Schule und Recht in Niedersachsen

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Verordnung über die Durchlässigkeit sowie über Versetzungen und Überweisungen an den allgemein bildenden Schulen (Durchlässigkeits- und Versetzungsverordnung)
Vom 19.Juni 1995 (Nds. GVBl S.184), geändert durch VO v.1.7.1999 (Nds.GVBl. S.139; SVBl 7/1999 S.147), 20.6.2003 (Nds.GVBl. Nr.14/2003 S.207; SVBl. Nr.8/2003 S.229), 19.11.2003 (Nds.GVBl. Nr.28/2003 S.404; SVBl. 1/2004 S.18), 21.7.2005 (Nds.GVBl. Nr.16/2005 S.262; SVBl. 9/2005 S.487),19.10.2006 (Nds.GVBl. Nr.26/2006 S.470; SVBl. 12/2006 S.449), 8.4.2009 (Nds.GVBl. Nr.9/2009 S.150), 17.5.2010 (Nds.GVBl. Nr.14/2010 S.227; SVBL. 7/2010 S.250), 10.5.2012 (Nds.GVBl. Nr.9/2012 S.122; SVBl. 7/2012 S.356) und vom 11.8.2014 (Nds.GVBl. Nr.16/2014 S.241) - VORIS 22410 01 52 -

Aufgrund des §60 Abs.1 Nrn.2 und 3 des Niedersächsischen Schulgesetzes in der Fassung vom 3.März 1998 (Nds.GVBl. S.137), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 2.Juli 2003 (Nds.GVBl. S.244), wird verordnet:

E r s t e r    A b s c h n i t t
Gemeinsame Vorschriften

§ 1
Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Verordnung bedeuten

  1. Versetzung:
    die am Ende eines Schuljahres durch Konferenzbeschluss ausgesprochene Zuweisung in den nächsthöheren Schuljahrgang der besuchten Schulform,
  2. Aufrücken:
    der Wechsel in den nächsthöheren Schuljahrgang ohne Versetzung,
  3. Übergang:
    der freiwillige Wechsel aufgrund eines Leistungsnachweises oder auf Beschluss der Klassenkonferenz in eine Schule einer anderen Schulform,
  4. Überweisung:
    der durch Konferenzbeschluss angeordnete Wechsel in eine Schule einer anderen Schulform.

§ 2
Grundsätze für die Versetzung

(1) In den folgenden Schulformen finden am Ende der angegebenen Schuljahrgänge Versetzungen statt:

Schulform Schuljahrgang
Grundschule 2. und 3.
Hauptschule 5. bis 9.
Realschule 5. bis 9.
Oberschule 5. bis 9.,
im Gymnasialzweig bis 10.
Gymnasium 5. bis 10.
Integrierte Gesamtschule 10.
Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen 2., 4., 6. und 8.

Im übrigen rücken die Schülerinnen und Schüler in den höheren Schuljahrgang auf, soweit durch Rechtsvorschrift Abweichendes nicht bestimmt ist.

(2) 1Soweit Versetzungen vorgeschrieben sind, ist eine Schülerin oder ein Schüler zu versetzen, wenn die Leistungen in allen Pflicht- und Wahlpflichtfächern mindestens mit "ausreichend" bewertet worden sind. 1Nicht ausreichende Leistungen können nach Maßgabe der §§ 4 und 5 ausgeglichen werden.

§ 3
Verfahrensvorschriften

(1) 1Der Versetzungsentscheidung ist das am Ende des Schuljahres erteilte Zeugnis zugrunde zu legen. 2Die Noten in Fächern, die nur in einem Schulhalbjahr unterrichtet wurden, sind wie die Noten der ganzjährig unterrichteten Fächer zu berücksichtigen.

(2) 1Hat eine Schülerin oder ein Schüler aus von ihr oder ihm zu vertretenden Gründen Unterricht versäumt und können die Leistungen in einem oder mehreren Fächern aus diesem Grunde nicht beurteilt werden, so hat die Klassenkonferenz in diesen Fächern im Regelfall ungenügende Leistungen zugrunde zu legen. 2Sind die Gründe von der Schülerin oder dem Schüler nicht zu vertreten, so ist die Versetzung zu beschließen, wenn die Konferenz eine erfolgreiche Mitarbeit im höheren Schuljahrgang erwartet.

(3) Wer nach dem 30.April mit einem Zeugnis, auf Grund dessen keine Versetzung erfolgen könnte, auf eine andere Schule derselben Schulform übergeht, bedarf zu einer Versetzung am Ende des Schuljahres der Zustimmung der Schulbehörde.

§ 4
Ausgleichsregelungen

(1) Mangelhafte Leistungen in einem Fach bedürfen bei ausreichenden Leistungen in allen anderen Fächern keines Ausgleichs.

(2) 1Wenn eine erfolgreiche Mitarbeit im höheren Schuljahrgang erwartet werden kann, können bei ausreichenden Leistungen in allen anderen Fächern ausgeglichen werden:

  1. mangelhafte Leistungen in zwei Fächern durch befriedigende Leistungen in zwei Ausgleichsfächern oder
  2. ungenügende Leistungen in einem Fach durch
    a) gute Leistungen in einem Ausgleichsfach oder
    b) befriedigende Leistungen in zwei Ausgleichsfächern.

2In der Hauptschule, der Realschule und der Oberschule können abweichend von Satz 1 Nr. 1 anstelle von befriedigenden Leistungen ausreichende Leistungen in Fächern mit Fachleistungsdifferenzierung in Kursen auf erhöhter Anspruchsebene (E-Kurse) als Ausgleich für mangelhafte Leistungen in Kursen auf grundlegender Anspruchsebene (G-Kurse) und in Fächern ohne Fachleistungsdifferenzierung herangezogen werden. 3Abweichend von Satz 1 Nr. 1 kann in der Oberschule in nur einem Fach mit Fachleistungsdifferenzierung anstelle einer befriedigenden Leistung auch eine ausreichende Leistung in einem Kurs auf zusätzlicher Anspruchsebene (Z-Kurs) als Ausgleich für eine mangelhafte Leistung in einem E-Kurs oder in einem G-Kurs herangezogen werden.

(3) 1Ob die Klassenkonferenz von Möglichkeiten des Ausgleichs Gebrauch macht, steht in ihrer pflichtgemäßen Beurteilung. 2In die Beurteilung sind die unter pädagogischen und fachlichen Gesichtspunkten wesentlichen Umstände des Einzelfalles einzubeziehen und mögliche Fördermaßnahmen zu berücksichtigen.

§ 5
Anforderungen an Ausgleichsfächer

(1) 1Die in der Stundentafel vorgeschriebene Stundenzahl eines Ausgleichsfaches darf nur um eine Stunde geringer sein als die vorgeschriebene Stundenzahl des auszugleichenden Faches. 2Ausgleichsfach kann auch ein Wahlpflichtfach, ein Wahlpflichtkurs, ein Wahlfach oder ein wahlfreier Kurs sein. 3Ist für ein Ausgleichsfach in der Stundentafel keine verbindliche Stundenzahl vorgeschrieben, so ist die Zahl der Wochenstunden im Stundenplan maßgebend.

(2) In der Realschule, im Gymnasium, im Realschulzweig und im Gymnasialzweig der Oberschule und der Kooperativen Gesamtschule sowie in der Integrierten Gesamtschule können die Fächer Deutsch, die Pflicht- und Wahlpflichtfremdsprachen und Mathematik nur untereinander ausgeglichen werden.

§ 6
Überspringen eines Schuljahrgangs

Auf Beschluss der Klassenkonferenz und mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten kann einen Schuljahrgang überspringen, wer nach den gezeigten Leistungen und bei Würdigung der Gesamtpersönlichkeit fähig erscheint, nach einer Übergangszeit in dem künftigen Schuljahrgang erfolgreich mitzuarbeiten.

§ 7
Freiwilliges Zurücktreten

(1) Eine Schülerin oder ein Schüler kann auf Beschluss der Klassenkonferenz in den vorherigen Schuljahrgang zurücktreten, wenn anzunehmen ist, dass durch die Wiederholung wesentliche Ursachen von Leistungsschwächen behoben werden können.

(2) 1Antragsberechtigt sind die Erziehungsberechtigten oder volljährige Schülerinnen und Schüler. 2Der Antrag muss spätestens bis zum 1.April gestellt sein, wenn er für das laufende Schuljahr berücksichtigt werden soll.

(3) 1Freiwilliges Zurücktreten ist in demselben Schuljahrgang oder in zwei aufeinander folgenden Schuljahrgängen nur einmal zulässig. 2Freiwilliges Zurücktreten in einen Schuljahrgang, den die Schülerin oder der Schüler bereits wiederholt hat oder wegen einer Nichtversetzung wiederholen musste, ist nicht zulässig.

(4) Wer freiwillig zurückgetreten ist, rückt ohne erneute Versetzungsentscheidung in den nächsten Schuljahrgang auf.

§ 8
Entsprechende Anwendung von Vorschriften

(1) Für die Zweige der Oberschule und der Kooperativen Gesamtschule sind die für die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium geltenden Vorschriften dieser Verordnung entsprechend anzuwenden.

(2) In den Förderschulen, ausgenommen die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung, gelten die Rechtsvorschriften für die Schulform, deren Lehrpläne dem Unterricht jeweils zugrunde liegen.

(3) Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Schwerpunkt Lernen, die in Integrationsklassen unterrichtet werden, gelten die Rechtsvorschriften für die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen entsprechend.

(4) Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Schwerpunkt Geistige Entwicklung, die in Integrationsklassen unterrichtet werden, rücken entsprechend den Rechtsvorschriften für das Verfahren in Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in den höheren Schuljahrgang auf.

§ 9
Übergänge

(1) 1Die Berechtigung zum Übergang besteht

  1. von der Hauptschule in die Realschule, wenn der Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik höchstens 2,4 und in den übrigen Fächern höchstens 3,0 beträgt,
  2. von der Hauptschule in das Gymnasium, wenn in den Fächern Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik jeweils mindestens die Note "gut", in einer zweiten Fremdsprache als Wahlsprache mindestens die Note "gut" und in den übrigen Fächern ein Notendurchschnitt von höchstens 2,0 erreicht worden ist sowie
  3. von der Realschule in das Gymnasium, wenn in den Fächern Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik ein Notendurchschnitt von höchstens 2,4, in einer zweiten Fremdsprache als Wahl- oder Wahlpflichtfremdsprache mindestens die Note "befriedigend" und in den übrigen Fächern ein Notendurchschnitt von höchstens 3,0 erreicht worden ist.

2Die Berechtigung nach Satz 1 besteht nicht, wenn die Leistungen in einem Fach mit der Note "mangelhaft" oder "ungenügend" bewertet worden sind. 3Das Vorliegen der Voraussetzungen für den Übergang stellt die Klassenkonferenz fest. 4Die Feststellung wird im Zeugnis vermerkt. 5Die Schule berät bei der Entscheidung über den Übergang. 6Für den Übergang zwischen den Zweigen einer Oberschule oder einer Kooperativen Gesamtschule gelten die Sätze 1 bis 4 entsprechend.

(2) 1Der Übergang nach Antrag der Erziehungsberechtigten oder der volljährigen Schülerin oder des volljährigen Schülers auf Beschluss der Klassenkonferenz ist von der Hauptschule, der Realschule, der Oberschule, dem Gymnasium oder der Gesamtschule auf eine Schule einer anderen der genannten Schulformen und zwischen den Zweigen einer Oberschule oder einer Kooperativen Gesamtschule möglich. 2Lässt die Klassenkonferenz den Übergang zu, so bestimmt sie zugleich die andere Schulform oder den anderen Zweig der Oberschule oder der Kooperativen Gesamtschule und den Schuljahrgang. 3Die aufnehmende Schule ist an diesen Beschluss gebunden.

(3) Die Beschränkung der Aufnahme in Ganztagsschulen und Gesamtschulen richtet sich nach § 59a NSchG.

Z w e i t e r    A b s c h n i t t
Besondere Vorschriften für die Grundschule und die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen

§ 10
Versetzung nach dem 2. und 3. Schuljahrgang

(1) Eine Schülerin oder ein Schüler, die oder der am Ende des 2. Schuljahrgangs über ausreichende Kompetenzen in Deutsch und Mathematik verfügt, wird in der Grundschule ohne Eingangsstufe nach § 6 Abs. 4 NSchG versetzt; in der Grundschule mit Eingangsstufe entscheidet die Klassenkonferenz am Ende des 1. oder 2. Halbjahres des 2. Schuljahres, ob sie oder er die Eingangstufe in drei Schuljahren durchläuft.

(2) 1Eine Schülerin oder ein Schüler wird am Ende des 3.Schuljahrgangs versetzt, wenn die Leistungen in zwei der Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht mindestens mit der Note ausreichend bewertet worden sind. 2Sind die Leistungen in zwei der in Satz 1 genannten Fächer nicht mit mindestens „ausreichend“ bewertet worden, so kann die Klassenkonferenz die Versetzung beschließen, wenn in zwei Fächern mindestens die Note „befriedigend“ erreicht worden ist..

§ 10a
Aufrücken nach dem 2. Schuljahrgang

An der Grundschule mit Eingangsstufe nach § 6 Abs. 2 NSchG rückt am Ende der Eingangsstufe in den nächsthöheren Schuljahrgang auf, wer diese in drei Schuljahren durchlaufen hat.

§ 11
Wiederholung des 4. Schuljahrgangs

(1) Eine Schülerin oder ein Schüler muss den 4. Schuljahrgang wiederholen, wenn die Leistungen in zwei der Fächer Deutsch, Mathematik und Sachkunde schlechter als "ausreichend" bewertet worden sind.

(2) Die Klassenkonferenz kann beschließen, Absatz 1 nicht anzuwenden, wenn in mindestens zwei Fächern befriedigende oder bessere Leistungen vorliegen.

(3) Wer in der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen den 4.Schuljahrgang nicht wiederholen muss, wird in den 5. Schuljahrgang versetzt.

§ 12
Wechsel der Schulform am Ende des 4. Schuljahrgangs

1Am Ende des 4. Schuljahrgangs beschließt die Klassenkonferenz für jede Schülerin und jeden Schüler eine Empfehlung für den Besuch der weiterführenden Schulform. 2Die Erziehungsberechtigten entscheiden in eigener Verantwortung über die Schulform, in die ihr Kind wechseln soll. Die Schule bietet ihnen eine Beratung an.

§ 13
Versetzung in der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen

Abweichend von § 4 kann die Versetzung in die 6. bis 9. Schuljahrgänge der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen auch beschlossen werden

  1. bei mangelhaften Leistungen in zwei Fächern ohne Ausgleich,
  2. bei mangelhaften Leistungen in drei Fächern und befriedigenden Leistungen in zwei Ausgleichsfächern oder
  3. bei ungenügenden Leistungen in einem Fach und mangelhaften Leistungen in einem weiteren Fach und guten Leistungen in einem Ausgleichsfach oder befriedigenden Leistungen in zwei Ausgleichsfächern.

D r i t t e r    A b s c h n i t t
Besondere Vorschriften für die Hauptschule

§ 14
Versetzung in die 6. bis 9. Schuljahrgänge

Die besonderen Ausgleichsregelungen nach § 13 gelten für die Versetzung in die 6. bis 9. Schuljahrgänge der Hauptschule entsprechend.

V i e r t e r    A b s c h n i t t
Besondere Vorschriften für die Realschule

§ 15
Überweisung an die Hauptschule

(1) 1Wer nach zweijährigem Besuch desselben Schuljahrgangs oder in zwei aufeinander folgenden Schuljahrgängen nicht versetzt worden ist, wird durch Beschluss der Klassenkonferenz an die Hauptschule überwiesen. 1Die Klassenkonferenz kann mit einer Zweidrittelmehrheit der stimmberechtigten Mitglieder Ausnahmen von Satz 1 beschließen.

(2) 1Wer ohne Empfehlung für die Realschule oder das Gymnasium am Ende des 6.Schuljahrgangs nicht versetzt worden ist, kann durch Beschluss der Klassenkonferenz an die Hauptschule überwiesen werden, wenn aufgrund der gezeigten Leistungen auch nach einem Wiederholungsjahr eine erfolgreiche Mitarbeit nicht zu erwarten ist. 2Der Überweisungsbeschluss bedarf der Zweidrittelmehrheit der stimmberechtigten Konferenzmitglieder.

(3) 1Die Überweisung nach Absatz 1 oder 2 erfolgt in den nächsthöheren Schuljahrgang der aufnehmenden Schule. 2Die aufnehmende Schule ist an Beschlüsse nach den Absätzen 1 und 2 gebunden.

Fünfter   Abschnitt
Besondere Vorschriften für die Oberschule

§ 16
Ausgleichsregelungen, Versetzung in die 6. bis 10. Schuljahrgänge

(1) 1Bei Schülerinnen und Schülern, die in der Oberschule überwiegend jahrgangsbezogen unterrichtet werden, können über § 4 Abs. 2 Satz 1 hinaus bei Versetzungen in die 6. bis 10. Schuljahrgänge bei ausreichenden Leistungen in allen übrigen Fächern auch ausgeglichen werden:

  1. mangelhafte Leistungen in drei Fächern, darunter nur eines der Fächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache, durch befriedigende Leistungen in drei Ausgleichsfächern oder
  2. ungenügende Leistungen in einem Fach und mangelhafte Leistungen in einem weiteren Fach, darunter nur eines der Fächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache, durch gute Leistungen in einem Ausgleichsfach und befriedigende Leistungen in einem weiteren Ausgleichsfach oder durch befriedigende Leistungen in drei Ausgleichsfächern.

2§ 4 Abs. 2 Sätze 2 und 3 gilt entsprechend.

(2) Wer in der Oberschule überwiegend jahrgangsbezogen und in den Fächern mit Fachleistungsdifferenzierung in G-Kursen unterrichtet wird, wird

  1. in den nächsthöheren Schuljahrgang des Realschulzweigs einer Oberschule nur versetzt, wenn in den Fächern Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik ein Notendurchschnitt von höchstens 2,4 und in den übrigen Pflicht- und Wahlpflichtfächern ein Notendurchschnitt von höchstens 3,5 erreicht worden ist, und
  2. in den nächsthöheren Schuljahrgang des Gymnasialzweigs einer Oberschule nur versetzt, wenn in den Fächern Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik ein Notendurchschnitt von höchstens 2,0, in einer zweiten Fremdsprache als Pflicht- oder Wahlpflichtfremdsprache mindestens die Note „befriedigend“ und in den übrigen Pflicht- und Wahlpflichtfächern ein Notendurchschnitt von höchstens 2,5 erreicht worden ist.

(3) Wer in der Oberschule überwiegend jahrgangsbezogen und in den Fächern mit Fachleistungsdifferenzierung in E-Kursen unterrichtet wird, wird

  1. in den nächsthöheren Schuljahrgang des Realschulzweigs einer Oberschule nur versetzt, wenn in den Fächern Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik ein Notendurchschnitt von höchstens 4,0 und in den übrigen Pflicht- und Wahlpflichtfächern ein Notendurchschnitt von höchstens 3,5 erreicht worden ist, und
  2. in den nächsthöheren Schuljahrgang des Gymnasialzweigs einer Oberschule nur versetzt, wenn in den Fächern Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik ein Notendurchschnitt von höchstens 2,4, in einer zweiten Fremdsprache als Pflicht- oder Wahlpflichtfremdsprache mindestens die Note „befriedigend“ und in den übrigen Pflicht- und Wahlpflichtfächern ein Notendurchschnitt von höchstens 2,5 erreicht worden ist.

(4) Wer in der Oberschule überwiegend jahrgangsbezogen und in den Fächern mit Fachleistungsdifferenzierung in Z-Kursen unterrichtet wird, wird in den nächsthöheren Schuljahrgang des Gymnasialzweigs einer Oberschule nur versetzt, wenn in den Fächern Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik ein Notendurchschnitt von höchstens 4,0, in einer zweiten Fremdsprache als Pflicht- oder Wahlpflichtfremdsprache mindestens die Note „befriedigend“ und in den übrigen Pflicht- und Wahlpflichtfächern ein Notendurchschnitt von höchstens 2,5 erreicht worden ist.

(5) Wird in dem Fach Deutsch, erste Fremdsprache oder Mathematik der Unterricht auf einer anderen Anspruchsebene als in den beiden anderen Fächern erteilt, so kann die in diesem Fach erreichte Note für die Berechnung des Notendurchschnitts nach den Absätzen 2 bis 4 wie folgt berücksichtigt werden:

  1. eine Note im Z-Kurs als eine um zwei Stufen bessere Note im G-Kurs und eine Note im E-Kurs als eine um eine Stufe bessere Note im G-Kurs,
  2. eine Note im Z-Kurs als eine um eine Stufe bessere Note im E-Kurs,
  3. eine Note im G-Kurs als eine um eine Stufe schlechtere Note im E-Kurs sowie
  4. eine Note im E-Kurs als eine um eine Stufe schlechtere Note im Z-Kurs und eine Note im G-Kurs als eine um zwei Notenstufen schlechtere Note im Z-Kurs.

Sechster   Abschnitt
Besondere Vorschriften für das Gymnasium

§16
- gestrichen -

§ 17
Überweisung an die Realschule oder an die Hauptschule

Für die Überweisung an die Realschule oder an die Haupt schule gilt §15 entsprechend.

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Besondere Vorschriften für die Integrierte Gesamtschule

§ 18
Versetzung in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe

In die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe ist versetzt, wer am Ende des 10. Schuljahrgangs den Erweiterten Sekundarabschluss I erworben hat.

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Nachträgliche Versetzungen

§ 19
Zulassung zur Nachprüfung

(1) 1Wird eine Schülerin oder ein Schüler des 5. bis 9.Schuljahrgangs wegen mangelhafter Leistungen in zwei Fächern nicht versetzt, so entscheidet die Klassenkonforenz darüber, ob sie in einem der beiden Fächer eine Nachprüfung zulässt. 2Eine Nachprüfung in einem der beiden Fächer kann nicht zugelassen werden, wenn in diesem bereits in den vorausgegangenen zwei Zeugnissen die Note "mangelhaft" oder "ungenügend" erteilt worden ist. 3Die Klassenkonferenz kann die Auswahl des Fachs, in dem nachgeprüft wird, den Erziehungsberechtigten oder der volljährigen Schülerin oder dem volljährigen Schüler überlassen. 4Bis zum vorletzten Schultag ist der Schule mitzuteilen, ob und im Fall des Satzes 3 in welchem Fach die Nachprüfungsmöglichkeit genutzt wird.

(2) Die Nachprüfung kann zugelassen werden, wenn bei Bestehen eine erfolgreiche Mitarbeit im höheren Schuljahrgang erwartet werden kann; § 4 Abs. 3 Satz 2 gilt entsprechend.

(3) Die Nachprüfung ist ausgeschlossen, wenn

  1. die Schülerin oder der Schüler bereits im vorausgegangenen Schuljahr nicht versetzt worden ist,
  2. im 5. bis 9.Schuljahrgang bereits einmal eine Versetzung infolge einer Nachprüfung erfolgt ist oder
  3. die Schülerin oder der Schüler in dem Schuljahrgang an einer Abschlussprüfung teilzunehmen hatte.

§20
Prüfungsausschuss

1Zur Durchführung der Nachprüfung beruft die Schulleiterin oder der Schulleiter einen Prüfungsausschuss, dem als stimmberechtigte Mitglieder angehören:

  1. eine Lehrkraft, die die Schülerin oder den Schüler im vergangenen Schuljahr in dem zu prüfenden Fach nicht unterrichtet hat, als vorsitzendes Mitglied,
  2. in der Regel die Lehrkraft, die die Schülerin oder den Schüler im vergangenen Schuljahr in dem zu prüfenden Fach unterrichtet hat, als prüfende Lehrkraft und
  3. eine weitere Lehrkraft.

2Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann in der mündlichen Prüfung einzelner Schülerinnen oder Schüler den Vorsitz übernehmen und ist dann stimmberechtigtes Mitglied. 2Die Übernahme des Vorsitzes ist dem Prüfungsausschuss und dem Prüfling vor Beginn der Prüfung mitzuteilen. 3Bei Abstimmungen mit Stimmengleichheit gibt die Stimme des vorsitzenden Mitglieds den Ausschlag. 4Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann an der mündlichen Prüfung auch teilnehmen, ohne den Vorsitz zu übernehmen.

§ 21
Nachprüfung

(1) Die Nachprüfung besteht in Fächern, in denen zu zensierende schriftliche Lernkontrollen angefertigt wurden, aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung, in den übrigen Fächern nur aus einer mündlichen Prüfung.

(2) 1Die schriftliche Prüfung besteht aus einer unter Klausurbedingungen anzufertigenden schriftlichen Arbeit vom Schwierigkeitsgrad einer zu zensierenden schriftlichen Lernkontrolle oder Kursarbeit des vorangegangenen Schuljahrgangs, die die prüfende Lehrkraft bestimmt. 2Die Arbeit wird von der prüfenden Lehrkraft und dem weiteren Mitglied des Prüfungsausschusses bewertet. 3Bei abweichenden Bewertungen entscheidet der Prüfungsausschuss. Stimmenthaltung ist nicht zulässig.

(3) 1Die mündliche Prüfung umfasst ein für das Fach charakteristisches Thema, das im abgelaufenen Schuljahr eingehend im Unterricht behandelt wurde. 2Sie dauert zusätzlich zur schriftlichen Prüfung in der Regel 15 Minuten, im Übrigen in der Regel 20 Minuten. 3Die Schülerin oder der Schüler erhält zur Vorbereitung der mündlichen Prüfungsaufgabe in der Regel 20 Minuten Zeit unter Aufsicht. 4Der Prüfungsausschuss kann auf die mündliche Prüfung verzichten, wenn die schriftliche Arbeit mit mindestens "gut", im 11.Schuljahrgang mit mindestens 10 Punkten bewertet wurde.

(4) Die mündliche Prüfung wird auf Vorschlag der prüfenden Lehrkraft vom Prüfungsausschuss bewertet; Absatz 2 Satz 4 gilt entsprechend.

(5) 1Die Nachprüfung ist bestanden, wenn jeder Prüfungsteil mindestens mit der Note ‚ausreichend' bewertet worden ist. 2Wird die Nachprüfung bestanden, so ist die Schülerin oder der Schüler versetzt; für das betreffende Fach ist die Note ‚ausreichend' in das Zeugnis einzutragen. 3Ist die Nachprüfung bereits nach dem ersten Prüfungsteil nicht bestanden, so ist die Prüfung abzubrechen und die Schülerin oder der Schüler nicht versetzt.

N e u n t e r    A b s c h n i t t
Schlussvorschrift

§22
Inkrafttreten und Aufhebung von Vorschriften

  1. Diese Verordnung tritt am 1.8.1999 in Kraft.
  2. Gleichzeitig treten außer Kraft:
    1. die Verordnung über die Versetzungen an allgemeinbildenden Schulen vom 5.April 1978 (Nds.GVBl. S.290), zuletzt geändert durch Verordnung vom 15.Mai 1984 (Nds.GVBl. S.159),
    2. die Verordnung über den Wechsel der Schuljahrgänge in integrierten Gesamtschulen vom 31.März 1979 (Nds. GVBl. S.114),
    3. die Verordnung über den Wechsel der Schulformen im Sekundarbereich I vom 24.März 1983 (Nds. GVBl. S.94).

[ alte Fassung ]

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