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Regionale Fortbildung
Erl. d. MK v. 21 8. 1998-202-84201/1 (SVBl.9/1998 S.290), geändert durch Gem. RdErl. d. MK und MWK vom 16.12.1999 (Nds.MBl. Nr.3/2000) - V0RIS 22410 01 00 40 057-
Bezug:
a) Erl. v. 25.6.1993 Neuorganisation der regionalen Lehrerfortbildung (Nds. Mbl. S. 774; SVBl. S. .214 - VORIS 22410 01 00 40 040-)
b) Erl. v. 23.4.1996 Regelungen für Fortbildung und Weiterbildung im niedersächsischen Schulwesen (SVBl. S. 144 - VORIS 22410 01 00 35 075-)
c) Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen, vertreten durch das Niedersächsische Kultusministerium und der Ostfriesischen Landschaft über die Durchführung der regionalen Lehrerfortbildung vom 24.11.1993
d) Gem. Erl. v. 23.3.1994 Neuorganisation der regionalen Lehrerfortbildung; Oldenburger Fortbildungszentrum (SVBl. S.174) -VORIS 22410 01 00 40 044 -
e) Beschluss des Landesministeriums v. 30.1. 1979 „Errichtung eines Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und Unterrichtsforschung in Hildesheim"; zuletzt geändert durch Beschl. V.. 13.6.1995 (SVBl. S.234) -VORIS 22410 01 00 30 035 -

1. Ziele und Aufgaben

Die regionale Fortbildung umfasst folgende Ziele und Aufgaben:

  1. Entwicklung eines schul- und ortsnahen Fortbildungsangebotes;
  2. Stärkung der Schulformen durch schulformbezogene Fortbildung;
  3. Intensivierung und Ausweitung schulformübergreifender Angebote zur Förderung der Kooperation zwischen den Schulen;
  4. Entwicklung von Fortbildungskonzepten auf der Grundlage regionaler Besonderheiten;
  5. Einbeziehung anderer Anbieter von Fortbildung zur Sicherung einer größeren Vielfalt und Professionalität;
  6. Vernetzung der zentralen, regionalen und schulinternen Fortbildung;
  7. Unterstützung der Schulprogrammentwicklung;
  8. Steigerung der Qualität schulinterner Fortbildung durch Beratung bei der Entwicklung schulischer Fortbildungskonzepte;
  9. Orientierung der Fortbildung am Bedarf der Schulen, an den Bedürfnissen des Schulpersonals, der Schülerinnen und Schüler und an bildungspolitischen Vorgaben.

2. Zuständigkeit

Koordinierung und Durchführung der Aufgaben der regionalen Fortbildung einschließlich der schulformbezogenen Fortbildung obliegen den Dezernaten 401 der Bezirksregierungen. Die Aufgaben der regionalen Fortbildung werden von den Bezirksregierungen in Fortbildungsregionen durch je eine Fortbildungsbeauftragte oder einen Fortbildungsbeauftragten wahrgenommen. Schulformbezogene Fortbildung wird sowohl von den Fortbildungsregionen als auch von den schulfachlichen Dezernaten angeboten. Sportbezogene Fortbildung wird von den Dezernaten 408 angeboten und durchgeführt.

3. Programmerstellung

Die Programme der regionalen Fortbildung sind halbjährlich zu erstellen. Verschiedene Programmteile, einschließlich der bezirksweiten, sind so zu bündeln, dass den Schulen ein Programm der jeweiligen Fortbildungsregion zur Verfügung steht. Die Programme werden jeweils 6 Wochen vor Ende der Unterrichtszeit eines Schulhalbjahres für das folgende Halbjahr veröffentlicht

4. Koordinierungsgruppe

Zur inhaltlichen und organisatorischen Abstimmung der schulformbezogenen und schulform- übergreifenden Fortbildung auch mit den zentralen Angeboten des NLI, wird beim Dezernat 401 eine Koordinierungsgruppe gebildet.Sie hat folgende Aufgaben:

  1. Erarbeitung und Fortschreibung eines für die Programmerstellung verbindlichen Rahmenkonzepts für das Fortbildungsangebot aller Schulformen,
  2. Erarbeitung eines Vorschlags für die Verteilung der Haushaltsmittel, wobei ein Ansatz für die einzelnen Schulformen im Verhältnis der Anzahl der Lehrkräfte unter Berücksichtigung eines Fahrtkostenfaktors sicherzustellen ist;
  3. Koordinierung eines schul- und ortsnahen Fortbildungsangebotes;
  4. Entwicklung verschiedener Fortbildungskonzepte auf der Grundlage regionaler Besonderheiten.

Der Koordinierungsgruppe gehören an:

Über die Erarbeitung und Fortschreibung des Rahmenkonzepts ist der Schulbezirkspersonalrat rechtzeitig und umfassend zu informieren. Die zuständige Frauenbeauftragte ist gemäß § 20 Abs. 1 Nr.6 NGG rechtzeitig zu beteiligen. Die jeweilige Schwerbehindertenvertretung ist entsprechend zu informieren.

5. Fortbildungsregionen

Zur schul- und ortsnahen bedarfsorientierten Wahrnehmung der Fortbildungsaufgaben ist jeder Regierungsbezirk in Fortbildungsregionen gegliedert.
Die bestehenden Fortbildungsregionen bleiben zunächst erhalten. Ihre Anzahl und der regionale Zuschnitt können zu gegebener Zeit dem Bedarf entsprechend modifiziert werden.
Die Durchführung der regionalen Fortbildung richtet sich

  1. in den Landkreisen Ammerland, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch und den kreisfreien Städten Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven nach der Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen, vertreten durch das Niedersächsische Kultusministerium, und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg über die Durchführung der regionalen Fortbildung in der Fortbildungsregion Ammerland/Delmenhorst/Friesland/Oldenburg-Land/Oldenburg-Stadt/Wesermarsch/Wilhelmshaven vom 6.12.1999 (Anlage 1),
  2. in den Landkreisen Aurich, Leer, Wittmund und der kreisfreien Stadt Emden nach der Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachse, vertreten durch das Niedersächsische Kultusministerium, und der Ostfriesischen Landschaft über die Durchführung der regionalen Fortbildung in der Fortbildungsregion Ostfriesland vom 6.12.1999 (Anlage 2).

Auch in anderen Regionen können durch Vereinbarungen mit anderen Trägern Sonderformen gebildet werden.

6. Fortbildungsbeauftragte

Für jede Fortbildungsregion bestellen die Bezirksregierungen eine Fortbildungsbeauftragte oder einen Fortbildungsbeauftragen. Der oder dem Fortbildungsbeauftragten obliegt die Vorbereitung, Durch- führung und Auswertung von Fortbildungsmaßnahmen sowie die Weiterentwicklung des Fortbildungsprogramms im Rahmen der durch die Koordinierungsgruppe abgestimmten Vorgaben.
Die oder der Fortbildungsbeauftragte

Für die Durchführung dieser Aufgaben werden Lehrkräfte aller Schulformen an die Bezirksregierung abgeordnet. Die Abordnung erfolgt für die Dauer von fünf Jahren. Eine erneute Abordnung ist möglich.

7. Wahrnehmung besonderer Aufgaben in der Fortbildungsregion

Lehrkräfte, schulfachliche und schulpsychologische Dezernentinnen und Dezernenten sowie Fachberaterinnen und Fachberater können mit der Wahrnehmung besonderer Aufgaben beauftragt werden. Sie unterstützen die Fortbildungsbeauftragte oder den Fortbildungsbeauftragten bei der Wahrnehmung ihrer bzw. seiner Aufgaben. Bei der Beauftragung sollten die verschiedenen Schulformen berücksichtigt werden. Lehrkräften können für die Wahrnehmung besonderer Aufgaben auf Vorschlag der oder des Fortbildungsbeauftragten befristet Anrechnungsstunden aus dem der Fortbildungsregion zur Verfügung stehenden Kontingent gewährt werden. Darüber hinaus können Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, der Hochschulen und anderer Anbieter von Fortbildung als Kooperationspartner einbezogen werden.

8. Regionaler Beirat

Zur Förderung der Zusammenarbeit mit den am Schulwesen Beteiligten und mit anderen Fortbildungsanbietern wird in je der Fortbildungsregion ein regionaler Beirat gebildet, der bei der Programm- und Aufgabenentwicklung mitwirkt. Er berät über:

  1. den Bedarf an regionaler Fortbildung;
  2. das Rahmenkonzept der Fortbildungsregion;
  3. Grundsätze für die längerfristige Gestaltung der Programme;
  4. förderungswürdige Projekte im Rahmen der regionalen Fortbildung;
  5. die Korporation mit Hochschulen und anderen Fortbildungsanbietern.

Der regionale Beirat setzt sich wie folgt zusammen:

Darüber hinaus können einbezogen werden:
- Vertreterinnen oder Vertreter der Hochschulen und anderer Fortbildungsanbieter.

Der regionale Beirat wird für einen Zeitraum von 4 Jahren einberufen, er tagt in der Regel einmal im Halbjahr. Die Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte werden vom Schulbezirkspersonalrat vorgeschlagen: Die Beauftragung der Lehrkräfte durch die Bezirksregierung erfolgt im Benehmen mit dem Schulbezirkspersonalrat.

Die Vertretung der Elternschaft wird durch den Landeselternrat, die Vertretung der Schülerschaft durch den Landesschülerrat benannt. Der regionale Beirat wählt aus seiner Mitte eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden und eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter, die der Lehrerschaft und der Schulbehörde angehören. Der regionale Beirat arbeitet mit der oder dem Fortbildungsbeauftragten zusammen.

9. Landesweite Koordinierung

Die fachliche Koordinierung der regionalen Fortbildung auf Landesebene ist dem Niedersächsischen Landesinstitut für Fortbildung und Weiterbildung im Schulwesen und Medienpädagogik (NLI) übertragen und umfasst foIgende Aufgaben:

  1. Konzeptionierung, Vernetzung und Abstimmung von Fortbildungsvorhaben;
  2. Weiterentwicklung fortbildungsdidaktischer Konzepte unter Berücksichtigung regionaler Bedingungen;
  3. Qualifizierung des Personals in der regionalen Fortbildung;
  4. Evaluation der Fortbildung einschließlich Statistik;
  5. Entwicklung und Bereitstellung von Publikationen und Materialien;
  6. Koordinierung und Pflege eines Informations- und Kommunikationsnetzes;
  7. Beratung der Fortbildungsbeauftragten.

Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben führt das NLI regelmäßig Besprechungen durch.

10. Schlussbestimmungen

Dieser Erlass tritt am 1.9.1998 in Kraft.
Gleichzeitig wird der Bezugserlass zu a) aufgehoben. Eine Abordnung von Lehrkräften für Aufgaben der Fortbildungsbeauftragten ist erst möglich, wenn dafür die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind.

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