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Verordnung über die Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen
Vom 18. März 2002 (Nds.GVBl. Nr.10/2002 S.86), geändert durch Gesetz v. 18.2.2005 (Nds.GVBl. Nr.5/2005 S.75), Art.1 des Gesetzes v. 7.12.2006 (Nds.GVBl. Nr.32/2006 S.586), VO v. 5.5.2010 (Nds.GVBl. Nr.13/2010 S.215) , 22.11.2010 (Nds.GVBl. Nr.28/2010 S.529) und Art. 3 des Gesetzes v. 15.9.2016 (Nds. GVBl 13/2016 S. 208) - VORIS 21064 -

Aufgrund des § 4 des Gesetzes über Berufsbezeichnungen und die Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen (Berufsbezeichnungs- und WeiterbildungsG) vom 16.Dezember 1999 (Nds.GVBl. S.426), geändert durch Artikel 24 des Gesetzes vom 20.November 2001 (Nds.GVBl. S. 701), wird verordnet:

I n h a l t s ü b e r s i c h t

§   1 Geschützte Weiterbildungsbezeichnung
§   2 Zugang zur Weiterbildung
§   3 Durchführung der Weiterbildung
§   4 Anerkennung von Weiterbildungsstätten
§   5 Prüfungsausschuss
§   6 Prüfung
§   7 Rücktritt
§   8 Täuschung, Ordnungsverstöße
§   9 Facharbeit, praktische Prüfung
§ 10 Schriftliche Prüfung
§ 11 Mündliche Prüfung
§ 12 Prüfungsnoten
§ 13 Gesamtergebnis, Zeugnis
§ 14 Wiederholung der Prüfung
§ 15 Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung
§ 15a Übergangsvorschrift
§ 16 In-Kraft-Treten

§ 1
Geschützte Weiterbildungsbezeichnung

Geschützte Weiterbildungsbezeichnungen in den Gesundheitsfachberufen sind:

  1. Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege,
  2. Fachkraft für onkologische Pflege,
  3. Fachkraft für psychiatrische Pflege,
  4. Fachkraft für operative und endoskopische Pflege,
  5. Fachkraft für Hygiene in der Pflege,
  6. Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege,
  7. 7 Pflegedienstleiterin, Pflegedienstleiter,
  8. Fachkraft für sozialpsychiatrische Betreuung,
  9. Fachkraft Frühe Hilfen - Familienhebamme oder Fachkraft Frühe Hilfen - Familienentbindungspfleger, Fachkraft Frühe Hilfen - Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Fachkraft Frühe Hilfen - Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger.
  10. Lehrkraft für Pflege, Lehrkraft für das Hebammenwesen.

§ 2
Zugang zur Weiterbildung

Eine staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte darf nur die Personen an der Weiterbildung teilnehmen lassen, die die jeweilige Zugangsvoraussetzung nach der Anlage 1 erfüllen.

§ 3
Durchführung der Weiterbildung

(1) 1Die Weiterbildung erfolgt durch Unterricht und in Praktika. 2Der Inhalt, die Dauer und die Ausgestaltung der Weiterbildung ergeben sich aus der Anlage 1. 3Eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten. 4Der Dauer der Praktika ist Vollzeitbeschäftigung zugrunde gelegt; bei Teilzeitbeschäftigung dauern die Praktika entsprechend länger.

(2) Die Weiterbildung soll nicht länger als drei Jahre dauern.

(3) 1Fehlzeiten von 10 vom Hundert im Unterricht und von 10 vom Hundert in den Praktika sind zulässig. 2Darüber hinausgehende Fehlzeiten können durch die zuständige Behörde zugelassen werden, wenn ein besonderer Härtefall vorliegt und das Weiterbildungsziel nicht gefährdet wird.

(4) Die zuständige Behörde rechnet auf Antrag der Teilnehmerin oder des Teilnehmers nach Anhörung der Weiterbildungsstätte, an der die Weiterbildung durchgeführt werden soll, gleichwertige Teile einer anderen Aus- und Weiterbildung oder sonstigen Qualifizierungsmaßnahme auf die Weiterbildung an, soweit durch die Anrechnung das Ziel der Weiterbildung nicht gefährdet wird.

(5) Die Weiterbildungsstätte bescheinigt unter Angabe der Dauer und des Inhalts die Teilnahme an Teilen der Weiterbildung.

(6) 1Die Praktika sollen unter der Anleitung von Personen abgeleistet werden, die

  1. berechtigt sind, die zugehörige Weiterbildungsbezeichnung zu führen, oder
  2. die Zugangsvoraussetzung für die zugehörige Weiterbildung erfüllen, mehrjährige Berufserfahrung haben und berufspädagogisch fort- oder weitergebildet sind.

2In Einrichtungen, in denen keine Person beschäftigt ist, die die Voraussetzung nach Satz 1 Nr. 1 oder 2 erfüllt, können die Praktika unter der Anleitung einer Person abgeleistet werden, die über eine pädagogische Qualifikation und mehrjährige Berufserfahrung verfügt.3Die Praktika werden durch die Leitung der Weiterbildung fachlich begleitet. 4Sie sind von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Weiterbildung zu dokumentieren. 5Die Dokumentation ist von den anleitenden Personen zu bestätigen.

§ 4
Anerkennung von Weiterbildungsstätten

(1) Eine Weiterbildungsstätte ist nach § 3 Abs. 1 des Niedersächsischen Gesundheitsfachberufegesetzes durch die zuständige Behörde auf Antrag anzuerkennen, wenn

  1. die jeweilige Weiterbildung hauptberuflich von einer Person geleitet wird, die
    a) berechtigt ist, die zugehörige Weiterbildungsbezeichnung zu führen, und
    b) berechtigt ist, die Weiterbildungsbezeichnung Lehrkraft für Pflege oder Lehrkraft für das Hebammenwesen zu führen, oder ein pädagogisches oder pflegepädagogisches Studium, ein Studium der Pflegewissenschaft, des Pflegemanagements, der Psychologie oder der Sozialpsychologie abgeschlossen hat,
  2. die Weiterbildungsstätte in ausreichender Zahl über Lehrkräfte verfügt,
  3. die Weiterbildungsstätte über die erforderlichen Räume und sonstigen erforderlichen Sachmittel, insbesondere Lehr- und Lernmittel, verfügt und
  4. die Weiterbildungsstätte die Zusammenarbeit mit einer ausreichenden Anzahl von Einrichtungen nachweist, die für die Praktika
    a) zur Verfügung stehen und die fachlichen Voraussetzungen erfüllen und
    b) die Anleitung nach § 3 Abs. 6 Satz 1 sicherstellen.

(2) Wird nachgewiesen, dass eine Person mit der Qualifikation nach Absatz 1 Nr. 1 nicht zur Verfügung steht, so ist die Anerkennung auch möglich, wenn

  1. die jeweilige Weiterbildung hauptberuflich von einer Person geleitet wird, die die Voraussetzung nach Absatz 1 Nr. 1 Buchst. a erfüllt und pädagogisch qualifiziert ist, oder
  2. die jeweilige Weiterbildung hauptberuflich von einer Person geleitet wird, die berechtigt ist, die Weiterbildungsbezeichnung Lehrkraft für Pflege zu führen, oder ein pflegepädagogisches Studium oder ein Studium der Pflegewissenschaft oder des Pflegemanagements abgeschlossen hat, und für
  3. die jeweilige Weiterbildung eine hauptamtliche Lehrkraft beschäftigt ist, die berechtigt ist, die zu-gehörige Weiterbildungsbezeichnung zu führen.

(3) Wer eine staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte betreibt, ohne dass die Anerkennungsvoraussetzungen weiterhin vorliegen, hat dies der zuständigen Behörde unverzüglich mitzuteilen.

(4) Das Verwaltungsverfahren zur Anerkennung einer Weiterbildungsstätte einschließlich der Mitteilung nach Absatz 3 kann über eine einheitliche Stelle nach den Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes abgewickelt werden.

(5) 1Hat die zuständige Behörde über den Antrag auf Anerkennung einer Weiterbildungsstätte nicht innerhalb einer Frist von vier Monaten entschieden, so gilt die Anerkennung als erteilt. 2Im Übrigen findet § 42a des Verwaltungsverfahrensgesetzes Anwendung.

§ 5
Prüfungsausschuss

(1) 1Zur Abnahme der staatlichen Abschlussprüfung richtet die zuständige Behörde für jede Weiterbildung einer jeden Weiterbildungsstätte einen Prüfungsausschuss ein. 2Für eine Weiterbildung kann für mehrere Weiterbildungsstätten mit deren Zustimmung ein Prüfungsausschuss gebildet werden.

(2) 1Die zuständige Behörde beruft als Mitglieder des Prüfungsausschusses

  1. ein vorsitzendes Mitglied,
  2. eine Leiterin oder einen Leiter der Weiterbildung und
  3. mindestens zwei Lehrkräfte, die in der Weiterbildung unterrichten.

2Für jedes Mitglied des Prüfungsausschusses wird ein stellvertretendes Mitglied berufen. 3Die zuständige Behörde fordert die Weiterbildungsstätten auf, für die Mitglieder des Prüfungsausschusses mit Ausnahme des vorsitzenden Mitglieds Vorschläge einzureichen.

(3) Für die Mitwirkung an der praktischen Prüfung beruft das die zuständige Behörde Personen nach § 3 Abs. 6 Satz 1 als zusätzliche Prüferinnen und Prüfer.

§ 6
Prüfung

(1) 1Die Weiterbildung schließt mit der staatlichen Prüfung ab. 2Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil sowie nach Maßgabe der Anlage 1 aus einer Facharbeit oder einer praktischen Prüfung. 3Die Prüfung ist nicht öffentlich.

(2) 1Spätestens vier Monate vor dem vorgesehenen Ende der Weiterbildung meldet die Weiterbildungsstätte die Prüflinge mit deren Einverständnis zur Prüfung bei der zuständigen Behörde an. 2In der Meldung sind mitzuteilen

  1. der bis dahin abgeleistete Unterricht und die bis dahin abgeleisteten Praktika,
  2. der noch abzuleistende Unterricht und die noch abzuleistenden Praktika,
  3. nach § 3 Abs. 4 anerkannte Teile der Weiterbildung,
  4. die Fehlzeiten und
  5. der Aufgabenvorschlag für die Facharbeit, wenn eine Facharbeit Bestandteil der Prüfung ist und der Aufgabenvorschlag der zuständigen Behörde nach der Anlage 1 Abschnitt C oder J nicht früher mitzuteilen ist.

3Außerdem ist nachzuweisen, dass die Zugangsvoraussetzung für die Weiterbildung vorliegt.

(3) 1Spätestens vier Wochen vor Prüfungsbeginn gibt die zuständige Behörde ihre Entscheidung über die Zulassung bekannt. 2Zur Prüfung darf nicht zugelassen werden, wer

  1. die Zugangsvoraussetzung für die Weiterbildung nicht erfüllt,
  2. die Weiterbildung nicht bis zum vorgesehenen Termin für die mündliche Prüfung ableisten kann oder
  3. die bisherigen Fehlzeiten über das zulässige Maß hinaus überschritten hat.

(4) 1Die zuständige Behörde setzt im Einvernehmen mit der Leitung der Weiterbildung den Zeitpunkt der Prüfungsteile fest. 2Sie veranlasst die Ladung der Prüflinge, der Mitglieder des Prüfungsausschusses und der Prüferinnen und Prüfer nach § 5 Abs. 3. 3Die Ladungsfrist soll mindestens vier Wochen betragen.

(5) 1Über den Verlauf der schriftlichen, der praktischen und der mündlichen Prüfung ist jeweils eine Niederschrift zu fertigen und von den beteiligten Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterschreiben. 2Die Niederschrift über den Verlauf der praktischen und der mündlichen Prüfung muss die Prüfungsgegenstände und die Bewertungen der Leistungen enthalten.

§ 7
Rücktritt

(1) 1Der Prüfling kann nach seiner Zulassung zur Prüfung aus wichtigem Grund von der Prüfung oder einem Prüfungsteil zurücktreten. 2Der Grund ist der zuständigen Behörde unverzüglich schriftlich mitzuteilen und glaubhaft zu machen. 3Krankheit ist durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen; ein amtsärztliches Zeugnis kann verlangt werden.

(2) 1Liegt ein wichtiger Grund vor, so genehmigt die zuständige Behörde den Rücktritt; die Prüfung gilt dann als nicht unternommen, der Prüfungsteil als nicht begonnen. 2Gilt ein Prüfungsteil als nicht begonnen, so entscheidet die zuständige Behörde, wann die Prüfung fortgesetzt wird.

(3) 1Tritt ein Prüfling ohne Genehmigung von der Prüfung oder einem Prüfungsteil zurück, so gilt die Prüfung als insgesamt nicht bestanden. 2Es gilt als ungenehmigter Rücktritt, wenn eine Prüfungsleistung nicht oder nicht rechtzeitig erbracht wird.

§ 8
Täuschung, Ordnungsverstöße

(1) Versucht ein Prüfling, das Ergebnis eines Prüfungsteils durch Benutzung eines unzulässigen Hilfsmittels, unzulässige Hilfe Dritter oder sonstige Täuschung zu beeinflussen, so entscheidet die zuständige Behörde je nach Schwere der Verfehlung, ob die Leistung gleichwohl bewertet wird, ob der Prüfungsteil wiederholt werden darf oder ob die Prüfung für nicht bestanden erklärt wird.

(2) 1Verstößt ein Prüfling gegen die Ordnung, so kann er im Fall

  1. der schriftlichen Prüfung durch das Aufsicht führende Mitglied des Prüfungsausschusses,
  2. der praktischen Prüfung durch das die praktische Prüfung beurteilende Mitglied des Prüfungsausschusses,
  3. der mündlichen Prüfung durch das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses

von der weiteren Teilnahme an dem Prüfungsteil ausgeschlossen werden. 2Ist ein Prüfling ausgeschlossen worden, so entscheidet die zuständige Behörde je nach Schwere der Verfehlung, ob der Prüfungsteil wiederholt werden darf oder die Prüfung für nicht bestanden erklärt wird.

(3) Wird eine Täuschungshandlung erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so kann die Prüfung nur innerhalb von drei Jahren nach dem Tag der mündlichen Prüfung für nicht bestanden erklärt werden.

§ 9
Facharbeit, praktische Prüfung

(1) 1Eine in der Anlage 1 vorgesehene Facharbeit ist als selbständig erstellte schriftliche Ausarbeitung zu einer Problemstellung aus dem Stoff der Weiterbildung vorzulegen. 2Die Aufgabe für die Facharbeit wird dem Prüfling mit der Zulassung zur Prüfung bekannt gegeben, wenn in der Anlage 1 Abschnitt C oder J kein früherer Zeitpunkt festgelegt ist. 3Die Facharbeit ist innerhalb von acht Wochen nach der Zulassung zur Prüfung bei der Leitung der Weiterbildung abzugeben. 4Die Facharbeit wird von zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses, die das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses bestimmt, nacheinander bewertet. 5Weichen die Noten voneinander ab, so entscheidet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses; es kann sich dabei für eine der Noten oder eine dazwischen liegende Note entscheiden.

(2) 1Eine in der Anlage 1 vorgesehene praktische Prüfung wird von dem Mitglied des Prüfungsausschusses nach § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 und einer Prüferin oder einem Prüfer nach § 5 Abs. 3, die oder den das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses bestimmt, abgenommen und bewertet. 2Weichen die Noten voneinander ab, so ergibt sich die Note für die praktische Prüfung aus dem Mittelwert der einzelnen Noten.

§ 10
Schriftliche Prüfung

(1) 1Die schriftliche Prüfung besteht aus einer Aufsichtsarbeit. 2Die Bearbeitungszeit beträgt drei Zeitstunden.

(2) 1Der Gegenstand der Aufsichtsarbeit kann dem gesamten Stoff der Weiterbildung entnommen werden. 2Die Aufgabe muss problem- oder projektbezogen sein. 3Die Aufgabe und die zulässigen Hilfsmittel werden von der zuständigen Behörde aus zwei Vorschlägen der Leitung der Weiterbildung ausgewählt.

(3) 1Die Aufsichtsarbeit wird von zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses, die das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses bestimmt, nacheinander bewertet. 2Weichen die Noten voneinander ab, so entscheidet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses; es kann sich dabei für eine der Noten oder eine dazwischen liegende Note entscheiden.

§ 11
Mündliche Prüfung

(1) 1Die mündliche Prüfung bildet den Abschluss der Weiterbildung. 2An ihr kann teilnehmen, wer den vorgeschriebenen Unterricht und die vorgeschriebenen Praktika abgeleistet und das zulässige Maß der Fehlzeiten nicht überschritten hat.

(2) 1Die mündliche Prüfung wird als Prüfungsgespräch mit bis zu vier Prüflingen vor dem Prüfungsausschuss durchgeführt. 2Die Prüfung dauert je Prüfling zwischen 20 und 30 Minuten.

(3) 1Die mündliche Prüfung kann den gesamten Stoff der Weiterbildung zum Gegenstand haben. 2Jedes Mitglied des Prüfungsausschusses bewertet die Leistung jedes Prüflings. 3Weichen die Noten für einen Prüfling voneinander ab, so ergibt sich die Note der mündlichen Prüfung aus dem Mittelwert der einzelnen Noten.

(4) 1Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses kann

  1. Personen, die demnächst die Prüfung ablegen wollen, und
  2. Personen, an deren Anwesenheit ein dienstliches Interesse besteht,

als Zuhörende zulassen, wenn kein Prüfling widerspricht. 2Bei der Beratung dürfen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend sein.

§ 12
Prüfungsnoten

(1) 1Für die Bewertung sind die folgenden Noten zu verwenden:

sehr gut (1) für eine den Anforderungen in besonderem Maß entsprechende Leistung,
gut (2) für eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung,
befriedigend (3) für eine im Allgemeinen den Anforderungen entsprechende Leistung,
ausreichend (4) für eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht,
mangelhaft (5) für eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können,
ungenügend (6) für eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.

2Zwischennoten dürfen nicht vergeben werden.

(2) Mittelwerten sind die Noten wie folgt zugeordnet:

weniger als 1,5 = sehr gut (1),
1,5 oder mehr, aber weniger als 2,5 = gut (2),
2,5 oder mehr, aber weniger als 3,5 = befriedigend (3),
3,5 oder mehr, aber weniger als 4,5 = ausreichend (4),
4,5 oder mehr, aber weniger als 5,5 = mangelhaft (5),
5,5 oder mehr = ungenügend (6).

§ 13
Gesamtergebnis

(1) Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses gibt im Anschluss an die mündliche Prüfung das Gesamtergebnis bekannt.

(2) Aus dem Mittelwert der Noten für die einzelnen Prüfungsteile wird die Gesamtnote ermittelt.

(3) 1Die Prüfung ist bestanden, wenn kein Prüfungsteil die Note „mangelhaft” oder „ungenügend” erhalten hat. 2Anderenfalls ist die Prüfung nicht bestanden.

(4) Wer die Prüfung bestanden hat, erhält hierüber ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 2.

(5) 1Ist die Prüfung nicht bestanden, so bestätigt die zuständige Behörde das Nichtbestehen der Prüfung schriftlich und gibt eine Empfehlung für die Vorbereitung auf die Wiederholungsprüfung. 2Der Empfehlung nach Satz 1 sollen Vorschläge der Mitglieder des Prüfungsausschusses zugrunde gelegt werden.

§ 14
Wiederholung der Prüfung

1Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann sie einmal wiederholen. 2Zur Wiederholungsprüfung wird von der zuständigen Behörde zugelassen, wer dies innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe des Nichtbestehens der Prüfung beantragt. 3Auf Verlangen des Prüflings werden Prüfungsteile, die mindestens die Note „ausreichend” erhalten haben, auf die Wiederholungsprüfung angerechnet.

§ 15
Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung

Die Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung erteilt die zuständige Behörde nach dem Muster der Anlage 3.

§ 15 a
Übergangsvorschrift

1Die Weiterbildungsbezeichnung „Familienhebamme“ oder „Familienentbindungspfleger“ darf nur führen, wer eine nach § 11 Abs. 1 des Niedersächsischen Gesundheitsfachberufegesetzes weitergeltende Erlaubnis zum Führen dieser Weiterbildungsbezeichnung hat. 2Die in Satz 1 genannten Personen sind auch berechtigt, die Weiterbildungsbezeichnung „Fachkraft Frühe Hilfen - Familienhebamme“ oder „Fachkraft Frühe Hilfen - Familienentbindungspfleger“ zu führen.

§ 16
In-Kraft-Treten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) 1Eine staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte kann die Weiterbildung, die vor dem In-Kraft-Treten dieser Verordnung begonnen wurde, nach den bisherigen Regelungen zu Ende führen.2Wird die Weiterbildung nach den bisherigen Regelungen zu Ende geführt, so richtet sich auch die Prüfung nach den bisherigen Regelungen.


Anlage 1
(zu § 2 und § 3 Abs. 1 Satz 2)

A. Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege

1. Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung in der Intensiv- und Anästhesiepflege erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger zu führen.

2. Weiterbildungsziele

Die Weiterbildung soll zur Wahrnehmung der Aufgaben in den verschiedenen Fachgebieten der Intensiv- und Anästhesiepflege und in der Assistenz in der Intensivmedizin und Anästhesie befähigen. Sie soll es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Die Weiterbildung umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1 Allgemeine pflegerelevante Kenntnisse (160 Unterrichtsstunden)

3.1.1 Managementkompetenz

3.1.1.1 Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. betriebswirtschaftliche Grundbegriffe,
  2. Budget und Entgeltsysteme,
  3. Wirtschaftlichkeit,
  4. Rechtsformen von Einrichtungen des Gesundheitswesens,
  5. Personalbedarf,
  6. Betriebsphilosophien, Kundenorientierung.
3.1.1.2 Rechtsgrundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. System der Rechtsordnung,
  2. Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
  3. Strafrecht,
  4. Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
  5. Sozialrecht,
  6. Gesundheitsrecht,
  7. Betreuungsrecht,
  8. Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke.
3.1.2 Psychosoziale und kommunikative Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Führungsstile,
  2. Personalführung,
  3. Kommunikation (Gesprächsführung, Rhetorik, Konfliktbearbeitung),
  4. Didaktik, Lerntheorien, Reflexionsverfahren,
  5. Beratung und Anleitung,
  6. Gestaltung von Anleitungsprozessen.
3.1.3 Pflegefachliche Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen zum Pflegeverständnis,
  2. ethisches Handeln in der Pflege,
  3. Interaktion in der Pflege,
  4. Pflegeprozess,
  5. Qualitätssicherung.
3.2 Intensiv- und Anästhesiepflege (280 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Pflegetheorien, Pflegeorganisation, Pflegemanagement in der Intensiv- und Anästhesiepflege,
  2. Intensiv- und Anästhesiepflege einschließlich Krankenbeobachtung unter Berücksichtigung neuester Pflegeerkenntnisse und -techniken,
  3. alternative Pflegemethoden,
  4. Erkennen und Einschätzen der Patientensituation im Hinblick auf Vitalfunktionsstörungen, Bewusstseins- und Verhaltensveränderungen, Schmerzzustände,
  5. unterstützende Pflege bei diagnostischen und therapeutischen medizinischen Interventionen,
  6. komplexe Pflegesituationen in der Intensiv- und Anästhesiepflege,
  7. Pflege Sterbender,
  8. Hygiene im Bereich der Intensivmedizin und Anästhesiepflege und bei der Aufbereitung von Medizinprodukten,
  9. Betreiben und Anwenden von Medizinprodukten,
  10. Training an den in der Intensivmedizin und Anästhesie eingesetzten Geräten,
  11. Qualitätssicherung in der Intensivpflege und Anästhesiepflege.
3.3 Pflegerelevantes Grundwissen aus Bezugswissenschaften (280 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie der Organsysteme,
  2. Ätiologie, Symptomatik, Diagnostik,
  3. Überwachung und Behandlung intensivmedizinischer Erkrankungen, Verletzungen und Intoxikationen,
  4. Pharmakologie und Mikrobiologie,
  5. Reanimation,
  6. spezifische Interventionen in der Intensiv- und Anästhesiepflege,
  7. prä- und postnarkotische Therapie,
  8. Schmerztherapie.

4. Praktische Weiterbildung

Die Praktika dauern insgesamt 13 ½ Monate, und zwar

4 Monate in einer Anästhesieabteilung oder mehreren Anästhesieabteilungen mit mindestens drei operativen Fachbereichen,
8 Monate auf medizinischen oder operativen Intensivstationen unterschiedlicher Fachrichtungen und Schwerpunkte,
1 ½ Monate 1 ½ Monate mit dem Schwerpunkt der fachpflegerischen Teilnahme an diagnostischen und therapeutischen Eingriffen in einem weiteren für die Intensiv- und Anästhesiepflege wichtigen diagnostischen und therapeutischen Funktionsbereich oder auf einer weiteren medizinischen oder operativen Intensivstation.

5. Praktische Prüfung

Die praktische Prüfung besteht aus den Abschnitten Intensivpflege und Anästhesiepflege. Die Intensivpflege oder Anästhesiepflege einer Patientin oder eines Patienten ist zu planen, durchzuführen und auszuwerten. Bei den im Zusammenhang damit stehenden diagnostischen und therapeutischen ärztlichen Maßnahmen ist mitzuwirken. Die für die Prüfungsaufgabe benötigten Gegenstände sind funktionstüchtig bereitzustellen.

B. Fachkraft für onkologische Pflege

1. Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung in der onkologischen Pflege erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger zu führen.

2. Weiterbildungsziele

Die Weiterbildung soll zur Wahrnehmung der umfassenden Pflege, Begleitung und Hilfe krebskranker Menschen in den verschiedenen Phasen der Erkrankung unter Berücksichtigung der körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnisse einschließlich der Beratung der Angehörigen befähigen. Sie soll es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Die Weiterbildung umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1 Allgerneine pflegerelevante Kenntnisse (160 Unterrichtsstunden)

3.1.1 Managementkompetenz

3.1.1.1 Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. betriebswirtschaftliche Grundbegriffe,
  2. Budget und Entgeltsysteme,
  3. Wirtschaftlichkeit,
  4. Rechtsformen von Einrichtungen des Gesundheitswesens,
  5. Personalbedarf,
  6. Betriebsphilosophien, Kundenorientierung.
3.1.1.2 Rechtsgrundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. System der Rechtsordnung,
  2. Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
  3. Strafrecht,
  4. Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
  5. Sozialrecht,
  6. Gesundheitsrecht,
  7. Betreuungsrecht,
  8. Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke.
3.1.2 Psychosoziale und kommunikative Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Führungsstile,
  2. Personalführung,
  3. Kommunikation (Gesprächsführung, Rhetorik, Konfliktbearbeitung),
  4. Didaktik, Lerntheorien, Reflexionsverfahren,
  5. Beratung und Anleitung,
  6. Gestaltung von Anleitungsprozessen.
3.1.3 Pflegefachliche Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen zum Pflegeverständnis,
  2. ethisches Handeln in der Pflege,
  3. Interaktion in der Pflege,
  4. Pflegeprozess,
  5. Qualitätssicherung.
3.2 Onkologische Pflege (340 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. spezielle Pflegemaßnahmen bei Patientinnen und Patienten mit onkologischen und hämatologischen Erkrankungen,
  2. Pflegetechniken,
  3. Umgang mit Zytostatika,
  4. Notfallsituationen in der Onkologie,
  5. supportive Pflegemaßnahmen,
  6. Schmerz- und Ernährungsmanagement,
  7. palliative Pflege,
  8. außerklinische Pflege und Nachsorge.
3.3 Pflegerelevantes Grundwissen aus Bezugswissenschaften (160 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. allgemeine physiologische und pathologische Grundlagen,
  2. Systematik und Pathologie maligner Tumore,
  3. diagnostische und therapeutische Methoden,
  4. Komplikationen und Notfallgefahren,
  5. spezielle Arzneimittellehre,
  6. Vorsorge, Früherkennung, Nachsorge,
  7. unkonventionelle Behandlungsmethoden.
3.4 Kommunikativer und psychosozialer Bereich (60 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. psychosoziale Auswirkungen onkologischer Erkrankungen,
  2. Interaktion und Kommunikation im Zusammenhang mit den verschiedenen Stadien onkologischer Erkrankungen,
  3. Hilfestellungen und Bewältigungsstrategien für Betroffene, Angehörige und Helfer.

4. Praktische Weiterbildung

Die Praktika dauern insgesamt 14 Monate, und zwar

3 Monate in einer inneren Abteilung mit Tumorkranken,
3 Monate in einer operativen Abteilung mit Tumorkranken,
3 Monate in einer strahlentherapeutischen Einheit,
2 Monate in einer onkologischen Kinderabteilung,
2 Monate in einer hämatologischen oder onkologischen Ambulanz oder in einer Tagesklinik,
1 Monat in ambulanter oder häuslicher Pflege oder einer Einrichtung der Nachsorge, in einem Hospiz oder in einer Knochenmarktransplantationseinheit.

5. Praktische Prüfung

In einer praktischen Prüfung ist die onkologische Pflege einer Patientin oder eines Patienten zu planen, durchzuführen, zu dokumentieren und auszuwerten. Bei den in Zusammenhang damit stehenden diagnostischen und therapeutischen ärztlichen Maßnahmen ist mitzuwirken. Die für die Prüfungsaufgabe benötigten Gegenstände sind funktionstüchtig bereitzustellen.

C. Fachkraft für psychiatrische Pflege

1. Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung in der psychiatrischen Pflege erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Altenpflegerin, Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger zu führen.

2. Weiterbildungsziele

Die Weiterbildung soll zur eigenverantwortlichen Pflege in allen Fachgebieten der Psychiatrie und zur mitverantwortlichen Betreuung psychisch Kranker befähigen. Sie soll es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Die Weiterbildung umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1 Allgemeine pflegerelevante Kenntnisse (160 Unterrichtsstunden)

3.1.1 Managementkompetenz

3.1.1.1 Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. betriebswirtschaftliche Grundbegriffe,
  2. Budget und Entgeltsysteme,
  3. Wirtschaftlichkeit,
  4. Rechtsformen von Einrichtungen des Gesundheitswesens,
  5. Personalbedarf,
  6. Betriebsphilosophien, Kundenorientierung.
3.1.1.2 Rechtsgrundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. System der Rechtsordnung,
  2. Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
  3. Strafrecht,
  4. Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
  5. Sozialrecht,
  6. Gesundheitsrecht,
  7. Betreuungsrecht,
  8. Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke.
3.1.2 Psychosoziale und kommunikative Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Führungsstile,
  2. Personalführung,
  3. Kommunikation (Gesprächsführung, Rhetorik, Konfliktbearbeitung),
  4. Didaktik, Lerntheorien, Reflexionsverfahren,
  5. Beratung und Anleitung,
  6. Gestaltung von Anleitungsprozessen.
3.1.3 Pflegefachliche Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen zum Pflegeverständnis,
  2. ethisches Handeln in der Pflege,
  3. Interaktion in der Pflege,
  4. Pflegeprozess,
  5. Qualitätssicherung.
3.2 Psychiatrische Pflege (300 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Pflegewissenschaft, Pflegetheorien, Pflegeprozess,
  2. Modelle und Konzepte der psychiatrischen Pflege in verschiedenen Einrichtungsformen,
  3. Pflegekonzepte, Pflegetechniken in verschiedenen Pflegesituationen,
  4. fachpflegerisch-therapeutische Kompetenz (basale Stimulation, Validation, Kinästhetik, Biographiearbeit, Realitätsorientierungstraining, Kooperationskonzepte, Gesundheitsförderung u. a.).

3.3 Pflegerelevantes Grundwissen aus Bezugswissenschaften (260 Unterrichtsstunden)

3.3.1 Psychiatrie
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Geschichte der Psychiatrie,
  2. Versorgungsstrukturen,
  3. Krankheitsmodelle, Diagnostik, medikamentöse und nicht medikamentöse Therapie, Pharmakologie, Prävention,
  4. Krankheitsbilder,
  5. spezielle Konzepte und Methoden in der allgemeinen Psychiatrie, der Kinder-und Jugendpsychiatrie, der Gerontopsychiatrie und der forensischen Psychiatrie.

3.3.2 Neurologie

3.3.3 Psychologie
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen,
  2. klinische Psychologie, Entwicklungspsychologie.

3.3.4 Biologie

3.3.5 Soziologie

3.3.6 Pädagogik

4. Praktische Weiterbildung

Die Praktika dauern insgesamt neun Monate. In drei der folgenden Bereiche sind jeweils drei Monate abzuleisten:

  1. allgemeine psychiatrisch-psychotherapeutische Pflege,
  2. gerontopsychiatrische oder gerontologische Pflege,
  3. kinder- und jugendpsychiatrische Pflege,
  4. Pflege Abhängigkeitskranker,
  5. Pflege von Menschen mit Intelligenzminderung oder mit Störungen in der geistigen Entwicklung und psychiatrischen Auffälligkeiten,
  6. forensische psychiatrische Pflege.

Die Praktika können auch im Bereich ambulanter Pflege abgeleistet werden.

5. Facharbeit

Es ist eine Facharbeit zu fertigen

  1. über den Verlauf und das Ergebnis einer einzelfallbezogenen psychiatrischen Pflege und
  2. über ein in eigener Verantwortung geführtes Einzel- oder Gruppengespräch unter Darlegung und Erläuterung der Gesprächsführung nach fachspezifischen Kriterien oder über eine längerfristige Gruppen- oder Projektarbeit unter Darlegung der Konzeption und einer Auswertung und Erläuterung der Arbeit.

Spätestens sieben Monate vor dem vorgesehenen Ende der Weiterbildung hat die Weiterbildungsstätte der zuständigen Behörde für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer einen Aufgabenvorschlag für die Facharbeit mitzuteilen. Die Aufgabe für die Facharbeit wird der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer fünf Monate vor dem vorgesehenen Ende der Weiterbildung von der zuständigen Behörde bekannt gegeben.

D. - gestrichen -

E. Fachkraft für operative und endoskopische Pflege

1. Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung für operative und endoskopische Pflege erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger zu führen.

2. Weiterbildungsziele

Die Weiterbildung soll zur Wahrnehmung der vielfältigen Aufgaben in den verschiedenen Fachgebieten der operativen und endoskopischen Pflege, Diagnostik und Therapie befähigen. Sie soll es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Die Weiterbildung umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1 Allgemeine pflegerelevante Kenntnisse (160 Unterrichtsstunden)

3.1.1 Managementkompetenz

3.1.1.1 Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. betriebswirtschaftliche Grundbegriffe,
  2. Budget und Entgeltsysteme,
  3. Wirtschaftlichkeit,
  4. Rechtsformen von Einrichtungen des Gesundheitswesens,
  5. Personalbedarf,
  6. Betriebsphilosophien, Kundenorientierung.
3.1.1.2 Rechtsgrundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. System der Rechtsordnung,
  2. Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
  3. Strafrecht,
  4. Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
  5. Sozialrecht,
  6. Gesundheitsrecht,
  7. Betreuungsrecht,
  8. Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke.
3.1.2 Psychosoziale und kommunikative Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Führungsstile,
  2. Personalführung,
  3. Kommunikation (Gesprächsführung, Rhetorik, Konfliktbearbeitung),
  4. Didaktik, Lerntheorien, Reflexionsverfahren,
  5. Beratung und Anleitung,
  6. Gestaltung von Anleitungsprozessen.
3.1.3 Pflegefachliche Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen zum Pflegeverständnis,
  2. ethisches Handeln in der Pflege,
  3. Interaktion in der Pflege,
  4. Pflegeprozess,
  5. Qualitätssicherung.

3.2 Operative und endoskopische Pflege (380 Unterrichtsstunden)

3.2.1 Pflege vor, während und nach diagnostischen und therapeutischen Eingriffen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Würdigung der Patientensituation,
  2. Übernahme und Übergabe von Patientinnen und Patienten,
  3. Lagerung von Patientinnen und Patienten,
  4. Prophylaxen,
  5. Vorbereitung,
  6. Betreuung und Nachsorge,
  7. Dokumentation,
  8. Ver- und Entsorgung der Gebrauchsartikel,
  9. Nachbereitung des Arbeitsplatzes,
  10. Mitarbeit bei Diagnostik und Therapie.
3.2.2 Instrumenten-, Geräte- und Materialkunde, Medizintechnik
Neben den allgemeinen Regelungen des Betreibens und Anwendens von Medizinprodukten zählen hierzu insbesondere:
  1. Instrumentenübersicht, Instrumentenzusammenstellung, Instrumentenhandhabung, Instrumentenpflege,
  2. Hochfrequenzchirurgie,
  3. Systeme der Bild- und Lichtübertragung,
  4. Therapie-, Ultraschall- und Endoskopiesysteme.
3.2.3 Hygiene
Hierzu zählen insbesondere:
  1. allgemeine Mikrobiologie,
  2. Aufbereitung von Medizinprodukten,
  3. Ver- und Entsorgung,
  4. Umgang mit Hygienemitteln,
  5. Maßnahmen zur Hygiene,
  6. Anleitung, Kontrollen.

3.3 Pflegerelevantes Grundwissen aus Bezugswissenschaften (180 Unterrichtsstunden)

3.3.1 Spezielle Pharmakologie und Anästhesie
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Anästhesieverfahren,
  2. Pharmaka in den Funktionsbereichen,
  3. Komplikationen, Schock,
  4. Reanimation.
3.3.2 Indikation, Methoden und Techniken diagnostischer und therapeutischer Operationen und endoskopischer Eingriffe, Anatomie, Physiologie und Topographie
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Bewegungs- und Stützsystem,
  2. Atmungssystem,
  3. Herz- und Gefäßsystem,
  4. Verdauungssystem,
  5. Urogenitalsystem,
  6. endokrines System,
  7. zentrales und peripheres Nervensystem,
  8. Transplantationsmedizin,
  9. spezifische Verfahren in der operativen und endoskopischen Pädiatrie.

4. Praktische Weiterbildung

Die Praktika dauern insgesamt 14 Monate, und zwar
5 Monate in diagnostischen und therapeutischen Funktionsbereichen der Allgemein- und Abdominalchirurgie,
3 Monate in diagnostischen und therapeutischen Funktionsbereichen der Unfallchirurgie oder Orthopädie,
6 Monate in Abteilungen mit endoskopischen oder minimal-invasiven Eingriffen, davon ein Einsatz in der Gastroenterologie, sowie Einsätze in mindestens zwei weiteren Abteilungen (z. B. Pneumologie, Urologie, Gynäkologie, Kardiologie, Neurochirurgie).

5. Praktische Prüfung

In einer praktischen Prüfung sind ein endoskopischer oder minimal-invasiver und ein operativer Eingriff pflegerisch zu planen, zu begleiten, zu dokumentieren und auszuwerten. Bei den im Zusammenhang damit stehenden diagnostischen und therapeutischen ärztlichen Maßnahmen ist mitzuwirken. Das Instrumentarium für den Eingriff ist vor- und nachzubereiten.

F. Fachkraft für Hygiene in der Pflege

1. Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung für Hygiene in der Pflege erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Altenpflegerin, Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Hebamme, Entbindungspfleger, staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin oder staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger zu führen.

2. Weiterbildungsziel

Die Weiterbildung soll zur Wahrnehmung von Aufgaben der Verbesserung und Aufrechterhaltung von Hygiene und Infektionsprävention durch Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Infektionen in Krankenhäusern, Pflege- und anderen Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens befähigen. Sie soll es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Die Weiterbildung umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1 Allgemeine pflegerelevante Kenntnisse (160 Unterrichtsstunden)

3.1.1 Managementkompetenz

3.1.1.1 Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. betriebswirtschaftliche Grundbegriffe,
  2. Budget und Entgeltsysteme,
  3. Wirtschaftlichkeit,
  4. Rechtsformen von Einrichtungen des Gesundheitswesens,
  5. Personalbedarf,
  6. Betriebsphilosophien, Kundenorientierung.
3.1.1.2 Rechtsgrundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. System der Rechtsordnung,
  2. Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
  3. Strafrecht,
  4. Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
  5. Sozialrecht,
  6. Gesundheitsrecht,
  7. Betreuungsrecht,
  8. Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke.
3.1.2 Psychosoziale und kommunikative Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Führungsstile,
  2. Personalführung,
  3. Kommunikation (Gesprächsführung, Rhetorik, Konfliktbearbeitung),
  4. Didaktik, Lerntheorien, Reflexionsverfahren,
  5. Beratung und Anleitung,
  6. Gestaltung von Anleitungsprozessen.
3.1.3 Pflegefachliche Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen zum Pflegeverständnis,
  2. ethisches Handeln in der Pflege,
  3. Interaktion in der Pflege,
  4. Pflegeprozess,
  5. Qualitätssicherung.
3.2 Grundlagen der Hygiene (220 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. medizinische Mikrobiologie (Bakteriologie, Virologie, Mykologie, Parasitologie),
  2. Immunologie,
  3. Chemotherapie,
  4. Erregernachweis,
  5. Gewinnung und Versand von Untersuchungsmaterial,
  6. Befundauswertung,
  7. Infektionserfassung,
  8. Einführung in die Epidemiologie,
  9. Infektionsepidemiologie in Gemeinschafts- und Pflegeeinrichtungen,
  10. Wasser- und Lebensmittelhygiene,
  11. Hygienemaßnahmen in der Grund- und Behandlungspflege,
  12. Anforderungen an die Reinigung, Desinfektion, Sterilisation,
  13. Abfall und Entsorgung,
  14. Hygienemanagement in Pflege- und anderen Gemeinschaftseinrichtungen.
3.3 Spezielle Grundlagen der Krankenhaushygiene (220 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Hygienemaßnahmen in der Pflege, Diagnostik und Therapie,
  2. Isolierungsmaßnahmen,
  3. Flächenreinigung und Flächendesinfektion, Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten,
  4. Hygienemaßnahmen im Bereich der Ver- und Entsorgung,
  5. Erstellung von Desinfektions- und Hygieneplänen,
  6. Epidemiologie von Krankenhausinfektionen,
  7. Surveillance von Krankenhausinfektionen,
  8. Rechtsvorschriften und Standards zur Krankenhaushygiene,
  9. Organisation der Krankenhaushygiene.
3.4 Grundlagen der technischen Hygiene (120 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. bereichsspezifische, funktionelle und bauliche Voraussetzungen,
  2. betrieblich-organisatorische Abläufe,
  3. Aufbau, Funktion und Aufbereitung von Medizinprodukten,
  4. Luftaufbereitung,
  5. wassertechnische Einrichtungen,
  6. umweltschonende Material- und Abfallwirtschaft.

4. Praktische Weiterbildung

Die Praktika dauern insgesamt 3 Monate, und zwar

1 Monat in der Hygienearbeit in einem Pflegeheim mit mindestens 40 Pflegeplätzen,
1 Monat in der Hygienearbeit verschiedener Risikobereiche eines Krankenhauses,
1 Monat in einem Hygieneinstitut oder einer vergleichbaren Institution.

5. Praktische Prüfung

In der praktischen Prüfung sind pflege- und einrichtungsbezogene Hygienemaßnahmen in einem Krankenhaus zu planen, durchzuführen, zu dokumentieren und auszuwerten.

G. Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege

1. Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Altenpflegerin, Altenpfleger, Gesundheitsund Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Hebamme, Entbindungspfleger, staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin oder staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger zu führen.

2. Weiterbildungsziele

Die Weiterbildung soll zur Wahrnehmung der Aufgaben einer leitenden Fachkraft einer Station oder eines Wohnbereichs sowie zur Wahrnehmung der Aufgaben einer verantwortlichen Pflegefachkraft in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen befähigen. Sie soll es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Die Weiterbildung umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1 Allgemeine pflegerelevante Kenntnisse (160 Unterrichtsstunden)

3.1.1 Managementkompetenz

3.1.1.1 Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. betriebswirtschaftliche Grundbegriffe,
  2. Budget und Entgeltsysteme,
  3. Wirtschaftlichkeit,
  4. Rechtsformen von Einrichtungen des Gesundheitswesens,
  5. Personalbedarf,
  6. Betriebsphilosophien, Kundenorientierung.
3.1.1.2 Rechtsgrundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. System der Rechtsordnung,
  2. Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
  3. Strafrecht,
  4. Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
  5. Sozialrecht,
  6. Gesundheitsrecht,
  7. Betreuungsrecht,
  8. Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke.
3.1.2 Psychosoziale und kommunikative Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Führungsstile,
  2. Personalführung,
  3. Kommunikation (Gesprächsführung, Rhetorik, Konfliktbearbeitung),
  4. Didaktik, Lerntheorien, Reflexionsverfahren,
  5. Beratung und Anleitung,
  6. Gestaltung von Anleitungsprozessen.
3.1.3 Pflegefachliche Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen zum Pflegeverständnis,
  2. ethisches Handeln in der Pflege,
  3. Interaktion in der Pflege,
  4. Pflegeprozess,
  5. Qualitätssicherung.

3.2 Leitungskompetenz (560 Unterrichtsstunden)

3.2.1 Personalführung (70 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Führungsmodelle, Führungsstile,
  2. Mitarbeiterführung,
  3. Führen und Leiten als Prozess,
  4. Teamentwicklung,
  5. Bedeutung der Fort- und Weiterbildung,
  6. Dienstplan, Urlaubsplan,
  7. Mitarbeiterbeurteilung,
  8. Personalauswahl.
3.2.2 Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen (130 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Betriebsorganisation,
  2. Arbeitsablaufgestaltung,
  3. Budgetierung, Budgetverantwortung,
  4. Entgeltsysteme (Fünftes Buch des Sozialgesetzbuchs, Elftes Buch des Sozialgesetzbuchs, Bundessozialhilfegesetz),
  5. Abrechnungsverfahren, Abrechnungsmethoden,
  6. Einführung in die betriebliche Kosten- und Leistungserstellung,
  7. EDV- und Informationssysteme,
  8. Personalentwicklung, Personalbedarfsberechnung,
  9. Qualitätsmanagement, Controlling,
  10. Einführung in die Strategie der Organisationsentwicklung,
  11. Marketing, Öffentlichkeitsarbeit.
3.2.3 Rechtsgrundlagen (50 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Arbeitsrecht, insbesondere Arbeitsverhältnis, Arbeitsvertrag, Dienstvertrag, Abmahnung und Kündigung,
  2. Mutterschutzgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz,
  3. Tarifrecht,
  4. Steuerrecht,
  5. Haftungsrecht.
3.2.4 Gesundheits- und sozialpolitische Grundlagen (50 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Aufbau und Organisation des Gesundheitswesens,
  2. Gesundheitspolitik, Gesundheitsökonomie, Gesundheitsförderung,
  3. Organisation und Prinzipien der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung,
  4. Aufbau und Prinzipien der Sozialversicherung,
  5. Kostenentwicklung und Wettbewerb im Gesundheitswesen,
  6. Stellung der Verbraucher,
  7. Selbsthilfe, Beratung, Beteiligung,
  8. Gestaltungsansätze in der pflegerischen Versorgung.
3.2.5 Weiterentwicklung der psychosozialen und kommunikativen Kompetenz (160 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen der Kommunikation,
  2. Konfliktbewältigung,
  3. Auseinandersetzung mit der eigenen Person,
  4. Selbstverständnis und Selbstdarstellung, Karriereplanung (Fortbildung, Weiterbildung, Studiengänge),
  5. Rollenverständnis im beruflichen Kontext, Teamentwicklung,
  6. Umsetzung betrieblicher und pflegerischer Zielsetzung,
  7. Moderationstechniken,
  8. Vertiefung zu Anleitung und Beratung,
  9. Motivation, Delegation, Kooperation,
  10. Supervision,
  11. Zeitmanagement.
3.2.6 Pflegefachliche Kompetenz (100 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Professionalisierung der Pflege, Kennzeichen der Professionalisierung,
  2. Pflegeverständnis,
  3. Pflegetheorien, Pflegemodelle, Pflegeprozess,
  4. Pflegediagnosen, Pflegebedarfsermittlung, Pflegeorganisation, Pflegedokumentation, Pflegeüberleitung,
  5. berufsethische Fragen,
  6. Pflegeleitbild, Ziele und Methoden der Pflege,
  7. Pflegeforschung, Umsetzung der Erkenntnisse aus der Pflegeforschung,
  8. Vertiefung des medizinisch-pflegerischen Wissens u.a. über Geriatrie, Gerontopsychiatrie, chronische Krankheiten, Behinderungen,
  9. Pflegeberatung, Gesundheitsförderung in der Pflege,
  10. Sterbebegleitung.

4. Praktische Weiterbildung

Die Praktika dauern insgesamt 5 Monate; Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, haben davon mindestens 5 Wochen außerhalb der Einrichtung abzuleisten, in der sie beschäftigt sind. Die Praktika dienen den Inhalten der Weiterbildungseinheit Nummer 3.2. Sie sind im ambulanten und im stationären Bereich abzuleisten. Geeignet für die Praktika sind Einrichtungen (Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser), die

  1. ein Pflegemanagement betreiben,
  2. ein Pflegeleitbild haben,
  3. eine Pflegedokumentation führen,
  4. Pflegeplanung betreiben,
  5. Pflegestandards anwenden,
  6. regelmäßige disziplinäre und interdisziplinäre Besprechungen durchführen,
  7. Qualitätszirkel eingerichtet haben,
  8. als Regelangebot Pflegeberatung für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Ehrenamtliche anbieten sowie
  9. Stellenbeschreibungen für die Stellen im Pflegebereich haben.

5. Facharbeit

In einer Facharbeit sind zu der Weiterbildungseinheit Nummer 3.2 die Planung, Durchführung und Dokumentation von Leitungsaufgaben, die Beratung und Anleitung sowie die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen oder Disziplinen anhand konkreter Beispiele darzustellen.

H. Pflegedienstleiterin, Pflegedienstleiter

1.Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung zur Pflegedienstleitung erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Altenpflegerin, Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Hebamme oder Entbindungspfleger zu führen.

2. Weiterbildungsziele

Die Weiterbildung soll zur Wahrnehmung der Leitung des pflegerischen Dienstes in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens führen. Sie soll es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Die Weiterbildung umfasst 2 200 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1 Pflegewissenschaftliches und berufsbezogenes Fachgebiet (500 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen der Pflegewissenschaft,
  2. Empirie und Statistik,
  3. theoretische Modelle der Pflege und Geburtshilfe,
  4. Pflegeforschung,
  5. Methoden professioneller Pflege und Geburtshilfe,
  6. Pflegedienst im ambulanten und stationären Bereich,
  7. Kooperationsstrukturen und Überleitungspflege,
  8. Aufgaben der Pflegedienstleitung,
  9. Qualitätssicherung in der Pflege und Geburtshilfe,
  10. Berufskunde und Berufsethik,
  11. Kommunikationstechniken.
3.2 Rechtswissenschaftliches Fachgebiet (400 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Rechtsgrundlagen des Gesundheits- und Sozialwesens,
  2. Rechtsgrundlagen der Pflegeberufe,
  3. Krankenhausrecht, Heimrecht,
  4. Sozialrecht, insbesondere Sozialversicherungsrecht und Bundessozialhilfegesetz,
  5. Berufsrecht, Arbeitsrecht, Tarifrecht,
  6. Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
  7. Strafrecht,
  8. Verwaltungsrecht,
  9. Wirtschaftsrecht.
3.3 Wirtschaftswissenschaftliches Fachgebiet (400 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Ökonomie des Gesundheits- und Sozialwesens,
  2. Grundlagen der Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre,
  3. Grundlagen der Organisationslehre,
  4. Krankenhausbetriebslehre,
  5. Rechnungswesen und Statistik,
  6. Personalwesen,
  7. Organisationsentwicklung,
  8. Büroorganisation,
  9. Konstruktion und Ausstattung von Krankenhäusern, Heimen, Pflegeheimen,
  10. EDV in den Pflegeberufen.
3.4 Erziehungswissenschaftliches Fachgebiet (100 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Lerntechnik und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens,
  2. Einführung in die Pädagogik und Didaktik,
  3. Planung, Organisation, Durchführung und Evaluation von Fortbildungen,
  4. Bewerberauswahl und Personalentwicklung in der Pflege.
3.5 Gesellschaftswissenschaftliches Fachgebiet (400 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen der Psychologie,
  2. Gesundheitspsychologie,
  3. Salutogenese,
  4. Gerontologie,
  5. Führungs- und Organisationspsychologie,
  6. Einführung in die empirische Sozialforschung,
  7. Grundlagen der Soziologie und Medizinsoziologie,
  8. Organisationssoziologie,
  9. Gesundheits- und Sozialpolitik,
  10. Sozialmedizin.
3.6 Naturwissenschaftliches Fachgebiet (100 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Arbeitsmedizin,
  2. Arbeitsschutz,
  3. Hygiene in Betrieben,
  4. Gesundheitsförderung im Betrieb.

3.7 Vertiefung (300 Unterrichtsstunden)

Der Unterricht wird zur Vertiefung in den Fachgebieten Nummern 3.1 bis 3.6 erteilt.

4. Praktische Weiterbildung

Die Praktika dauern insgesamt 5 Monate und sind in der Pflegedienstleitung des jeweiligen Berufsfeldes mit Erkundungen im Praxisfeld Pflege abzuleisten.

5. Praktische Prüfung

In einer praktischen Prüfung ist zu einer Aufgabe der Pflegedienstleitung des jeweiligen Berufsfeldes eine Planung schriftlich auszuarbeiten, durchzuführen, zu dokumentieren und auszuwerten.

I. - gestrichen -

J. Fachkraft für sozialpsychiatrische Betreuung

1. Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung in der sozialpsychiatrischen Betreuung erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Altenpflegerin, Altenpfleger, Ergotherapeutin, Ergotherapeut, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin, staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger, Physiotherapeutin oder Physiotherapeut zu führen.

2. Weiterbildungsziele

Die Weiterbildung soll dazu befähigen, im Rahmen einer mitverantwortlichen Betreuung Hilfsangebote für psychisch Kranke in verschiedenen Versorgungsbereichen zu gestalten, die ihnen ein Leben an ihrem selbst gewählten Wohnort ermöglichen und an ihren persönlichen Fähigkeiten ausgerichtet sind. Sie soll außerdem dazu befähigen, die soziale Dimension einer psychischen Erkrankung in den Mittelpunkt der Betrachtung und des pflegerischen und therapeutischen Handelns zu stellen. Ferner soll sie es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Die Weiterbildung erfolgt berufsbegleitend. Sie umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1 Allgemeine Kenntnisse für die sozialpsychiatrische Betreuung (160 Unterrichtsstunden)
3.1.1 Managementkompetenz
3.1.1.1 Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. betriebswirtschaftliche Grundbegriffe,
  2. Budget und Entgeltsysteme,
  3. Wirtschaftlichkeit,
  4. Rechtsformen von Einrichtungen des Gesundheitswesens,
  5. Personalbedarf,
  6. Betriebsphilosophien, Kundenorientierung.
3.1.1.2 Rechtsgrundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
  1. System der Rechtsordnung,
  2. Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
  3. Strafrecht,
  4. Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
  5. Sozialrecht,
  6. Gesundheitsrecht,
  7. Betreuungsrecht,
  8. Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke.
3.1.2 Psychosoziale und kommunikative Kompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Führungsstile,
  2. Personalführung,
  3. Kommunikation (Gesprächsführung, Rhetorik, Konfliktbearbeitung),
  4. Didaktik, Lerntheorien, Reflexionsverfahren,
  5. Beratung und Anleitung,
  6. Gestaltung von Anleitungsprozessen.
3.1.3 Vermittlung von Grundlagen der Pflege
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Grundlagen zum Pflegeverständnis,
  2. ethisches Handeln in der Pflege,
  3. Interaktion in der Pflege,
  4. Pflegeprozess,
  5. Qualitätssicherung.
3.2 Spezielle Kenntnisse für die sozialpsychiatrische Betreuung (560 Unterrichtsstunden)
Hierzu zählen insbesondere:
  1. Geschichte der Psychiatrie,
  2. Psychiatrie im gesellschaftlichen Kontext,
  3. Versorgungsstrukturen,
  4. Krankheitsbilder aller psychiatrierelevanten Erkrankungen und Auswirkungen der Erkrankungen,
  5. Therapien,
  6. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

4. Praktische Weiterbildung

Die praktische Weiterbildung erfolgt am Arbeitsplatz der Teilnehmerin oder des Teilnehmers. Die Teilnehmerin oder der Teilnehmer hat über einen Zeitraum von neun Monaten eine soziotherapeutische Gruppe mit dem Ziel zu leiten, die bei den Gruppenmitgliedern bestehenden Funktionsbeeinträchtigungen zu überwinden, oder ein vom Aufwand her vergleichbares Projekt mit Schwerpunkt im sozialpsychiatrischen Bereich mit dem Ziel durchzuführen, psychisch Kranke wieder zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu befähigen.

5. Facharbeit

Es ist eine Facharbeit zu fertigen

  1. über die Planung, den Verlauf und das Ergebnis eines über einen Zeitraum von neun Monaten geleiteten Projektes mit einer soziotherapeutischen Gruppe oder über ein ebenso langes, vom Aufwand her vergleichbares Projekt mit Schwerpunkt im sozialpsychiatrischen Bereich und
  2. über den Verlauf der psychischen Erkrankung nach Abschluss der Behandlung einer Person (Katamnese), bei der die Teilnehmerin oder der Teilnehmer während der Weiterbildung eine Sozialanamnese erhoben und eine Hilfeplanung erstellt hat, wobei Katamnese, Sozialanamnese und Hilfeplanung Bestandteil der Facharbeit sind.

Spätestens zwölf Monate vor dem vorgesehenen Ende der Weiterbildung hat die Weiterbildungsstätte der zuständigen Behörde für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer einen Aufgabenvorschlag für die Facharbeit mitzuteilen. Die Aufgabe für die Facharbeit wird der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer zehn Monate vor dem vorgesehenen Ende der Weiterbildung von der zuständigen Behörde bekannt gegeben.

K. Fachkraft Frühe Hilfen - Familienhebamme oder Fachkraft Frühe Hilfen - Familienentbindungspfleger, Fachkraft Frühe Hilfen - Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Fachkraft Frühe Hilfen - Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger

1. Zugangsvoraussetzung

Die Zugangsvoraussetzungen zur Weiterbildung Fachkraft Frühe Hilfen - Familienhebamme oder Fachkraft Frühe Hilfen - Familienentbindungspfleger erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Hebamme oder Entbindungspfleger zu führen und zwei Jahre lang als Hebamme oder Entbindungspfleger tätig war.

Die Zugangsvoraussetzungen zur Weiterbildung Fachkraft Frühe Hilfen - Familien-Gesundheitsund Kinderkrankenpflegerin oder Fachkraft Frühe Hilfen - Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger zu führen und zwei Jahre lang als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger tätig war.

2. Weiterbildungsziele

Die Weiterbildung soll dazu befähigen, Mütter, Väter und Kinder, die durch medizinisch-soziale oder psychosoziale Belastungen gefährdet sind, bis zum vollendeten ersten Lebensjahr des Kindes unter Berücksichtigung psychosozialer, medizinischer und sozialpädagogischer Aspekte zu beraten und zu betreuen. Sie soll es ermöglichen, Gesundheitsförderung, Prävention und Motivation zur Selbsthilfe zu berücksichtigen.

3. Unterricht

Soweit es für das Erreichen der Weiterbildungsziele erforderlich ist, ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den beiden Berufsgruppen die Weiterbildung berufsbedingt mit unterschiedlichen Wissensständen und Erfahrungen beginnen. Die Weiterbildung umfasst 400 Stunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:

3.1
Allgemeine Kenntnisse (100 Unterrichtsstunden)
3.1.1
Grundlagen der Tätigkeit
Hierzu zählen insbesondere:
a)
Risikoschwangerschaften,
b)
Pränataldiagnostik,
c)
Wochenbettbetreuung.
3.1.2
Managementkompetenz
Hierzu zählen insbesondere:
a)
Qualitätssicherung und Evaluation,
b)
Projekt-, Selbst- und Zeitmanagement,
c)
Selbstreflexion,
d)
Informationsmanagement,
e)
Präsentation,
f)
Netzwerkaufbau und -ausbau.
3.1.3
Betriebsorganisation
Hierzu zählen insbesondere:
a)
Versicherungsfragen,
b)
Berichts- und Dokumentationsformen,
c)
Fragen der Freiberuflichkeit,
d)
Auftragserteilung,
e)
Aufgabenabgrenzung und Aufgabenteilung.
3.1.4
Rechtsgrundlagen
Hierzu zählen insbesondere:
a)
System der Rechtsordnung,
b)
Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
c)
Strafrecht,
d)
Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
e)
Sozialrecht,
f)
Adoptionsrecht, Jugendschutzrecht, Kinderund Jugendhilferecht,
g)
Gesundheitsrecht,
h)
Datenschutzrecht.
3.2
Fachliche Kenntnisse (150 Stunden)
3.2.1
Grundlagen der Tätigkeit
Hierzu zählen insbesondere:
a)
Berufsbild „Fachkraft Frühe Hilfen“,
b)
berufsbezogene Ethik,
c)
Koordinationsfunktion der Fachkraft Frühe Hilfen,
d)
Aufgaben der Koordinatorin oder des Koordinators des Auftraggebers,
e)
professionelle Beziehungsgestaltung (Nähe, Distanz, Erstkontakt, Begleitung, Abschied),
f)
Handlungsperspektive,
g)
Kriterien der Entscheidungsfindung,
h)
Methoden der Stressbewältigung,
i)
Stillförderung und Nahrungsaufbau,
j)
psychiatrische Krankheitsbilder,
k)
professioneller Umgang mit psychisch kranken Menschen,
l)
Suchtkrankheiten.
3.2.2
Das Kind bis zum Ende des ersten Lebensjahres im familiären Umfeld
Hierzu zählen insbesondere:
a)
physische Entwicklung des Kindes,
b)
geistige und emotionale Entwicklung des Kindes,
c)
Erkennen von Gedeihstörungen und deren Ursache,
d)
Erkennen von akuten und chronischen Erkrankungen des Kindes,
e)
Förderung der Bindung und Beziehung zwischen Eltern und Kind,
f)
Förderung des Umgangs mit dem Kind,
g)
Erkennen von Gefährdungen (insbesondere Vernachlässigung, Misshandlung, sexuelle Gewalt),
h)
Familienstrukturen, deren Veränderungen und deren Auswirkungen,
i)
Leben mit einem Kind mit Behinderung oder mit einem chronisch kranken Kind.
3.3
Psychosoziale und sozialpädagogische Grundkenntnisse (150 Unterrichtsstunden)
3.3.1
Grundlagen der psychosozialen und sozialpädagogischen Arbeit
Hierzu zählen insbesondere:
a)
Konzepte sozialer Arbeit,
b)
Systeme sozialer Unterstützung,
c)
Interdependenz von Bildung, Einkommen, Prävention und Selbstverantwortung,
d)
Kommunikation, Gesprächsführung, Beratung und Anleitung,
e)
Konfliktanalyse, Deeskalation, Konfliktlösungsstrategien,
f)
systemische Familientheorie, systemische Beratung von Einzelnen und Familien,
g)
multidisziplinäres Arbeiten, Kooperation im Helfernetz,
h)
Verlusterlebnisse und Trauerarbeit,
i)
Betreuung von Familien mit besonderen Belastungssituationen,
j)
interkulturelle Kompetenz,
k)
häusliche Gewalt.
3.3.2
Grundlagen der Gesundheitsförderung und der Public Health
Hierzu zählen insbesondere:
a)
internationale Arbeitskonzepte und Qualitätsstandards,
b)
Gesundheitsforschung, Gesundheitswissenschaften,
c)
Struktur des deutschen Gesundheitswesens.

4. Praktische Weiterbildung

Frühestens nach Ableistung von 200 Unterrichtsstunden sind während der Weiterbildung mindestens fünf Betreuungen von Familien durchzuführen. Über die jeweiligen Betreuungen sind Praxisberichte anzufertigen.

5. Facharbeit

In der Facharbeit sind Verlauf und Ergebnis einer Betreuung der Fachkraft Frühe Hilfen einschließlich der Zusammenarbeit mit Ämtern, Einrichtungen sowie anderen Berufsgruppen darzustellen.


Anlage 2
( zu § 13 Abs. 4 )

Zeugnis über die Abschlussprüfung in der Weiterbildung

Name und Berufsbezeichnung: ........................................................................................................................................................
.................................................................................................................................................................................................................,
geboren am .....................................................................in .................................................................................................................
hat die Prüfung der Weiterbildung …................................................................................................................................................
an der staatlich anerkannten Weiterbildungsstätte
.................................................................................................................................................................................................................,
am ..........................................................................................................................................................................................................
vor dem Prüfungsausschuss
mit der Gesamtnote ............................................................................. bestanden.
Note der
schriftlichen Prüfung: ................................................................................
mündlichen Prüfung: ...............................................................................
praktischen Prüfung: ...............................................................................
Facharbeit zum Thema: .....................................................................................................................................................................
......................................................................................................................................................................
Ort: ................................................................................................
Datum: .........................................................................................
Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses
beim Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
................................................................................................................
 
.................................................................................................................
(Unterschrift)
(Siegel)

Anlage 3
( zu § 15 )

Zeugnis über die Abschlussprüfung in der Weiterbildung

Name: .................................................................................................................................................................................................. ,
geboren am .....................................................................in ............................................................................................................... ,
erhält nach § 1 Abs. 2 des Niedersächsischen Gesundheitsfachberufegesetzes die Erlaubnis, die Weiterbildungsbezeichnung
" ............................................................................................................................. "

zu führen.

....................................................................................
Ort)
...............................................................................
(Datum)
 
.................................................................................................................
(zuständige Behörde, Unterschrift)
(Siegel)
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