erl. d. Mk vom 25.8.1996 -201-82101/1 (SVBl. 9/1996 S.373) - VORIS 22410 01 00 35 077 –
Bezug: Erl. d. MK v. 27.1.1956 (SVBl. S.33)

Nachstehend gebe ich den Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung vom 1.12.1995 bekannt:

„1. Die Kultusministerkonferenz nimmt den Bericht der Amtschefskommission zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung zustimmend zur Kenntnis.

2. Die Kultusminister verständigen sich darauf, den überarbeiteten Neuregelungsvorschlag „Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis“ (RS Nr.322/95 vom 12.6.1995) mit den Änderungen der Beilage 1 des RS Nr.595/95 vom 20.11.1995 unter der Voraussetzung, dass die Ministerpräsidenten dem Neuregelungsvorschlag zustimmen, dass der Bund dem Neuregelungsvorschlag zustimmt und dass die angestrebte zwischenstaatliche Erklärung von Deutschland, Österreich, der Schweiz und ggf. weiteren interessierten Staaten rechtzeitig unterzeichnet wird, als verbindliche Grundlage für den Unterricht in allen Schulen einzuführen.

3. Die Kultusministerkonferenz ermächtigt die Präsidentin - vorbehaltlich der Zustimmung durch die Ministerpräsidenten -, die zwischen den deutschsprachigen Ländern abzustimmende gemeinsame Erklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung zu unterzeichnen.

4. Die Neuregelung tritt am 1.8.1998 mit folgenden Maßgaben in Kraft:

  1. Schulbücher, die das neue Regelwerk beachten, können im Vorgriff auf die Neuregelung bereits vor dem 1.8.1998 genehmigt werden.
  2. weitere Übergangsregelungen für die Zeit bis zum 1.8.1998 - einschließlich der für die Schulbuchgenehmigung zu treffenden Entscheidungen - treffen die Länder in eigener Zuständigkeit.
  3. Bis zum 31.7.2005 werden bisherige Schreibweisen nicht als falsch, sondern als überholt gekennzeichnet und bei Korrekturen durch die neuen Schreibweisen ergänzt. Zu diesem Zeitpunkt sollten auch alle Schulbücher in der neuen Schreibung vorliegen. Sollte sich herausstellen, dass die Übergangszeit zu großzügig oder zu eng bemessen ist, wird eine Veränderung der Frist durch die Kultusministerkonferenz in Aussicht genommen.

5. In Zweifelsfällen der Rechtschreibung werden ab 1.8.1998 Wörterbücher zugrunde gelegt, die nach Erklärung des jeweiligen Verlages der Neuregelung in der jeweils gültigen Fassung in vollem Umfang entsprechen.

6. Der Schulausschuss/die Arbeitsgruppe „Rechtschreibreform“ wird gebeten, die Umsetzung der Neuregelung im Schulbereich zu begleiten.

7. Die Kultusministerkonferenz geht davon aus, dass besondere Kosten bei der Umsetzung der Neuregelungen nicht entstehen werden, da die Schulbücher mit Ausnahme der Rechtschreiblernmittel angesichts der gewählten Fristen und Termine im normalen Erneuerungsturnus ersetzt werden können.

8. Die Kultusministerkonferenz stimmt der Einrichtung einer international besetzten „Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung“ beim Institut für deutsche Sprache (IdS) zu. Grundlage der Arbeit der Kommission soll der vorgelegte Entwurf „Aufgaben, Zusammensetzung und Verfahren...“ sein.

9. Bisherige Festlegungen zur Rechtschreibung, insbesondere der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18./19.11.1955 „Regeln für die deutsche Rechtschreibung“ werden mit Wirkung vom 1.8.1998 aufgehoben.

10. Die Kultusministerkonferenz ist der Auffassung, dass den von der Ministerpräsidentenkonferenz am 25.- 27.10.1995 gefassten Beschlüssen zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung durch den überarbeiteten Neuregelungsvorschlag und die geplanten Verfahrensschritte Rechnung getragen wird, und bittet die Präsidentin, die Ministerpräsidentenkonferenz und das Bundesministerium des Innern über das Ergebnis der Beratungen zu unterrichten.

11. Die Kultusministerkonferenz wird die Einführung der Neuregelung durch geeignete Informationen begleiten."

Diesen Beschluss setze ich hiermit für die niedersächsischen Schulen in Kraft.

Ich bitte daher zu beachten, dass vom 1.8.1998 an jede Schule im Unterricht aller Fächer die neue Rechtschreibung zugrunde legen muss.
Bis zum 1.8.1998 gelten folgende Übergangsregelungen:

  1. Ab sofort ist in allen Fächern die neue Schreibung neben der alten als korrekt zu akzeptieren.
  2. Ab sofort wird im 1.Schuljahrgang die neue Schreibung vermittelt.
  3. Ab sofort sollen in allen Schuljahrgängen überholte Regeln und Schreibungen nicht mehr geübt werden.
  4. In der Zeit bis zum 31.7.1998 wird den Schulen freigestellt, die neuen Rechtschreibregeln in allen Fächern einzu führen. Dazu ist nach Beratungen im Schulelternrat und im Schülerrat ein Beschluss der Gesamtkonferenz erforderlich. Unabhängig davon gilt Ziff. 2.
  5. Es ist in jedem Fall sicherzustellen, dass vom Schuljahr 1996/97 an alle Schulabgängerinnen und -abgänger über die neuen Regeln hinreichend informiert werden.
  6. Die Schulen entscheiden selbst, ob und welche Schulbücher wegen der Neuregelung der Rechtschreibung vorzeitig ersetzt werden sollen. Zusätzliche Mittel im Rahmen der Lernmittelfreiheit stehen dafür nicht zur Verfügung.

Allen Schulen ist bereits je ein Dienstexemplar der Amtlichen Neuregelung der deutschen Rechtschreibung zugegangen, welche die in Ziffer 2 des KMK-Beschlusses erwähnten Änderungen enthält. Weitere Exemplare können durch den Buchhandel bestellt werden.

Den Bezugserlass hebe ich hiermit auf.

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