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Musikalische Grundschule Niedersachsen
Bek. d. MK vom 20.9.2017 - 25-82111/10 (SVBl. 10/2017 S. 570)

Das Niedersächsische Kultusministerium beabsichtigt, eine 4. Staffel des erfolgreichen Schulentwicklungsprojekts „Musikalische Grundschule Niedersachsen“ durchzuführen. Landesweit haben 20 weitere Grundschulen die Möglichkeit, sich ab April 2018 zu einer Musikalischen Grundschule zu ent - wickeln. Die geförderte Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre.

Das Konzept „Musikalische Grundschule Niedersachsen“ nutzt Musik als Medium und „Motor” für einen ganzheitlichen Schulentwicklungsprozess. Dabei geht es darum, dass Musik in den Unterricht aller Fächer hineinwirkt und zudem lebendiges Lernprinzip und Gestaltungselement im gesamten Schulalltag ist. Musik kann auf diese Art wertvolle Beiträge für die Entwicklung eines Leitbildes sowie zur Profilbildung von Schulen leisten. Eine Musikalische Grundschule kann viele, vor allem fächerübergreifende Facetten haben. Die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Eltern erleben an ihrer Schule

mehr Musik
vermittelt von
mehr Beteiligten
in
mehr Fächern
zu
mehr Gelegenheiten.

Die Grundidee und das Konzept der „Musikalischen Grundschule” wurden in Kooperation des Hessischen Kultusministeriums und der Bertelsmann Stiftung erarbeitet und in Niedersachsen weiterentwickelt. Das Gesamtprojekt wird von einem im Niedersächsischen Kultusministerium angesiedelten Steuerungsteam koordiniert. Die Umsetzung der „Musikalischen Grundschule” gestaltet jede Schule individuell. Initiiert, gesteuert und unterstützt wird dieser Prozess durch Musikfachlehrkräfte bzw. durch Lehrkräfte mit musikalischer Expertise der beteiligten Schulen, die im Rahmen des Projekts zu sogenannten Musikkoordinatorinnen bzw. Musikkoordinatoren über zwei Jahre hinweg im Rahmen einer Fortbildungsmaßnahme (bestehend aus fünf Fortbildungsmodulen, in denen auch die Aspekte der Schulentwicklung mit Blick auf Fragen der Inklusion und des Ganztags Berücksichtigung finden) qualifiziert werden.

Für die Teilnahme an den Qualifizierungen wird jede Musikkoordinatorin / jeder Musikkoordinator freigestellt. Dies gilt auch für die Teilnahme an den Rahmenveranstaltungen und an den bis zu zweimal jährlich stattfindenden Fachtagungen. Die Kosten der Fortbildungsmaßnahme und der Übernachtung werden vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), die Fahrtkosten von der jeweiligen Schule übernommen.

Für die Tätigkeit als Musikkoordinatorin / Musikkoordinator und die damit schulintern verbundenen Aufgaben erhält jede Musikkoordinatorin / jeder Musikkoordinator vom Niedersächsischen Kultusministerium in den Schuljahren 2018/2019 und 2019/2020 eine wöchentliche Anrechnungsstunde. Zudem wird erwartet, dass die beteiligten Schulen der Musikkoordinatorin / dem Musikkoordinator eine weitere zeitliche Entlastung im Umfang einer Lehrerwochenstunde gewähren. Unterstützt und beraten werden die Musikkoordinatorinnen und Musikkoordinatoren von der Landeskoordination und dem Trainer-Tandem, das sich aus je einer Expertin / einem Experten aus dem Bereich Schulentwicklung (Schulentwicklungsberatung) und je einer Fachberaterin / einem Fachberater für musisch-kulturelle Bildung zusammensetzt.

Die Musikkoordinatorinnen und Musikkoordinatoren

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verpflichten sich zur verbindlichen Teilnahme an den fünf Fortbildungsmodulen (jeweils 2,5 Tage) (die genauen Termine sowie der Ort werden noch bekannt gegeben),
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nehmen an den Rahmenveranstaltungen (Auftakt-, Zwischenauswertungs-, Endauswertungsveranstaltung) sowie an insgesamt bis zu vier Fachtagungen teil,
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erwerben während der Projektlaufzeit Kompetenzen im Bereich der Prozesssteuerung und Moderationsfähigkeit, lernen Grundlagen des Projektmanagements und der Schulentwicklung kennen und entwickeln musikpädagogische Ideen, Konzepte weiter,
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initiieren, strukturieren und moderieren den auf die „Musikalische Grundschule” bezogenen Schulentwicklungsprozess an ihren Schulen und arbeiten, sofern vorhanden, in der schulischen Steuergruppe mit,
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entwickeln einen Praxisbaustein, zwei Aktionspläne, jeweils einen Zwischen- und Abschlussbericht
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betreuen in Zusammenarbeit mit der Schulleitung eine Selbst-Evaluation im Rahmen des Projektes und
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vernetzen sich und arbeiten mit anderen „Musikalischen Grundschulen” ihrer Region zusammen.

Die Schule

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verpflichtet sich in einem Gesamtkonferenzbeschluss zur aktiven Teilnahme an dem Projekt,
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plant gemeinsam die schuleigene Akzentsetzung im Rahmen der „Musikalischen Grundschule”, setzt sie, gesteuert und begleitet von der Musikkoordinatorin / dem Musikkoordinator, in der Projektlaufzeit um und sorgt für Nachhaltigkeit,
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gewährt der Musikkoordinatorin / dem Musikkoordinator zusätzliche Entlastung im Umfang einer wöchentlichen Arbeitsstunde.

Die Schulleitung bzw. die schulinterne Steuergruppe

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unterstützt in geeigneter Form (z. B. durch günstige Rahmenbedingungen und Information der Eltern) die Arbeit der Musikkoordinatorinnen / Musikkoordinatoren und des gesamten Kollegiums bei Planung und Umsetzung der „Musikalischen Grundschule”,
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nimmt an zwei prozessbegleitenden Fortbildungen (nur für Schulleitung) sowie an den drei Rahmenveranstaltungen teil,
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unterstützt auch in den Folgejahren die Nachhaltigkeit des Schulentwicklungsprozesses und den Kontakt zu den anderen Projektschulen.

Bewerbungsverfahren

Interessierte Schulen bewerben sich per E-Mail um die Teilnahme an diesem Projekt bis zum 29.2.2018 beim Niedersächsischen Kultusministerium, Herrn Stagge, Referat 25, Schiffgraben 12, 30159 Hannover, E-Mail: sven.stagge@mk.niedersachsen.de.

Bei inhaltlichen und organisatorischen Rückfragen können sie sich auch an die Landeskoordinatorin, Frau Kokott, E-Mail: wiebke.kokott@mugs-nds.de, wenden.

Inhalt der Bewerbung ist

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ein Gesamtkonferenzbeschluss (mind. 2/3-Zustimmung) sowie ein Beschluss des Schulvorstandes, der die Projektteilnahme als Schwerpunkt der innerschulischen Qualitätsentwicklung und die Entwicklung eines schuleigenen Konzepts „Musikalische Grundschule Niedersachsen“ befürwortet,
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die Meldung der als Musikkoordinatorin / Musikkoordinator vorgesehenen Lehrkraft,
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die Benennung einer Vertretung zur Unterstützung der Musikkoordinatorin / des Musikkoordinators,
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eine kurze Begründung für den Teilnahmewunsch.

Mit Einreichung der Unterlagen erklärt sich die Schule zu Folgendem bereit:

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Freistellung der Musikkoordinatorin / des Musikkoordinators durch die Schulleitung für die genannte Fortbildung (Veranstaltung im dienstlichen Interesse) und die Teilnahme an den Rahmenveranstaltungen sowie an Fachtagungen,
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Mitarbeit der Musikkoordinatorin / des Musikkoordinators in der schulischen Steuergruppe, sofern vorhanden,
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Einbindung der „Musikalischen Grundschule Niedersachsen“ in das bestehende Schulprogramm,
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Dokumentation und Einreichung der Projekterfahrungen und -ergebnisse,
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Durchführung der Selbst-Evaluation mit dem Online-Instrument der „Musikalischen Grundschule”,
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Vernetzung und Erfahrungsaustausch mit anderen „Musikalischen Grundschulen” innerhalb der Region,
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Teilnahme der Schulleitungen an den Rahmenveranstaltungen und prozessbegleitenden Veranstaltungen.

Weitere Informationen finden Sie unter der Internetadresse www.mugs-nds.de. Bitte beachten Sie auch den Bericht der Musikalischen Grundschule Bad Münder in der Rubrik „Einblick” in diesem Schulverwaltungsblatt.

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